Die volle Härte und ganz viel Liebe: Starkstrom-Poesie für Realisten die von der Wahrheit träumen
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Über dieses E-Book
Francis Louis Bandelier
Francis Louis Bandelier (1958), Sohn einer Arbeiterfamilie; nur mit Grundschule und mit wenig familiären Wurzeln gestartet und zeitlebens ein Pendler zwischen den sozialen Realitäten, mal als kollektiver Einzelkämpfer, mal als individueller Teamplayer. Er ist einer jener Dichter, die in einem Café, in einem Park oder mitten im Run, ihre Zeilen schreiben. Autodidaktisch, mit viel Fleiss und bis heute beinahe unbemerkt von der Gesellschaft, widmet er sich in Eigenregie und teilweise als Ghostwriter, diversen Medienbereichen.
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Buchvorschau
Die volle Härte und ganz viel Liebe - Francis Louis Bandelier
Alles wird gebrochen,
nur nicht das Schweigen.
ich habe mich entschlossen
und nein bin nicht besoffen
gedanken in einen körper gebären
die sonst nie sterblich wären
ja es tut weh geburt und zu leben
wenn keiner bezahlen will oder was geben
teure gedanken nicht zu verschenken
sich für andere biegen verrenken
trotzdem ich tu’s und sei’s nur für mich
und mach ich damit auch nicht einen stich
was soll’s und was kümmert’s
zurück oder vorwärts
am ende sind wir eh alle allein
bis dahin mal nicht und manchmal doch sein
so gross ist das leben doch auch wieder nicht
ein bisschen dämmerung zwischen dunkel und licht
dazwischen die herzen die reihenweis bluten
weil kopf will nicht wissen will lieber vermuten
dass alles was sinn macht nicht länger lebt
als dass ihr was rausholt und dass ihr was gebt
Inhalts-Übersicht
Kapitel 1: Am Start
Kapitel 2: Gedichte
Kapitel 3: Chaos: Geistesblitze im Schwarzlichtmodus
Kapitel 4: Kurz um die Ecke gedacht
Kapitel 5: Am Ziel
Vorschau
Kapitel 2: Gedichte
Das ABC
Am Anfang war das Wort
Gehen nach Hier
Endzeit
Antike
Che-mies
Im Zeichen der Sterne – 3
Keine Frage
Getauft
Globale Faust
Pfauenrad
Hexerei
Gewohnheit
Feuerlich
CHrrr
Mückenstich
Die Weltenspinne
Augenecho
Amen
In Anbetracht
Menschen tun so - Tun Menschen so – So tun Menschen
Ver-iert
Die Sprache der Sprache
Härtetest
Blutzeit
Höhere Mathematik
Mikro- und Makrokosmos
Avenue
Irrenhaus
Der Menschentag
Bestandsaufnahme
Augenscan
Komm-unikat-ion
Idylle
Diagnose
Der Name des Tiers
City
Die Siegerfrage
Be-Scherung
Die von Schuld befreite Sünde und die von Sünde befreite Schuld
Erdbestattung
Clever
Genius
Im Zeichen der Sterne – 2
Emanzenkind
Geisterstunde
Nur Der
Evolution der Steine
Kinder der Hölle
Krieg³
Zahlenkunde
Gesiebte Wahrheit
Kinder Kinder
Höllentrip in den Himmel
Liebe ist
Leichenbrief
Nicht jede Mutter heisst Maria
Niemand und Keiner
Politicks und Politricks
Kinderklagen
Universal
Ver-Sehen
Vom Ende aller Briefe
Zukunftsmelodie
Unsinn
Politologie
Von der Leichtigkeit des Seins
Wegweiser
Wer sucht, der findet
Was sind wir?
Wegelagerer
Was und wofür?
An das Mädchen mit den traurigen Augen
Wird Zeit!
