Antidota: Handbuch der Klinischen Metalltoxikologie
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Über dieses E-Book
Fundierte Anwendungsprotokolle in übersichtlicher Rezeptform erleichtern den Einstieg in die Chelattherapie. Für die Behandlung von Langzeitbelastungen wird der parenterale Einsatz verschiedener Chelatsubstanzen wie CaEDTA, MgEDTA, DMSA, DMPS, sowie der DTPAs erklärt. Auch wie oral verabreichte Chelatbildner am Effektivsten eingesetzt werden wird erläutert. Wichtige diagnostische Hinweise werden erwähnt.
Die langjährige Erfahrung der Autoren kann selbst erfahrenen Chelattherapeuten helfen Anwendungsfehler zu vermeiden und Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen werden. Das gut durchdachte Konzept dieses Handbuchs gilt als Grundlage für eine erfolgreiche Chelattherapie.
Das Buch nennt Protokolle zur sanften Entgiftung für Kinder und enthält neueste Informationen zu Kombinationstherapien und deren Nutzen. Erfolgsversprechende, teils populäre Entgiftungsmaßnahmen werden erwähnt und medizinisch/wissenschaftlich eingestuft.
Eleonore Blaurock-Busch
Eleonore Blaurock-Busch dichtet seit ihrer Kindheit, besuchte Poetry-Workshops in Boulder, Colorado, Oxford und absolvierte ihr Master of Science Studium in Creative Writing an der Edinburgh Universität.
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Buchvorschau
Antidota - Eleonore Blaurock-Busch
Dr. E. Blaurock-Busch PhD¹
Dr. med. Reinhard Strey²
¹ Forschungsdirektor, Labor Micro Trace Minerals
² Internist, Betriebsmediziner, Ärztegesellschaft für Klinische Metall Toxikologie
Vorwort: Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing
Inhaltsverzeichnis
Zum Geleit dieser Auflage
Vorwort
Kapitel 1 Die Metalltoxikologie heute
Allgemeines zu Chelatsubstanzen, auch Antidota genannt
Antidota (Chelatsubstanzen) in der Umweltmedizin
Antidot Wirkung und Funktion
Gefahren und Mortalität
Offizielle Antidot Liste der Giftzentren
Literatur
Kapitel 2 Therapie - Kriterien
Patientenauswahl, Kinder und Erwachsene
Patientenanamnese
Mögliche Expositionsursachen
Körperliche Untersuchung
Wichtige Labortests (verpflichtend, auch aus juristischen Gründen)
Diätetische Informationen
Umweltverbessernde Maßnahmen
Kapitel 3 Wahl des Komplexbildners unter Berücksichtigung der Erkrankung
Vaskuläre Krankheitsbilder
Neurologische Erkrankungen
Immunologisch bedingte Erkrankungen
Therapiekonzepterstellung
Patienteneinwilligung
Patienteninformationsblatt für Entgiftungskonzept
Kassenärztliche Situation
Kapitel 4 Die EDTAs
Funktion und Wirkungsweise
Na2EDTA - Endrate oder DiNatriumEDTA
EDTA, Parathormon und der Knochenstoffwechsel
EDTA Fakten
Nephrotoxizität
Na2CaEDTA Versenate oder DiNatriumCalciumEDTA
NaMgEDTA – Natrium-Magnesium-EDTA
NaMgEDTA bei vaskulären Erkrankungen
Na2EDTA und die Blutgerinnung
Thrombin
Thrombozytenmembran Rezeptor Glycoprotein II b / III a
Thrombozyten und deren Funktion
Verhinderung der Thrombozytenaggregation
II b / III a Hemmer
Gegenanzeigen der II b / III a Hemmer
Pseudo-Thrombozytopenie
Vorteile der NaMgEDTA Therapie
EDTA – indizierte Reaktionen und Toxizitäten
Kanülenproblematik
