Dori: Doris Freud und Leid
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Hans Christian Andersen
Hans Christian Andersen (Odense, 2 avril 1805 - Copenhague, 4 août 1875) est un romancier, dramaturge, conteur et poète danois, célèbre pour ses nouvelles et ses contes de fées. Parmi ses oeuvres principales, on compte Le Vilain Petit Canard, 1842; Les Habits neufs de l'empereur, 1837; Le Stoïque Soldat de plomb, 1838; La Bergère et le Ramoneur, 1845; La Reine des neiges, 1844; La Princesse au petit pois, 1835; La Malle volante, 1839; La Petite Fille aux allumettes, 1845; La Petite Poucette, 1836; La Petite Sirène, 1835; Le Briquet, 1835; Les Fleurs de la petite Ida, 1835; Le Rossignol et l'Empereur de Chine, 1843. Bien que ses romans et pièces de théâtres n'aient pas connu le succès qu'il souhaitait, Andersen a tout de même été apprécié et reconnu de son vivant dans son pays grâce à ses contes pour enfants traduits et appréciés dans le monde entier, mais aussi grâce à sa personnalité étrange et attachante.
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Buchvorschau
Dori - Hans Christian Andersen
Nun wird alles anders
Von Cavandone, dem kleinen Dorf, das sich an den waldbewachsenen Monte Rosso schmiegt, führt an alten Kastanienbäumen und rauschenden Bergwassern entlang der Weg nach Suna hinunter. Auf halber Höhe steht ein weißes Kirchlein, von dem aus man einen herrlichen Blick über den blauen See genießt.
Dort stand an einem sonnigen Morgen der deutsche Maler Maurizius und schaute schweigend auf das dunkelblaue Wasser.
„Willst du denn gar nicht malen heute?", fragte die kleine Dori den Vater verwundert.
Der Maler wandte sich einen Augenblick ab, packte seine Geräte zusammen und sagte dann zu Dori: „Komm, wir gehen zur Mutter. Ich muss mit ihr sprechen."
Der Maler eilte mit seinem Kind den Berg hinan, als müsste er schnell ausführen, was er sich vorgenommen hatte. Auf der Terrasse des kleinen Hauses, das auf einem Felsvorsprung erbaut war, saß die Frau des Malers bei ihrer Arbeit.
Eben kam der Vater mit Dori heran. „Erwin, rief seine Frau entsetzt, „wie siehst du aus! Oh, du bist krank!
„Mir ist nicht recht wohl, entgegnete der Maler. „Du musst dich aber nicht so aufregen, liebe Dorothea. Ich werde mich ein wenig hinlegen, dann wird’s besser werden.
Kurze Zeit später saß Frau Dorothea am Bett ihres Mannes. Es ließ sich nicht mehr verbergen, dass ihr Mann viel kränker war, als er selbst zugeben wollte. Dori musste fortgeschickt werden, den Arzt aus Suna zu holen.
Aber der Doktor konnte nicht mehr helfen. Als der Abendschein in die stille Stube hineinglänzte, kniete Frau Dorothea am Bett ihres Mannes und hatte ihren Kopf auf seine gefalteten Hände gelegt Das Kind neben ihr weinte, denn es verstand wohl, dass der Vater für immer seine Augen geschlossen hatte.
Eine Woche war dahingegangen, seit in dem kleinen Haus die große Trauer eingekehrt war. Die Mutter saß auf der Terrasse und nähte. Von Zeit zu Zeit wischte sie eine Träne fort Dori saß neben ihr und strickte. Voller Sorge fragte nun das Kind: „Mutter, kannst du nie mehr zu weinen aufhören?"
„Ach, Kind, entgegnete sie verzagt, „wir sind ja nun ganz und gar verlassen.
„Aber es geht uns nicht allein so, meinte die Kleine verständig. „Gewiss geht es vielen Menschen noch viel schlechter ab uns. Denk nur an die Nachbarin! Gleich will ich hinlaufen! Vielleicht kann ich ihr ein wenig helfen.
Die Mutter hatte nichts dagegen, dass Dori zu der alten Maja gehen wollte. Und das Kind rannte davon.
Bei der Alten musste heute etwas Besonderes vorgehen. Sonst war es immer so still um das kleine Haus herum. Jetzt hörte Dori schon von weitem einen fürchterlichen Lärm. Das Mädchen machte die Tür auf. Am Herd stand die alte Maja. Auf der einen Seite hing ihr ein blasser Junge am Rock. Auf der anderen Seite blies ein kleiner stämmiger Kerl so gewaltig ins Feuer, dass die Funken flogen und als schwarze Asche ins Essen niederfielen. Daneben hockte schreiend ein kleines Mädchen.
„Warum hast du alle Kinder bei dir?", fragte Dori.