Was kümmert’s
Im Zeichen der Sterne – 1
Home sweet Home
Vom Satan in mir
Ein verfluchter Engel
Zeig es nicht
Familie Ohnsorg
Antike Neuzeit
Silvester
Um zu lernen
Die teuerste Gabe
Herzkrampf
Er Sie Es
Für und Gegen
Es und ich
Tierisch klug
Warten
Von der echten Kunst
Zeitritter
Das Frage-Antwort-Spiel
Yeaa
Nicht ganz dicht
Das Zeitliche gesegnet
Wieder mal
Kommen und Gehen
Sternenhimmel
Krieg²
Es war einmal
Dein Kampf
Nur ein Mensch
Der Tod der Nacht
Das wisst ihr!
Gottkomplex
Nur einmal
Familienkosmos
Das hohe Gericht der Worte
Opfertod
New-Age
Als
Trotzdem
Bis zum Ende voller Glauben
Vom Licht der Schatten
Es ist angerichtet
Höhere Mathematik
Schwätzer-Weisheit
Im Zeichen der Sterne – 4
Kalaschnikopf
MC Gang
Ganz weit weg und doch zuhause
Dein eigenes Ich
Die Jungen Wilden
Es trifft immer dich
Die Liebe die uns zusammenhält
Krieg
Nicht mein Herz
666
Am Tunnelende kommt das Licht
Götterzorn
Meine eigenen Wege
Der Tod
Ohne Krone und Thron
Zeit ist alles was du hast
Das Geheimnis der Zeit
Die Freiheit und die Liebe
Ich will Licht!
Wirsind das Volk!
Einsame Seele
Das Rätsel Mensch
Ewiges Eis
Sehnsucht
Frei wie ein Vogel
Vom Sinn der Sinne
On the way
Es piekt
Reisen
Was Liebe sei
Du
Um was es geht
Ich, du, wir
Traumland
Das hat mir gefehlt
Vom Himmel zur Erde
Und morgen dann
Der Mensch
Nur ein flüchtiger Traum
So bist du
Elisabeth
Gleichgewicht
Wunschkonzert
Freiheit
Wenig
Das Böse
Vielleicht
Schatten
Held
Ja, kommt doch mal vorbei
Die Gedanken
Männer
Mond
Realität
Mann und Herz
Die Wand
Kaltfront
Dunkelschwarz
Vampire im Licht
Vision
Mein Engel
Für meine Herzallerliebste
Kapitel 4: Kurz um die Ecke gedacht
Alles und für Nichts
Am Anfang war das Wort
Das alte Lied von der neuen Freiheit
Der ganz normale Wahnsinn
Die Ruhe nach dem Sturm
Gott – Die Erste: Wo?
Gut und Böse
Karma: Die Verabschiedung von der Logik
Liebe und auch sonst nichts
Sicher ist sicher und kostet sicher
Menschengeschichtenträume
ALV – Alles läuft verkehrt
Anonymität
Gerechtigkeit
Ganz schön Religion und Wissenschaft
Wie geht es Ihnen? Alles ok?
Loslassen
Gott – Die Zweite: Leerlauf
Pro und Contra und die lahme Mitte
Konsum – Da geht noch was
Von der Arroganz der eigenen Sprache
Vorurteile
Kapitel 1
Am Start
Liebe Leserin, lieber Leser, und das gilt auch für jene, die nicht sooo lieb sind, auf ein paar Worte am Start.
