Über dieses E-Book
So ist es auch mit dem Klavierspielen. Sammy kann nur ein einziges Lied fehlerfrei spielen und das ist ausgerechnet das Weihnachtslied "Schneeflöckchen Weißröckchen". Elena ist genervt, weil ihr Bruder dieses Lied jeden Tag, das ganze Jahr spielt. So kann er doch nicht Klavierspieler werden!
Aber Elena ist sich sicher, dass Sammy auch richtig Klavierspielen lernen kann, wenn er nur eine gute Lehrerin bekommt. Und weil sie selbst Musiklehrerin werden möchte, beginnt Elena ihrem Bruder Klavierunterricht zu geben. Gemeinsam bereiten sie sich auf das große Weihnachtskonzert vor, wo Sammy auftreten und zum ersten Mal ein schwieriges Stück vorspielen soll.
Doch das Üben mit Sammy ist anstrengend und Elena muss sich immer mehr Tricks ausdenken, damit Sammy das Stück lernt. Wird sie es tatsächlich schaffen ihn bis zu seinem großen Auftritt so gut zu unterrichten, dass er richtig Klavierspielen kann? Und wird Sammy dann Pianist werden können?
Eine Geschichte über große Träume und die Liebe zur Musik für Kinder von 7-11 Jahren
Julia Spindler
Julia Spindler wurde 2000 geboren, lebt in Wien und widmet sich nebenberuflich dem Schreiben. Schon als sie selbst lesen und schreiben lernte, faszinierten sie das Schreiben von eigenen Geschichten. Während ihrer Schullaufbahn schrieb sie zahlreiche Texte, Kurzgeschichten und im Alter von vierzehn Jahren ihre ersten Bücher. 2019 maturierte sie an der Hblfa für Gartenbau in Wien Schönbrunn, bevor sie sich für ihre weitere berufliche Laufbahn doch für das Schreiben und die Arbeit im Sozialbereich entschied. Seit 2021 arbeitet sie als persönliche Assistentin und studiert Sozialpädagogik in Wien. 2020 erfüllte sie sich mit der Veröffentlichung von "Farben in der Dunkelheit" den Traum vom ersten eigenen Jugendroman. Kurz darauf erschienen ihre ersten Kinderromane "Allerbeste Freundinnen" und "Wie mein Bruder Pianist wurde" und selbst illustrierte Kinderbücher wie "Henrys Reise" oder "Ich kann schon fliegen! - Millie und die Seifenblase". Weitere Werke sind bereits in Planung.
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Buchvorschau
Wie mein Bruder Pianist wurde - Julia Spindler
Für meinen kleinen Bruder
Und alle anderen kleinen
Musiker da draußen
Inhaltsverzeichnis
Was wir später werden wollen
Die perfekte Idee
Streit und Unruhe
Vier Töne pro Tag
Unser Auftritt wird geplant
Das bunte Klavier
Der erste Schnee
Die letzten Vorbereitungen
Generalprobe
Sammys großer Auftritt
Applaus für Elena
Was wir später werden wollen
An einem sonnigen Morgen im Oktober wehen die Herbstblätter über unseren Schulhof, als wir gerade Rechenübungen machen sollen. Unser Lehrer Herr Schwarze geht durch die Sitzreihen und schaut sich jedes Heft einzeln an. Und ich hoffe das ich zumindest drei oder vier Rechnungen richtig gerechnet habe, bis er zu mir kommt. Aber leider war ich in Mathe noch nie gut.
Neben mir sitzt meine Freundin Greta, die mich gerade mit dem Ellbogen anstupst.
„Weißt du das Ergebnis von der fünften Rechnung?", fragt sie mich.
Ich schüttle den Kopf.
„So weit bin ich noch gar nicht", erkläre ich ihr.
Als Herr Schwarze dann doch bei meinem Tisch ankommt und in mein Heft schaut seufzt er, bevor er mich fragt, ob ich immer noch Nachhilfestunden nehme.
