Entdecken Sie mehr als 1,5 Mio. Hörbücher und E-Books – Tage kostenlos

Ab $11.99/Monat nach dem Testzeitraum. Jederzeit kündbar.

Tagebuch reloaded: Schreibimpulse von A bis Z
Tagebuch reloaded: Schreibimpulse von A bis Z
Tagebuch reloaded: Schreibimpulse von A bis Z
eBook194 Seiten1 Stunde

Tagebuch reloaded: Schreibimpulse von A bis Z

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Vorschau lesen

Über dieses E-Book

In »Tagebuch reloaded« räumt die Autorin radikal mit Vorurteilen gegenüber dem Tagebuchschreiben auf und verjagt die Langeweile aus den Zeilen. Ein Tagebuch ist für sie wie eine gute Freundin, wie ein verlässlicher Lebensbegleiter, eine analoge Oase im Ozean digitaler Überforderung. Doch wie anfangen? Und was überhaupt aufschreiben? Wie kann ich wissen, ob es sich für mich lohnt, ein Tagebuch zu führen? Wie finde ich heraus, ob es mein Leben bereichert, ihm neue Seiten abgewinnt und Räume öffnet? Angelika von Aufseß inspiriert mit ihren Schreibimulsen von A bis Z zu dieser neuen Art des Tagebuchschreibens. Jeder Buchstabe ist ein Anstoß, um Erfahrungen mit dem Aufschreiben zu sammeln. Die Vielfalt der Anregungen sowie die anschaulichen Beispiele berühmter und unbekannter Tagebuchschreiber:innen machen Schreiblaune. Sie wecken die Neugier auf das Schreiben an sich selbst.
SpracheDeutsch
HerausgeberVandenhoeck & Ruprecht
Erscheinungsdatum13. Okt. 2025
ISBN9783647992440
Tagebuch reloaded: Schreibimpulse von A bis Z
Autor

Angelika von Aufseß

Angelika von Aufseß, Diplom-Psychologin und Psychoonkologin, ist freiberuflich tätig als Autorin, zertifizierte Schreibgruppenleiterin und Beraterin für eine psychoonkologische App (Living Well Plus).

Ähnliche Autoren

Ähnlich wie Tagebuch reloaded

Ähnliche E-Books

Persönliches Wachstum für Sie

Mehr anzeigen

Verwandte Kategorien

Rezensionen für Tagebuch reloaded

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    Tagebuch reloaded - Angelika von Aufseß

    EINFÜHRUNG

    EINFÜHRUNG

    Täte sich ein Mensch dürfen trauen, dann könnte es ihm sicher gefallen, an sich selbst zu schreiben. Er könnte sich daran erfreuen, eines Tages in seinem Leben zu blättern wie in einem Buch, dessen Autor:in das Ich vergangener Zeiten ist. Er könnte Erlebnisse zurückholen, könnte Gefühlen nachspüren, würde seiner Erinnerung auf die Sprünge helfen. Oder einfach Dampf ablassen. Oder spielen. Oder dokumentieren. Oder …

    Im Lauf der Zeit würde dieser Mensch sich selbst besser kennenlernen. Er würde überraschende Seiten an sich entdecken, Seiten, die erst vom Licht des Schreibens geweckt wurden. Er wäre befremdet, berührt, begeistert. Dafür jedoch müsste er sich zu dürfen getraut haben.

    Als Pippi Langstrumpf von Annika gefragt wird, ob sie Klavier spielen könne, antwortet sie: Ich weiß es nicht, ich habe es noch nie probiert. So ist das mit dem Tagebuchschreiben. Man muss es probieren, um herauszufinden, ob es das Leben bereichert, es verändert, ihm neue Seiten abgewinnt und Räume öffnet.

    Nicht jeder Versuch gelingt sofort. Diffuse Ansprüche oder die Angst vor dem leeren Blatt verhindern das Wollen-Dürfen. Und viele Menschen wissen einfach nicht, welche Form des Notierens, Skizzierens, Aufschreibens für sie die passendste ist.