Eigentlich ist in diesem Buch alles so wie es sein sollte, und ich glaube nicht, aber vielleicht hat sich trotz Korrekturlesen und Korrekturprogramm, der eine oder andere Fehler eingeschlichen. Da mir schlicht und einfach die Mittel für fremde Dienste fehlen, darf ich das gesamte Buch nicht nur schreiben, sondern auch selber redigieren, korrigieren und gestalten. Ich gestehe, es macht grosse Freude, in eigener Sache zu arbeiten. Das ermöglicht auch einige Freiheiten, von welchen ich die eine und andere genutzt habe, wie Sie weiter unten gleich lesen werden. Und überhaupt, das wird kaum ein perfektes Buch, wahrscheinlich darum nicht, weil es ziemlich authentisch ist und mir quasi direkt aus dem Nebel spricht, das ist dort, wo Sie eine Seele haben. Sind Menschen perfekte Wesen? Eben, ironischerweise erwarten sie aber stete Perfektion voneinander. Gewiss, die Dinge sollen korrekt sein in ihrer Aus- und Durchführung, soweit stimme ich überein. Aber als Poet kann ich im besten Fall nur eine Annäherung an Perfektion heraufbeschwören, die der Nähe des Menschseins und damit der Menschlichkeit entspricht, mit all ihren kultivierten Stärken und disziplinierten Schwächen. Wir sind wer wir sind, ganz egal, wie andere uns haben möchten.
Nun ein bisschen über meine Freiheiten
. Das hier ist kein Roman, der sich flüssig herunterlesen lässt. Daher habe ich mich entschieden, die Gedichte und Kurzgedanken kleinzuschreiben. Das ist mein Anspruch an mein Publikum, meine Aussagen zu studieren, in das Material hineinzuhorchen, sich Zeit zu geben, die Worte wirken zu lassen. Mit einer regelkonformen Rechtschreibung wäre dies kaum möglich, da der Leserschaft so jegliches Stolpern erspart bliebe. Aber so funktioniert unser Denken nicht, und Poesie schon gar nicht. Beide sind voller Überraschungen, denen wir uns täglich aufs Neue hingeben sollten. Zu den Gedichten kann ich noch sagen, sie gehen keineswegs runter wie Wasser. Nicht selten ist in einer Zeile eine ganze Welt verpackt, ganz wie im richtigen Leben, wo sich in einem Ereignis viele Ereignisse begegnen und kreuzen; Bilder eben, in den Bildern. Ganz meinem Credo gemäss, sind meine Gedichte eher Konzentrate als weit gestreute Angelpunkte im Denken, also mehr Tomatenpüree als Tomaten, und manchmal sind sie auch so rot wie das Blut und die Tomaten.
Auch was die Gestaltung angeht, habe ich mir meinen Freiraum offengelassen und mir erlaubt, die Gedichte so zu setzen, dass in der Leseart und im Sinne des Denkflusses so wenig als möglich ein Bruch entsteht, wie das oft passiert, wenn Texte stur bis zur untersten Buchzeile geschrieben werden und dann, mitten im Satz oder den Sinn brechend, auf die nächste Seite wechseln. So habe ich oft bewusst und gezielt in den Gedichten mit dem Text etwas früher die Seite gewechselt, ich hoffe Sie vergeben mir diesen Stilbruch. Ach ja, die Sache mit „man habe ich bewusst und meist mit „mensch
ersetzt. Etwas anderes; Sie werden es merken, einige Gedichte sind in Wut oder Traurigkeit gezeugt worden, live, und andere in Liebe, ebenso live. Auch wenn, wie es die Liebe für gewöhnlich so hält, manchmal eine einseitige Liebe vorherrscht, manchmal eine süchtige Liebe uns für eine kurze Zeit verwöhnt und dann ausgesaugt und kaputt wegwirft, und manchmal eine Liebe aufgrund der äusseren Lebenssituation der Protagonisten, einfach nicht lebbar ist; allem zum Trotz gab und gibt es keinen Grund, sich Liebe im Dasein zu ersparen, auch für mich nicht. Ich gebe zu, ich wollte glücklich werden, das ist mir gründlich misslungen. Natürlich habe ich selbst dazu beigetragen, zweifellos, aber letztlich glaube ich, gehöre ich zu den Menschen, die einfach nicht gemacht sind für diese Welt, und die das auch nicht mit Optimismus zu überlagern imstande sind, wie viele ihrer Zeitgenossen. Wahrscheinlich haben mir einfach nur Menschen gefehlt, die mich so lieben, dass diese Liebe auch bei mir ankommt und für die ich wenigstens auf Platz Zwei stehe. Wahrscheinlich hatte ich solch wundervolle Menschen in meinem Leben und sie einfach nicht gebührend beachtet, wahrscheinlich hab ichs dort schon verbockt. Wahrscheinlich ist die Wahrscheinlichkeit am wahrscheinlichsten, dass ich irgendwann sterben werde, ohne jemals echt und wirklich glücklich gewesen zu sein. Da werde ich mich wohl in eine lange Reihe einstellen müssen. Und falls das noch ändert, bitte sehr, i’m ready. Es muss aber auch gesagt sein, dass ich es ohne die Hilfe von Menschen, die mir gut gesinnt waren, kaum bis heute und hierhin geschafft hätte!