„Ach, du weißt noch nichts, jammerte die Alte, „ihr habt ja selbst genug Kummer! Meine Tochter Maria ist gestorben. Und da hat es der Beppo nicht mehr aushalten können. Er hat mir die Kinder gebracht und ist fortgelaufen. Er sagte, er könne da nicht mehr leben, wo die Maria gestorben ist.
„Kann man denn da gar nichts machen?", erkundigte sich Dori ernsthaft.
„Ich weiß es nicht, sagte Maja erschöpft „Da ist der Giacomo, der steht mir ständig im Wege und ist ganz verstockt. Der Benedetto richtet lauter Schaden an, und die Kieme hat gar keine Vernunft Sie ist so schnell wie ein Wiesel und läuft mir ständig davon, oder aber sie schreit weil die Brüder sie ärgern.
Dori berichtete zu Hause der Mutter. Frau Dorothea seufzte und meinte: „Mich wundert nur, dass auf dieser Welt überhaupt noch ein Mensch fröhlich sein kann."
„Aber Mutter, du warst doch früher auch fröhlich mit uns!" erinnerte Dori.
„Das ist für immer vorbei", entgegnete sie mutlos.
Dori überlegte Tag und Nacht. Dann hatte sie einen Einfall. Der Vater hatte sie selbst unterrichtet, und sie hatte viel gelernt, viel mehr als die Kinder bei dem alten Lehrer dort unten in Suna, dem die langen Ferien im Sommer das Wichtigste waren. Im Winter ließ er die Schule außerdem oft ausfallen, denn bei dem hohen Schnee kamen die Kinder von den verstreut liegenden Dörfchen doch nicht durch. Und wenn die Eltern ihre Kinder im Frühjahr und im Herbst in ihren Weingärten zur Arbeit brauchten, fiel es gar nicht weiter auf, wenn eins nie einen richtigen Unterricht genoss.
Den meisten Kindern bereitete dieser Umstand gewiss keinen Kummer. Aber Dori konnte gar nicht begreifen, dass es Menschen geben sollte, die nicht in der Lage waren, die vielen schönen Bücher zu lesen, die der Vater besaß, dass Leute nichts von dem lieben Gott und nichts von der schönen und bunten weiten Welt erfahren würden.
Nun konnte die alte Maja die Kinder in den Ferien ohnehin nicht in die Schule schicken, um sie für ein paar Stunden des Tages loszuwerden. Und was im Herbst werden würde, wusste noch niemand. Warum sollte Dori den Enkelkindern der alten Maja also nicht das beibringen können, was sie selbst von ihrem Vater gelernt hatte? Die Großmutter würde ihre Ruhe haben, und die Kinder hätten auch noch einen Gewinn.
Frau Dorothea fand diesen Vorschlag gut, weil sie wusste, dass auch ihr Mann ihn gutgeheißen hätte. Die alte Maja war hocherfreut, nicht so die Kinder selbst.
Die erste Unterrichtsstunde fing nicht so an, wie Dori es sich gedacht hatte. Giacomo stellte sich in eine Ecke und schaute Dori mit finsteren schwarzen Augen an, rührte sich aber nicht von der Stelle. Detto machte Purzelbäume, statt sich an den Tisch zu setzen, und Marietta schoss wie ein Kreisel hin und her.
Dori sah ein, dass Schiefertafel und Griffel die drei nicht anzulocken vermochten. So versuchte sie es zuerst einmal mit einer Geschichte. Es dauerte gar nicht lange, da kamen die Enkel der Maja freiwillig herbei. Und als Dori ihnen die schönen Bilder in dem großen alten Buch zeigte, waren sie sogar bereit, sich artig an den Tisch zu setzen.
Dori erzählte eine zweite Geschichte. Aber da begann Giacomo zu schluchzen: „Die hat uns die Mutter auch immer erzählt."
„Oh, du armer Giacomo, sagte Dori und fasste den Jungen um. „Ich weiß schon, wie dir zu Mute ist. Mein Vater kommt auch nie wieder…
Und nun brach das Mädchen ebenfalls in Weinen aus. Giacomo hatte Doris Hand erfasst und hielt sie fest. Nun hatte er jemanden gefunden, der wusste, wie ihm ums Herz war. Zum ersten Mal seit dem schrecklichen Tag, da die Mutter die Augen geschlossen hatte, fühlte Giacomo das schwere Gewicht, das auf seinem Herzen lag, etwas leichter werden.
Sobald Dori am nächsten Tag in Sicht war, kam Giacomo ihr entgegengelaufen. Aber auch Detto und Marietta kamen freiwillig herbei. Es dauerte gar nicht lange, da fanden die beiden Buben doch Gefallen daran, etwas zu lernen. Die fünfjährige Marietta brauchte noch keine Buchstaben zu schreiben und Wörter zu lesen.