    Dafür gibt es jetzt das A bis Z des Tagebuchschreibens! Jeder Buchstabe ein Experiment, eine Anregung, um Erfahrungen mit dem Aufschreiben zu sammeln. Ein Arbeits- und Spielbuch mit der offiziellen Erlaubnis, nach Lust und Laune damit zu experimentieren.

    Vielleicht ergeht es Ihnen wie dem Kind, das in der Kita die Erzieherin fragt: »Muss ich heute wieder machen, was ich will?« Ja, genau! Zum Glück dürfen Sie mit den Impulsen in diesem Buch nicht nur machen, was Sie wollen, sondern auch herausfinden, welche Art, welcher Stil von Tagebuch zu Ihnen und zur jeweiligen Situation am besten passt. Es liegt ausschließlich in Ihrem Ermessen, ob Sie zwischen den Buchstaben hin und her springen oder von A bis Z alle Schreibimpulse kennenlernen oder Buchstaben überspringen und andere beliebig oft wiederholen. Dieses Buch soll Ihnen Lust machen auf das Aufschreiben, egal, ob es sich um BANALE Tage, GESCHÖNTE Wochen, ZUKÜNFTIGE Stunden, ein YESTERDAY-Jahr zum Erinnern oder INTIME Geständnisse handelt. Sie werden bei jedem Schreibimpuls Querverweise finden, gekennzeichnet durch A bis Z, die ein Thema ergänzen oder mit einem neuen Blick aufgreifen. Das Aufschreiben im Tagebuch ähnelt einem Haus, das stetig Räume hinzugewinnt: einen Wintergarten, ein neues Badezimmer, ein Gäste-WC, eine Dachterrasse, einen Vorratskeller, einen Geräteschuppen oder Durchbrüche und Türen, die nach draußen führen. Dazu kommen vielleicht: ein Gewächshaus, eine schattige Terrasse, ein Morgenbalkon und immer wieder lauschige Gartenplätze oder zarte Räume im Wipfel der Tanne. Und gelegentlich braucht es eine umfassende Renovierung, weil sich die Lebensumstände ändern (siehe auch AUSDAUERND) oder der Bedarf. Weniger metaphorisch kann man sagen, dass sich der Fächer des Aufschreibens weit aufspannt: vom Entlasten über das Reflektieren bis hin zum Spiel oder zur literarischen Fingerübung. Die Grenzen verschwimmen, Übergänge sind fließend. So lässt sich nicht jeder Impuls messerscharf von einem anderen trennen, Ähnlichkeiten und Wiederholungen nicht ausgeschlossen, wenngleich jeder Buchstabe seinen eigenen Fokus hat.

    Lassen Sie sich einladen, mit Papier und Stift – wenn nötig auch mit dem digitalen Notizbuch – am Schreiben so viel Vergnügen zu finden, dass Sie gar nicht mehr damit aufhören mögen! Warum? Manfred Krug wird in einem Artikel der »Süddeutschen Zeitung« zitiert mit dem kryptischen Satz: »Was ich heute nicht aufschreibe, werde ich morgen nicht erlebt haben« (SZ vom 5./6. Februar 2022).

    Wer überzeugten Diarist:innen zuhört, wird immer wieder auf diese Leidenschaft für das Schreiben an und für sich selbst stoßen. In den vorliegenden 26 Impulsen möchte ich Ihnen mit Beispielen und Übungen Appetit machen, sich von dieser Leidenschaft anstecken zu lassen – in welcher Form auch immer! Haus und Garten in der Tagebuchstraße 1 heißen Sie herzlich willkommen!