Ich kann auch nicht mit einem Vorwort einer schillernden Koryphäe aus der Literatur oder zumindest aus der Kunstszene aufwarten, weil die alle erst mal keine Zeit haben, in ein Buch eines Nobody der Szene reinzulesen, ohne dies ein Vorwort nun mal nicht zustande kommt; ausser natürlich, ich kenne eine solche Berühmtheit persönlich, was nicht der Fall ist. Wenn dann mal irgendwer mit Rang und Namen ein paar lobenswerte Worte über das Buch geäussert hat, dann mag sich der Rat der Weisen meiner Zeilen annehmen. Machen wir uns nichts vor, die meisten Newcomer, egal welcher Kunstszene sie angehören, sind auf die Fürsprache führender Persönlichkeiten der Szene angewiesen, wollen sie das grosse Publikum erreichen und ins Fernsehen oder von den Kritikern gelobt oder zerrissen werden.
Ich schreibe über Wahrheit und Wirklichkeit. Eigentlich eine einfache Sache, das mit der Wirklichkeit, wären da nicht Einstein und Hawking und dergleichen. Aber auch als Poet kann ich bestätigen, Realität ist ein Kontrast-Programm, immer farbenfroh gestaltet, meist schwarz-weiß verstanden. In meinem Universum existieren jede Menge Regenbogengedanken, schwarz-weiß sind bei mir nur die Übergänge in andere Gedankenwelten, sozusagen die Andock-Stationen für anderes Denken. Ich habe mein Denken niedergeschrieben, mit einigen Tränen und einem Lächeln im Herz. Und klar, ich hätte hundertmal mehr schreiben können. Aber hätten Sie dieses Buch dann hundertmal mehr gelesen? Es ist wie mit der Unterhose, den Socken und Schuhen, mensch kanns auf einmal immer nur einmal benutzen, aber eben, jeden Tag neu und gereinigt. In etwa so lässt sich die Wirklichkeit nutzen. Sie ist jeden Tag etwas Bekanntes und doch Neues und muss immer wieder „gereinigt angegangen werden, und sie kommt uns ziemlich nahe, oft näher als die Unterhose, und stinkt manchmal wie die Socken. „Dreck
fordert seinen Tribut; in der Materie mit Viren und schädlichen Bakterien (denn es gibt ja auch unzählige hilfreiche solche), und im spirituellen und geistigen Bereich mit Klarheit und Update und Einfühlungsvermögen, und dem Willen dazu! So habe ich in meinen Gedanken einige der unzähligen Begegnungen mit der Wirklichkeit wiedergegeben, immer in der aktualisierten Version meiner selbst. Die habe ich aber bewusst gemischt und spontan eingefügt, so dass Sie in diesem Buch nicht etwa die „dümmsten oder unwissenden Gedanken zuerst – und die „klügsten
und klarsten Gedanken zuletzt präsentiert erhalten. Ich habe sie Ihnen geschüttelt und gerührt präsentiert, also bin ich schon mal kein James Bond und kann die Welt nicht retten. Aber vielleicht kann ich ein Puzzle in Ihr Weltbild setzen oder liefern, eines das Ihnen vielleicht noch gefehlt hat. Das wäre dann schon mal eine Streicheleinheit für meine Seele, und die Erde ist doch ein Kuschelzoo, oder bin ich da falsch informiert? Meines Wissens laufen vielerorts zumindest grosse Teile der Werbung, der Justiz und der Umgangsformen in der Gesellschaft, im Weichspülen-Dauerprogramm ab, Selbstmitleid wird kultiviert. Während in den meist westlichen Ländern für Schwerverbrecher weit mehr getan wird als für die Opfer, ist das in gewissen anderen Ländern