Tagebuch reloaded: Schreibimpulse von A bis Z
()
Über dieses E-Book
Angelika von Aufseß
Angelika von Aufseß, Diplom-Psychologin und Psychoonkologin, ist freiberuflich tätig als Autorin, zertifizierte Schreibgruppenleiterin und Beraterin für eine psychoonkologische App (Living Well Plus).
Ähnlich wie Tagebuch reloaded
Ähnliche E-Books
Die Leichtigkeit des Schreibens: Anregungen und Methoden für Tagebuch und freies Schreiben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Seelenfeder: Wie wir durch Schreiben wieder in Kontakt mit uns selbst kommen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Tempel in Darjeeling: Eine Reise in Bildern in das Land der Phantasie zur Erholung, Regeneration und Neuorientierung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEmotions-Deskription: Über eigene Gefühle schreiben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWar ich das?: Geschichten vom Großwerden Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPotential für Kreative: Wie du Risiken mutig eingehst und eine bemerkenswerte Karriere machst Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Stille zwischen den Worten: 10 Minuten Freies Schreiben nach Impulsen und Sinnbildern Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKleine kreative SchreibFreuden: Inspiration für SchreibFreundinnen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNeustart: LEBE DEN TRAUM Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSchreiben macht glücklich! Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPure Book Journal Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie fast vergessene Kunst des Briefeschreibens Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSchreib dein Ding!: Authentisch, achtsam, kreativ. Dein eigenes Buch – der Weg zu dir selbst Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBuch schreiben lernen: Schritt für Schritt Anleitung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVom Prosakuchen zum Lyrikparfait: Die Autoren der Burghauser Schreibwerkstatt bitten zu Tisch Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Leichtigkeit des Anderssein: Ein Tagebuch Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZum Perlenlicht: Eine wundersame Schreibkur - Autobiografische Miniaturen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKreatives und therapeutisches Schreiben: Ein Arbeitsbuch Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTagebuchblätter: 2015-2019 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLeid kreativ wandeln: Biografisches Schreiben in Krisenzeiten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Persönliches Wachstum für Sie
Die subtile Kunst des Daraufscheißens Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIntuition - die geheimnisvolle Kraft: So nehmen Sie Ihre innere Stimme wahr und verwirklichen Ihre Träume Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWenn die Seele durch den Körper spricht: Psychosomatische Störungen verstehen und heilen Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Stroh im Kopf?: Vom Gehirn-Besitzer zum Gehirn-Benutzer Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Weniger ist mehr - Wege aus Überfluss und Überforderung: Ein SPIEGEL E-Book Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Das innere Archiv: Steigern Sie Ihre Intelligenz durch nachhaltiges Gehirnmanagement Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Unfuck Yourself: Raus aus dem Kopf, rein ins Leben! Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Positives Denken von A bis Z: So nutzen Sie die Kraft des Wortes, um Ihr Leben zu ändern Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Warum lernst du kein Deutsch ?! Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Texte schreiben: 50 Vorlagen von der Textagentur etexter Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Die Wissenschaft des Reichwerdens Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Menschen lesen: Ein FBI-Agent erklärt, wie man Körpersprache entschlüsselt Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Die 9 Archetypen der Frau: Ein inspirierendes Werk zur Stärkung deiner Ressourcen Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Das Charisma-Geheimnis: Wie jeder die Kunst erlernen kann, andere Menschen in seinen Bann zu ziehen Bewertung: 3 von 5 Sternen3/5Eat that Frog: 21 Wege, wie Sie in weniger Zeit mehr erreichen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWie wir denken, so leben wir: As A Man Thinketh Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Ausdrucksweise Verbessern Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPsychologie für Einsteiger: Die Grundlagen der Psychologie einfach erklärt - Menschen verstehen und manipulieren Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Konflikte lösen durch Gewaltfreie Kommunikation: Ein Gespräch mit Gabriele Seils Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Erfinde Dich Neu: Verändere deine Verhaltensmuster und werde glücklicher, produktiver und besser als je zuvor Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGefühle & Emotionen - Eine Gebrauchsanweisung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLukrez: Über die Natur der Dinge Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUnsere Kinder brauchen uns: Wie Eltern sich ihre Rolle zurückerobern Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Tagebuch reloaded
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Tagebuch reloaded - Angelika von Aufseß
EINFÜHRUNG
EINFÜHRUNG
Täte sich ein Mensch dürfen trauen, dann könnte es ihm sicher gefallen, an sich selbst zu schreiben. Er könnte sich daran erfreuen, eines Tages in seinem Leben zu blättern wie in einem Buch, dessen Autor:in das Ich vergangener Zeiten ist. Er könnte Erlebnisse zurückholen, könnte Gefühlen nachspüren, würde seiner Erinnerung auf die Sprünge helfen. Oder einfach Dampf ablassen. Oder spielen. Oder dokumentieren. Oder …
Im Lauf der Zeit würde dieser Mensch sich selbst besser kennenlernen. Er würde überraschende Seiten an sich entdecken, Seiten, die erst vom Licht des Schreibens geweckt wurden. Er wäre befremdet, berührt, begeistert. Dafür jedoch müsste er sich zu dürfen getraut haben.