Hypotension oder Hypotonie
Hypoglykämie
Hypokalzämie
Systemische Reaktionen
EDTA und kardiovaskuläre Medikamente
Digitalis
Betablocker
Calciumkanalblocker
Nitrate
Statine
Gerinnungshemmende Agenzien
Heparin
Coumarin
Thrombozytenaggregationshemmer
NaMgEDTA Verabreichungsprotokoll
Therapiehinweise
Wichtige Behandlungshinweise
Protokolle
Basis-Urin-Entnahme (Basalurin)
EDTA Provokationsurin
NaCaEDTA Allgemeines
Anwendungsbereich
Nebenwirkungen/Kontraindikation
Verabreichungsprotokoll
Sammelurin
Literatur
Kapitel 5 DMPS (Dimercapto-1-propansulfonsäure)
Allgemeines
Darreichungsformen und Bestandteile
Anwendungsgebiete
Gegenanzeigen
Nebenwirkungen
Kontraindikation
Pharmakologische Eigenschaften
Pharmakokinetik
Intravenöse Verabreichung bei chronischen Belastungen
Anwendungsgebiete
Variante 1: DMPS Injektion
Variante 2: Kurzinfusion
DMPS Provokation zur Diagnose der Metallbelastung
Orale Verabreichung von DMPS (Dimaval)
Akute Vergiftung
Chronische Exposition
Sammelurin
Wechselwirkungen mit anderen Mitteln
Bioverfügbarkeit
Sonstige Hinweise
Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit
Bindet ein Mehr an Substanz so viel mehr?
Amalgamfüllungen und DMPS
Transdermales DMPS (TD-DMPS)
Literatur
Kapitel 6 DMSA - Dimercapto-Bernsteinsäure
Allgemeines
Bioverfügbarkeit
Pharmokinetik
Wirkungsweise
Nebenwirkungen
Anwendungsbeschränkung
Anwendungsgebiete
Dosierung
DMSA Ausleitungsprotokoll bei chronischer Belastung
Unterstützende und/oder begleitende Maßnahmen
Provokationsurin
Probeentnahme bei Kleinkindern
DMSA iv
Literatur
Kapitel 7 Die DTPAs
Allgemeines
Anwendungsgebiete
Pharmakokinetik und Bioverfügbarkeit
DTPA Vergleichsdaten
Toxizität
CaDTPA - Calcium-trinatrium-pentetat
Bestandteile
Zulassung
Darreichungsform
Anwendungsgebiete
Gegenanzeigen
Pharmakologische Eigenschaften
Nebenwirkungen
Dosierung bei akuten Vergiftungen
Sammelurin
Behandlung chronischer Metallexpositionen
CaDTPA iv + DMSA oral Forschung
Zusammenfassung
ZnDTPA - Trinatrium-Zink-Pentetat
Bestandteile
Zulassung
Allgemeines
Pharmakologische Eigenschaften
Anwendungsgebiete
Literatur
Kapitel 8 Die Chronische Eisenüberladung
Transfusionen als Ursache einer Eisenüberladung
Eisenüberladung bei Leberstörungen
Antidot Therapie bei Eisenüberladung
Weitere Indikation
Deferasirox
Deferipron
Deferoxamin oder Desferal als Injektion
Literatur
Kapitel 9 Antidot Therapie bei akuten Kupferbelastungen
Kupferbelastungen aus Nahrung und Umwelt
Diagnose und Therapie
Morbus Wilson: genetische Stoffwechselfunktionsstörung
d-Penicillamin (DPA)
Anwendungsbereich
Dosierung
Urinentnahme
Wirkmechanismus
Kupferausscheidung im Urin nach oraler DPA Gabe
Indikation
Allgemeines
Nebenwirkungen
Wechselwirkungen
Gegenanzeigen, Kontraindikationen
Tetrathiomolybdate (TM)
Anwendung
Wirkmechanismus
Anwendungsbereiche
Dosierung
Kontraindikationen
Triethylentetramin-Dihydrochlorid (Trien)
Wirkungsweise
Indikation
Dosierung
Nebenwirkungen
Adjuvante Medikationen bei M.Wilson
Zinksalze
Antioxidantien
Kupferarme Diät
Kapitel 10 Thallium- und Caesiumexposition
Preußisch Blau oder Berliner Blau
Wirkungsweise