extrem umgekehrt, meist dort, wo die Menschenrechte generell mit Füssen getreten werden, wo also Täter und Opfer gleichermassen relativ schutzlos sind. Und wenn’s da und dort mal ein bisschen ruppig wird, dann haben wir jede Menge Mediatoren und Gladiatoren, erstere um zu besänftigen und letztere, um abzulenken: Brot und Spiele eben. Nur noch Attentäter, Chaoten und Geisteskranke wagen es, sich ausserhalb vom gesetzlich verordneten Mass von Unruhe und Dissonanz, in Szene zu setzen. Darum können Querulanten schnell ausfindig und unschädlich gemacht werden, manchmal dadurch, dass mensch sie unglaubwürdig macht, manchmal indem mensch sie zum „asozialen Element stempelt und ihnen damit den Schutz der Herde entzieht. Aber innerhalb des „organisierten Widerstands
darf gepoltert und gelallt werden, weil der immer brav die rote Linie nicht überschreitet und damit bis höchstens an den Rand der Käuflichkeit reicht. Was das ist, die „Rote Linie"? Der Dienst an den Medien. Solange etwas gewinnbringend vermittelt und verkauft werden kann, entspricht es den gesellschaftlichen Normen des geistigen, emotionalen oder materiellen Wachstums, Information ist einfach alles! Kein politisches System, kein noch so stark aufgestelltes Unternehmen, keine gesellschaftliche oder ethnische Strömung, keine religiöse oder spirituelle Anhängerschaft, und weder Werbung, Sport, Kunst noch die Unterhaltungsindustrie, können ohne die Medien existieren! Die Medien konzentrieren in sich die grösste Macht überhaupt, sie können Einzelne und selbst Lobbys heute in den Himmel heben und morgen in die Hölle schicken. Unterschätzen Sie in jeder Aktion die der Mensch plant oder durchführt, niemals die Rolle der Medien dabei. Selbst dieses Buch würde ausschliesslich durch die Medien zu Ruhm gelangen. Natürlich gibt es auch unter den Medien solche, die eine Vorreiterrolle einnehmen und sich weit aus dem Fenster lehnen und von Dingen berichten, die nicht mehr oder noch nicht gesellschaftsfähig sind. Das ist mutig und darum zählt Journalismus nicht grundlos zu den gefährlichsten Berufen dieser Welt! Dass ich dabei nicht vom Sensationsjournalismus, sondern vom investigativen Journalismus rede, versteht sich von selbst.
Ich schreibe mir also die Seele vom Herz und das Herz von der Seele, und das könnte ewig so weitergehen. So lass ich mal die Fünf gerade sein und schicke Sie auf die Reise durch meinen Kopf. Sie werden wahrscheinlich dann und wann anecken und ein andermal gehts ab wie auf einer Bobbahn; mal treffe ich ins Schwarze, mal voll daneben. Ich möchte Ihnen nicht sagen, was dabei herauskommt, wenn Sie mich lesen, aber ich möchte Ihnen danken dafür, dass Sie mich lesen. Ich mach das lieber jetzt gleich, denn ich bin mir nicht sicher, ob wir Freund oder Feind sind, wenn Sie dieses Buch gelesen haben. Lassen Sie uns beide das Risiko eingehen, Sie haben nur etwas Zeit zu verlieren (oder zu gewinnen) und ein kleines bisschen Geld, ich musste beides in rauen Mengen vorschiessen, und so ist es jetzt schon ein bisschen eine Win-Win-Situation, und das ist doch gut so. Ich wünsche Ihnen jede Menge Aha-Erlebnisse und am Ende reichts vielleicht für ein Wow, wer weiss.