Als Pippi Langstrumpf von Annika gefragt wird, ob sie Klavier spielen könne, antwortet sie: Ich weiß es nicht, ich habe es noch nie probiert. So ist das mit dem Tagebuchschreiben. Man muss es probieren, um herauszufinden, ob es das Leben bereichert, es verändert, ihm neue Seiten abgewinnt und Räume öffnet.
Nicht jeder Versuch gelingt sofort. Diffuse Ansprüche oder die Angst vor dem leeren Blatt verhindern das Wollen-Dürfen. Und viele Menschen wissen einfach nicht, welche Form des Notierens, Skizzierens, Aufschreibens für sie die passendste ist.
Dafür gibt es jetzt das A bis Z des Tagebuchschreibens! Jeder Buchstabe ein Experiment, eine Anregung, um Erfahrungen mit dem Aufschreiben zu sammeln. Ein Arbeits- und Spielbuch mit der offiziellen Erlaubnis, nach Lust und Laune damit zu experimentieren.
Vielleicht ergeht es Ihnen wie dem Kind, das in der Kita die Erzieherin fragt: »Muss ich heute wieder machen, was ich will?« Ja, genau! Zum Glück dürfen Sie mit den Impulsen in diesem Buch nicht nur machen, was Sie wollen, sondern auch herausfinden, welche Art, welcher Stil von Tagebuch zu Ihnen und zur jeweiligen Situation am besten passt. Es liegt ausschließlich in Ihrem Ermessen, ob Sie zwischen den Buchstaben hin und her springen oder von A bis Z alle Schreibimpulse kennenlernen oder Buchstaben überspringen und andere beliebig oft wiederholen. Dieses Buch soll Ihnen Lust machen auf das Aufschreiben, egal, ob es sich um BANALE Tage, GESCHÖNTE Wochen, ZUKÜNFTIGE Stunden, ein YESTERDAY-Jahr zum Erinnern oder INTIME Geständnisse handelt. Sie werden bei jedem Schreibimpuls Querverweise finden, gekennzeichnet durch A bis Z, die ein Thema ergänzen oder mit einem neuen Blick aufgreifen. Das Aufschreiben im Tagebuch ähnelt einem Haus, das stetig Räume hinzugewinnt: einen Wintergarten, ein neues Badezimmer, ein Gäste-WC, eine Dachterrasse, einen Vorratskeller, einen Geräteschuppen oder Durchbrüche und Türen, die nach draußen führen. Dazu kommen vielleicht: ein Gewächshaus, eine schattige Terrasse, ein Morgenbalkon und immer wieder lauschige Gartenplätze oder zarte Räume im Wipfel der Tanne. Und gelegentlich braucht es eine umfassende Renovierung, weil sich die Lebensumstände ändern (siehe auch AUSDAUERND) oder der Bedarf. Weniger metaphorisch kann man sagen, dass sich der Fächer des Aufschreibens weit aufspannt: vom Entlasten über das Reflektieren bis hin zum Spiel oder zur literarischen Fingerübung. Die Grenzen verschwimmen, Übergänge sind fließend. So lässt sich nicht jeder Impuls messerscharf von einem anderen trennen, Ähnlichkeiten und Wiederholungen nicht ausgeschlossen, wenngleich jeder Buchstabe seinen eigenen Fokus hat.