„Ja, antworte ich, „jeden Donnerstag kommt meine Nachhilfelehrerin.
„Du musst dich noch mehr anstrengen, Elena", sagt mein Lehrer zu mir, bevor er sich wieder vor die Klasse stellt. Ich nicke stumm.
„Mit dem Rechnen sind wir für heute fertig, sagt Herr Schwarze dann und wir dürfen unsere Hefte einpacken, „und nach der Pause sprechen wir wie versprochen darüber, was ihr einmal werden wollt.
Da jubelt die ganze Klasse. In den vergangenen Wochen haben wir alle von den Berufen unserer Eltern erzählt und auch von allen anderen, die wir kennen. Wir haben von vielen Menschen erfahren, wie sie arbeiten. Von Ärzten oder Krankenpflegern, von Lehrern, von Technikern und sogar von Leuten, die ihr eigenes Restaurant oder Geschäft haben. Und dann haben wir begonnen uns zu überlegen, was wir selbst einmal werden wollen. Das werden wir in der nächsten Stunde besprechen.
Greta sitzt ein bisschen verzweifelt neben mir und bindet ihre blonden Locken nervös zu einem Zopf.
„Ich weiß einfach noch nicht, was ich werden will, sagt sie zu mir, „wie soll ich das denn auch schon wissen? Ich bin doch erst zehn! Muss man das schon wissen, wenn man noch ein Kind ist?
Ich zucke mit den Schultern und sage: „Wahrscheinlich nicht. Mein Papa wollte Polizist werden, als er zehn Jahre alt war. Und ein Jahr später Astronaut. Und nichts von beidem macht er heute."
„Weißt du denn schon was du werden willst?", fragt mich Greta.
„Ja" antworte ich begeistert und kann es kaum erwarten es in der nächsten Stunde Herrn Schwarze und den anderen Kindern zu erzählen.
„Wer möchte als erstes seinen liebsten Beruf vorstellen?", fragt Herr Schwarze, als die Schulglocke die nächste Stunde eingeläutet hat.
Fast alle Hände gehen nach oben, auch meine. Nur ein paar bleiben unten, nämlich die von den Kindern, die noch nicht wissen, was sie werden wollen.
Herr Schwarze beginnt mit Linda, die Tierärztin werden will, danach darf Paul davon erzählen, dass er Tischler werden will und nach noch ein paar Kindern bin endlich ich dran.
„Und was willst du werden, Elena?", fragt Herr Schwarze.
„Ich werde Musiklehrerin!, stoße ich sofort hervor, „und Sängerin für Hochzeiten oder Geburtstage und so. Ich bin einmal auf einer Hochzeit gewesen und da hat eine ganz tolle Sängerin gesungen! So eine will ich auch werden!
„Das klingt doch super, meint Herr Schwarze, aber Phillip aus der letzten Reihe ruft: „Kannst du denn überhaupt singen, Elena? Oder klingst du wie eine Kröte?
Sofort fangen alle Freunde um ihn herum an zu lachen.
„Ich klinge nicht wie eine Kröte!, verteidige ich mich, „meine Gesangslehrerin sagt, ich habe eine sehr schöne Stimme! Und dass ich sicher einmal Sängerin werden kann!
Herr Schwarze meldet sich wieder zu Wort und da werden die Buben ruhig.
„Elenas Gesangslehrerin kann das bestimmt auch sehr gut einschätzen", sagt er und ich bin froh, dass er auf meiner Seite ist.
Dann sieht er mich an und fragt: „Aber Musiklehrerin willst du auch werden, hast du gesagt?"
Ich nicke und antworte: „Ja und Klavierunterricht für Kinder geben. Ich lerne schon seit ein paar Jahren Klavier, genau wie mein Bruder. Und später kann ich das dann anderen beibringen."
„Sehr sehr schöne Ideen, Elena!", lobt mich Herr Schwarze und ich bin zufrieden.
Aber dann kommt Greta dran und nachdem Herr Schwarze sie