Anwendung und Dosierung bei akuter Thallium- oder Caesiumintoxikation
Art und Dauer der Anwendung
Sonstige Hinweise
Anwendung bei chronischer Thallium- oder Caesiumexposition
Nebenwirkungen
Wichtige Hinweise
Wechselwirkungen mit anderen Mitteln
Kapitel 11 Natriumthiosulfat
Allgemeines
Anwendungsgebiet akute Intoxikation
Langzeitbelastung
Gegenanzeigen - Warnhinweis
Nebenwirkungen
Dosierung
Pharmakologisch-toxikologische Eigenschaften
Kapitel 12 Kombinationstherapien
Historie
Häufig genutzte Kombinationen
NaCaEDTA iv und DMPS iv
DMPS iv + ZnDTPA iv
DMPS iv + ZnDTPA iv + DMSA oral
NaMgEDTA iv + DMSA oral
NaCaEDTA iv + DMPS oral
Kombinationen mit fraglichem Stellenwert
Kapitel 13 Labordiagnostik zum Nachweis chronischer Expositionen
Einführung
Nachweis einer Akutintoxikation
Nachweis einer geringfügigen Momentanexposition
Referenzwerte - Definition
HBM-Werte - Definition
Nachweis einer chronischen Exposition
Metalle im Blut (Serum, Plasma, Vollblut)
Vollblut
Plasma
Serum
Chrom, Kobalt und Titan im Blut durch Metallabrieb
Metalle im Urin
Basalurin
Provokationsurin als Diagnostikum zum Nachweis von Langzeit-expositionen
Nierenfunktion - Tests
Provokationsprotokolle
DMPS Provokationstests
DMPS Provokationstest - Vergleichsbefund
Befunderklärung und Interpretation
Wann entgiften, wann nicht mehr?
Porphyrine im Urin
Haaranalyse - Nachweis der Langzeitbelastung
Speicheluntersuchungen als Nachweis einer Momentan-Exposition
Stuhluntersuchungen: Nachweis einer oralen Momentanexposition
Entgiftungsenzyme
Literatur
Kapitel 14 Komplementäre Entgiftungsmöglichkeiten
Wirkung und Funktion entgiftender Nährstoffe
Nährstoffinfusionen
Glutathion
Orales Entgiftungsprotokoll auf Nährstoffbasis
Entsäuern - weshalb?
Urin pH-Wert messen
Kapitel 15 Toxische Metalle- Kurzfassung
Weiterführende Diagnostik und Therapie
Allgemeines
Die Biologische Halbwertszeit
Aluminium (Al)
Antimon (Sb)
Arsen (As)
Barium (Ba)
Beryllium (Be)
Blei (Pb)
Caesium (Cs)
Chrom (Cr)
Kadmium (Cd)
Kobalt (Co)
Mangan (Mn)
Nickel (Ni)
Quecksilber (Hg)
Silber (Ag)
Thallium (Tl)
Vanadium (V)
Zinn (Sn)
Uran (U)
Literatur
Kapitel 16 Aus der Praxis, für die Praxis
Infundieren - Vorgehensweise
Mischen von Wirkstoffinfusion und Zusatzstoffen
Kombinieren von Chelatsubstanzen
Überschreiten der Normaldosis
Notfallkoffer
Zu den Autoren
Zum Geleit dieser Auflage
Nach dem Erscheinen der ersten Auflage war es, auf Grund der Entwicklung, notwendig, die nächste Auflage zu konzipieren. Inzwischen wurde diese Auflage nochmal bearbeitet. Durch die Zusammenarbeit der Autoren und die Hilfestellung von Experten im chemischen wie auch pharmazeutischen Bereich wurde auch diese Auflage auf den neuesten und modernsten Stand gebracht.
Dieses Handbuch betrachten die Autoren als ein ‚Kochbuch‘ für Chelattherapeuten und Umweltmediziner. Es soll interessierten Ärzten und Therapeuten die praktische Arbeit erleichtern und wegweisend für die Chelatbehandlung sein. Die Autoren sind sich ihrer Verantwortung bewusst und haben nach bestem Wissen und Gewissen vorhandene Informationen aus Forschung, Praxis und Labor zu einem leicht leserlichen und übersichtlichen Handbuch zusammengestellt.