Kapitel 2
Gedichte
Das ABC
ich bin frei
du bist frei
er ist frei
sie ist frei
es ist frei
wir sind frei
ihr seid frei
sie sind frei
aber die sprache ist ein gefängnis
Am Anfang war das Wort
genetischerweise sind wir integriert
in ein molekularsystem
dessen struktur dem atomaren zellaufbau
in chemisch-biologischen emissionen
beigefügt wird durch mentalenergetische lichtprojektionen
quantenrelativer magnetsphären
die als gravitative essenz
den betakörper physisch aufbauen und ihn koordinieren
mit neurologischen schwingungen subatomarer frequenzen
um den mikroprozess evolutionärer progression
makrokosmischer materie einzuleiten
sie nennen es geburt
Gehen nach Hier
das leben der leben habe ich noch nicht gelebt
den tod der tode bin ich noch nicht gestorben
die krone der könige trug ich noch nie
nie geführt das schwert aller schlachten
trank ich noch nie vom blut aller opfer
geliebt die liebe habe ich noch nie
auch nicht gehasst den hass
ich hatte noch keine zeit für ewigkeit
und bin nie, was ich sein werde
nur ein bisschen träumen den traum aller träume
möchte ich, und erwachen an unser aller morgen
mit euch zu gehen dorthin, wo wir noch nie waren
um zu staunen, wie sehr wir dann
immer noch hier
an das leben glauben
wo wir immer schon waren
Endzeit
auge um auge, biss um biss
blinde um blindheit, schweigen um worte
schlag auf schlag, bild auf spiegel
herzschlag gegen aufschlag, masken auf gesichter
schritt für schritt, tag für tag
getreten werden für jede hinterlassene spur
schatten werfen für jedes bisschen licht
und dunkelheit um jeden preis
weil in der stille schweigender schreie stummer herzen
kettengeflüster die ruhe stört
geschichte stirbt aus
wenn der mensch nicht schlagartig sanft aufhört
sich zu taufen mit dem segen der maschinen
Antike
landung einer ausserirdischen flotte
begattung mit ausserirdischen wesen
geburt ausserirdischer tiere
beziehungslos zu erde
selbstfremd
und erwachsen geworden dabei weltraumkolonien zu gründen
ihre heimatlosigkeit zu verschleiern
landung eines flugzeugs
begattung mit der technik
geburt innerfremder menschen
gebunden an die sterne
von anderen durchschaut
und kindlich geworden dabei sich neue höhlen zu sprengen
ihre heimat an die wände zu zeichnen
falls da mal erdenmenschen geboren werden
das würde einiges erklären
Che-mies
mit ihrer chemie
halten uns die parfümierten kosmetikfreaks und pharmaheiligen
die mit gestank gefüllte wolke
gebündelt in einem goldenen schirm
über uns in kot liegenden nummern
wenn wir uns widersetzen
klappen sie uns den schirm zu
und wir stehen im sauren regen
wenn wir uns nicht wehren
machen wir den schirm zu
und werden eingelagert in einem künstlich gesüssten sumpf
wir können wählen
welche schüssel wir nehmen
runtergespült zu werden
Im Zeichen der Sterne - 3
als widder liebe ich das abenteuer
als stier liebe ich den genuss
als zwillinge liebe ich die botschaft
als krebs liebe ich die seele
als löwe liebe ich das spiel
als jungfrau liebe ich die form
als waage liebe ich die liebe
als skorpion liebe ich das geheimnis
als schütze liebe ich die ferne
als steinbock liebe ich den sieg
als wassermann liebe ich die freundschaft
als fische liebe ich den traum
Keine Frage
unter welcher sonne ihr geboren seid
das fragt mal nicht die sterne
in welche herzen ihr schneidet
das fragt mal nicht eure worte
auf welchen wegen ihr wandert
das fragt mal nicht die steine
zu welchen göttern ihr beten sollt