    »Arg. Heute nichts geschrieben, morgen keine Zeit.«

    Franz Kafka

    AUSDAUERND

    AUSDAUERND

    Das Schwierigste zuerst. Der Anspruch hängt hoch. Ausdauernd Tagebuch schreiben klingt nach Routine, Ritual, Regelmäßigkeit. Nach einem Buch oder einem Heft, das man jeden Tag aufschlägt, egal wie ereignislos der Tag und wie trostlos der Text ist, den man weder aufschreiben noch jemals wieder lesen will.

    Ausdauernd. Bilder von Marathonläufer:innen tauchen auf. Die ausgemergelte Schreiberin mit von Sorgen zerfurchter Stirn. Sie gibt ihre letzte Tinte, und das Ergebnis? Kann sich nicht einmal sehen lassen, weil zu BANAL und/oder zu INTIM, als dass jemals jemand die Folgen der Ausdauerleistung anerkennend würdigen würde. Posthum vielleicht.

    Warum also ausdauernd und in welcher Weise ausdauernd?

    Ein beeindruckendes Modell für Ausdauer (und Veränderung!) ist Sigrid M. Zum Zeitpunkt unseres Gespräches über das Tagebuchschreiben ist sie 93. Mit Mitte vierzig beginnt sie, die Ereignisse eines Tages, die Begegnungen und Besonderheiten zu notieren und ihnen eine sprachlich appetitliche Form zu geben. Sie führte über viele Jahre eine Chronik täglicher Ereignisse in Kalenderform (ein Tag pro Seite), siehe auch FAKTISCHES Schreiben. Zum Lesen, Schreiben, zu Sprache im Allgemeinen hat sie schon immer ein inniges Verhältnis. Als ihr Ehemann pflegebedürftig wird, ändert sich die Funktion ihres Tagebuchrituals. Es wird ihr zur Insel im Meer der Fremdbestimmung, ihre Oase, ihr Ort für kostbare Zeit nur für sich selbst und ihre Gedanken und Gefühle. Die Fakten werden zwar weiterhin notiert, um dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, doch zunehmend wird das Tagebuch zum Ort für Reflexion, zur Klagemauer, zu einem geduldigen Gegenüber. Spätestens nach dem Tod ihres Ehemanns wandelt sich ihr Tagebuch noch mehr. Die Kalender haben ausgedient. Farbige und ästhetisch ansprechende Bücher beherbergen jetzt ihre Gedanken und Gefühle. Als Neunzigjährige, deren Hände nicht mehr so wollen, diktiert sie ihrem iPad, was sie zu sagen hat, und feilt an jedem Text, ehe sie ihn ausdruckt und abheftet. Seit Kurzem klebt sie Fotos und Bilder in ihr ausgedrucktes Tagebuch. Inzwischen hat sie sich längst vom pflichtbewussten Tageseintrag verabschiedet. Sie schreibt aus Freude und aus Lust am Ausdruck, aus dem Bedürfnis nach Mitteilung, nach Entlastung und Reflexion. Manchmal blättert sie in den Seiten, manchmal fragt sie sich, was nach ihrem Tod mit den Tagebüchern passieren soll (siehe auch INTIM). Immer jedoch hat sie auch mit 93 Jahren den Drang, weiterzuschreiben, einfach ausdauernd weiterzuschreiben.

    Ähnlich formuliert es Martin S., der vor 53 Jahren begonnen hat, seine Gedanken dem Tagebuch anzuvertrauen. Dem Heranwachsenden half damals das Schreiben im Tagebuch dabei, sich in der Welt zu verorten. Er setzte sich schreibend mit seinem katholischen Glauben auseinander und suchte nach seinem persönlichen moralischen Kompass. Was ist richtig? Was ist falsch? Was sind meine Werte? Welche dürfen bleiben und welche müssen von Bord gehen? Ein halbes Jahrhundert später – er ist inzwischen im Ruhestand – durchforstet er sein aufgeschriebenes Leben (siehe auch WIEDERLESEND) und nutzt sein Logbuch (siehe auch FAKTISCH) – so nennt er es selbst – für ein schriftstellerisches Projekt.

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1