Die hier angeführten Daten wurden sorgfältig gewählt und stammen zu einem Großteil aus der inzwischen stattlichen Datenbank des Labors Micro Trace Minerals, wobei sich die Autoren bewusst sind, dass in vielen Bereichen das Wissen von heute nicht der endgültige und letzte Stand der Medizin sein kann. Die Autoren sind sich darüber im Klaren, dass auch die neuesten Erkenntnisse, die in dieser Ausgabe niedergeschrieben wurden, irgendwann durch neuere und bessere ersetzt werden.
Wir nehmen an, dass diese neue Auflage eine lebhafte Resonanz finden wird, überholen doch einige der hier vorgestellten Erkenntnisse den Wissenstand, der vor Jahren von verdienten Pionieren der Chelattherapie festgelegt wurde. Auf diesen wichtigen Grundlagen haben wir aufgebaut und wir unterliegen nicht der Illusion, dass die hier vorgestellte Arbeit ein Anrecht auf Endgültigkeit hat. Wir wissen auch, dass ein Großteil unserer Ergebnisse von der Kommunikation und Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten der Chelattherapie abhängig war und bleibt.
Für Leser, die sich tiefer in die Materie einarbeiten möchten, haben die Autoren mit dem Handbuch der Metalltoxikologie 2017 (MTM Verlag) ein Folgewerk erstellt, das sich im Detail mit den medizinischen Aspekten der Metalltoxikologie, einschließlich der Diagnose und Therapie von metallbedingten Umwelterkrankungen befasst.
Hersbruck/St.Augustin, im Oktober 2017
Vorwort
Sehr gern übernehme ich die ehrenvolle Aufgabe, dieses Vorwort zu schreiben, zumal die Klinische Metalltoxikologie immer bedeutender wird. Toxische Schwermetalle sind inzwischen ubiquitär vorhanden und können für eine Vielfalt von Krankheiten, Symptomen und Symptomkomplexen (mit)verantwortlich sein. Wir sehen das im Bereich der Gynäkologie, Endokrinologie, Onkologie und Immunologie tagtäglich.
Wer sich jahrzehntelang mit der Klinischen Metalltoxikologie befasst, weiß, dass es weltweit nur sehr wenige aktuelle und gleichzeitig praxisorientierte Lehr- und Handbücher zur Klinischen Metalltoxikologie gibt. Die wenigen seriösen Bücher sind leider meist sehr kompliziert und didaktisch schwierig.
Das vorliegende Handbuch der Klinischen Metalltoxikologie ist aktuell und sehr praxisorientiert. Auch ist es gut lesbar und hervorragend strukturiert. Es kann den Autoren nicht genug gedankt werden, dass sie sich die große Mühe gemacht haben, dieses Werk zu aktualisieren und sehr praxisorientiert neu herauszubringen.
Das vorliegende Buch ist bestens geeignet, ein Standard-Werk zu werden und zu bleiben. Es gibt vielfache Hilfestellung für Praktiker, ist didaktisch hervorragend gegliedert. Nach einer Einführung mit Erläuterungen des Stellenwertes der Metalltoxikologie heute, der Chelatsubstanzen (Antidota) allgemein, der Grenzen und Risiken der Chelat-Therapie etc. werden Aspekte der Patientenselektion und Anamnese beleuchtet. Das Buch gibt anschließend eine gute Übersicht zur Wahl der Komplexbildner unter Berücksichtigung der Erkrankung, zur Therapiekonzept- Erstellung, Patient(inn)en-Einwilligung (u. a. mit Patient(inn)en- Info- Blättern, Hinweisen zur Kassenärztlichen Situation etc.).
Ausführlich werden alle Aspekte wichtiger Chelatoren erläutert. Es finden sich auch eine Reihe plausibler Therapie-Kombinationen mit Beispielen, sowie diverse komplementäre Entgiftungsmöglichkeiten.