das fragt mal nicht den teufel
welches blut fliesst
das fragt mal nicht die farbe
in welcher vergangenheit eure zukunft endet
das fragt mal nicht heute
und zu fragen
das fragt mal nicht immer nur andere
Getauft
aus allerlei stoff sind die träume gewoben
schlagen ihr pendel zwischen wahr und gelogen
verraten geheimes, göttlich und teuflisch
und legen was wichtig ist, uns auf den tisch
wir ahnen und hoffen auf wunder und zeichen
von feen und magiern und ihresgleichen
dort aus der welt, die so weit entfernt
und doch jede nacht das was gelernt
um unser geistiges auge tanzt
auf dass, was in unsere herzen gepflanzt
als blüte und frucht ins dasein fliesse
und getauftes leben liebe hiesse
Globale Faust
der yankee hätte die welt am liebsten
wie seine rothäute
in ein reservat gesteckt
der ivan hätte die welt am liebsten
wie seine zarenfamilie
gefangengesetzt und verbannt
der habsburger hätte die welt am liebsten
wie seine blitzkriege
in atem gehalten mit seinem frieden
der gelbhäutige hätte die welt am liebsten
wie seine andersdenkenden
in ein lager gesteckt und umerzogen
und der eidgenosse hätte die welt am liebsten
wie es die banken tun mit allem
in einen safe eingeschlossen
welcher der fünf langfinger wird wohl am meisten geliebt?
der eidgenosse
weil besitz bei ihm hoch im kurs steht
und weil liebe bei ihm käuflich ist?
der gelbhäutige
weil gut gelagertes und gut erzogenes immer punktet
und gelb gleich nach gold kommt und jeder gold liebt?
der habsburger
weil er die tradition pflegt frieden immer zu gewinnen
und weil bei ihm die liebe stets siegt?
der ivan
weil er mit der sichel erntet was zurecht gehämmert wurde
und weil bei ihm alle für liebe arbeiten?
oder der yankee
weil er führend ist in aufzucht und hege von freiheit
und weil bei ihm liebe fuck ist?
und weil bei der letzten hochrechnung alle gleichauf lagen
haben sich die fünf langfinger entschlossen sich zusammenzutun
zu einer geballten faust
und die wollen jetzt unsere liebe
wehe uns sie kriegen sie nicht
denn obwohl keiner in der lage ist, der welt jene liebe zu geben
die sich nicht selbst liebt
läufts darauf hinaus
dass sie zuschlägt, diese faust
Pfauenrad
der mensch
lässt sich erobern von der technik
erniedrigt sich vor den göttern
pustet sich auf vor den tieren
betet inkognito zu den maschinen
lärmt die ruhe vom tisch
fantasiert seinen mathematischen fehlgeburten nach
stellt jedes feuer kalt, giesst tüchtig öl hinein
und holt die kohlen nur für kohle aus dem feuer
und schämt sich nicht
darauf stolz zu sein
Hexerei
alt und grau der beton
hart wir gepflanzte menschen
wächst aus ihm eine blume namenlos
in die höhe wie träumende menschen
schlingt sich um wände
als neues bild wie maskierte menschen
und wird verwelken ohne wasser
wie blutleere menschen die dann beten dass es leben regnen werde
zu farblosen köpfen
deren im schlachtfeld blutgetauchte ohren die gebete erhören werden
blutweinende augen werden dann den blutrünstigen gott sehen
und den in blut badenden füssen befehlen
mit ihm zu tanzen
um alten und grauen beton
walpurgisnacht der kinder
Gewohnheit
einmal
als ich nach hause kam aus der fremde
da lauerte mir die freiheit auf
hinter verschlossenen türen
keine zwei schritte an ihr vorbeigegangen
flüsterte sie mir zu
ich erschrak, drehte mich um und schlug zu
reflex eben
seither bin auch ich gefangen
mensch zu sein
Feuerlich
ausgebrannt ist mein herz
verschwunden