Somit kann zusammenfassend hervorgehoben werden, dass das Buch nicht nur viele anwenderfreundliche Beispiele gibt, sondern darüber hinaus als Standard- und Nachschlagewerk für alle Therapeut(inn)en (und auch interessierte Patient(inn)en) bestens geeignet ist. Es kann von mir wärmstens empfohlen werden. Ich wünsche diesem Werk eine weite Verbreitung.
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing, München
Frauenarzt, Umweltmediziner
Kapitel 1
Die Metalltoxikologie heute
Allgemeines zu Chelatsubstanzen, auch Antidota genannt
Antidota sind Gegengifte oder Antitoxine. Der Begriff Antidot stammt aus dem Griechischen: αντιδοτοσ und bedeutet „dagegen gegeben", denn unter einem Antidot versteht man eine Substanz, die einen giftigen Stoff inaktivieren oder dessen Wirkung herabsetzen bis aufheben kann. Ιn der Humanmedizin werden Antidota seit etwa 1930 mit Erfolg zur Behandlung akuter Vergiftungen eingesetzt. Viel später, etwa seit 1980, werden diese Substanzen auch zur Behandlung chronischer Expositionen genutzt, wobei die Antidota Anwendung bei Langzeitexpositionen von den Protokollen der Akutmedizin entsprechend abweicht. Während das Grundprinzip bei der Akutintoxikation eine schnelle, am besten sofortige Maximalentgiftung ist, erfolgt die Behandlung der chronischen Exposition, bei der eine Gefahr für die Gesundheit erst mit Verzögerung zu erwarten ist, weitaus gemäßigter und über einen längeren Zeitraum hinweg.
Antidota (Chelatsubstanzen) in der Umweltmedizin
Die Chelattherapie ist im Wesentlichen eine Entgiftungstherapie. Es werden Chelat- oder Komplexbildner eingesetzt, die Metalle binden. Das Hauptziel ist, Schwermetalle wie Blei, Arsen, Kadmium, Quecksilber, aber auch Aluminium, Eisen, Kupfer und andere potentiell toxischen Elemente zu binden und auszuleiten. Um schnell positive Ergebnisse zu erzielen, sollte der Therapeut vor der Behandlung über den Mineralstoffhaushalt des Patienten informiert sein.
Viele Enzyme enthalten Metalle. Diese sogenannten Metalloenzyme sind notwendig fϋr Stoffwechselfunktionen und die Gesunderhaltung der Zelle. Das Verhältnis oder Gleichgewicht der Metalle zueinander muss stimmen. Beispielsweise würde bei Magnesiummangel eine erhöhte Calciumzufuhr die Zell- und Stoffwechselfunktion beeinträchtigen, das zweiwertige Magnesium wird für über 300 Enzymsysteme, das zweiwertige Calcium dagegen nur für etwa 10 Enzyme benötigt. Das Verhältnis von Eisen zu Kupfer ist ebenfalls kritisch. Wird dem Organismus zu viel Eisen verabreicht, steigt die freie Radikalentwicklung an, es kommt zu Zellschädigungen.
Toxine, wozu auch Schwermetalle zählen, stören Mineralstoffsysteme und Zellfunktionen ganz entscheidend. Liegt zusätzlich zur Schwermetallbelastung ein Mangel an essentiellen Mineralstoffen und/oder Spurenelementen vor, wird die Zelle leichter und nachhaltiger geschädigt. Beispielsweise würde Zinkmangel die toxische Wirkung von Blei, Nickel und Kadmium verstärken. Gleichermaßen können zu hohe Zinkgaben den Kupfer-, Eisen- und auch Manganstoffwechsel stören und sogar Defizite an einem oder mehreren dieser essentiellen Spurenelemente auslösen. Weiterhin kann sich der Organismus bei ausreichender Versorgung mit essentiellen Spurenelementen wie Selen länger vor der zellzerstörenden Wirkung des Quecksilbers oder anderer Toxine schützen. Sicher ist, Giftstoffe, gleich welcher Art, fördern die zellschädigende Bildung freier Radikale und damit die Zellzerstörung und den Zelltod.
Jede Entgiftung trägt somit zu einer Normalisierung des gesamten