Lassen Sie sich einladen, mit Papier und Stift – wenn nötig auch mit dem digitalen Notizbuch – am Schreiben so viel Vergnügen zu finden, dass Sie gar nicht mehr damit aufhören mögen! Warum? Manfred Krug wird in einem Artikel der »Süddeutschen Zeitung« zitiert mit dem kryptischen Satz: »Was ich heute nicht aufschreibe, werde ich morgen nicht erlebt haben« (SZ vom 5./6. Februar 2022).
Wer überzeugten Diarist:innen zuhört, wird immer wieder auf diese Leidenschaft für das Schreiben an und für sich selbst stoßen. In den vorliegenden 26 Impulsen möchte ich Ihnen mit Beispielen und Übungen Appetit machen, sich von dieser Leidenschaft anstecken zu lassen – in welcher Form auch immer! Haus und Garten in der Tagebuchstraße 1 heißen Sie herzlich willkommen!
»Arg. Heute nichts geschrieben, morgen keine Zeit.«
Franz Kafka
AUSDAUERND
AUSDAUERND
Das Schwierigste zuerst. Der Anspruch hängt hoch. Ausdauernd Tagebuch schreiben klingt nach Routine, Ritual, Regelmäßigkeit. Nach einem Buch oder einem Heft, das man jeden Tag aufschlägt, egal wie ereignislos der Tag und wie trostlos der Text ist, den man weder aufschreiben noch jemals wieder lesen will.
Ausdauernd. Bilder von Marathonläufer:innen tauchen auf. Die ausgemergelte Schreiberin mit von Sorgen zerfurchter Stirn. Sie gibt ihre letzte Tinte, und das Ergebnis? Kann sich nicht einmal sehen lassen, weil zu BANAL und/oder zu INTIM, als dass jemals jemand die Folgen der Ausdauerleistung anerkennend würdigen würde. Posthum vielleicht.
Warum also ausdauernd und in welcher Weise ausdauernd?
Ein beeindruckendes Modell für Ausdauer (und Veränderung!) ist Sigrid M. Zum Zeitpunkt unseres Gespräches über das Tagebuchschreiben ist sie 93. Mit Mitte vierzig beginnt sie, die Ereignisse eines Tages, die Begegnungen und Besonderheiten zu notieren und ihnen eine sprachlich appetitliche Form zu geben. Sie führte über viele Jahre eine Chronik täglicher Ereignisse in Kalenderform (ein Tag pro Seite), siehe auch FAKTISCHES Schreiben. Zum Lesen, Schreiben, zu Sprache im Allgemeinen hat sie schon immer ein inniges Verhältnis. Als ihr Ehemann pflegebedürftig wird, ändert sich die Funktion ihres Tagebuchrituals. Es wird ihr zur Insel im Meer der Fremdbestimmung, ihre Oase, ihr Ort für kostbare Zeit nur für sich selbst und ihre Gedanken und Gefühle. Die Fakten werden zwar weiterhin notiert, um dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, doch zunehmend wird das Tagebuch zum Ort für Reflexion, zur Klagemauer, zu einem geduldigen Gegenüber. Spätestens nach dem Tod ihres Ehemanns wandelt sich ihr Tagebuch noch mehr. Die Kalender haben ausgedient. Farbige und ästhetisch ansprechende Bücher beherbergen jetzt ihre Gedanken und Gefühle. Als Neunzigjährige, deren Hände nicht mehr so wollen, diktiert sie ihrem iPad, was sie zu sagen hat, und feilt an jedem Text, ehe sie ihn ausdruckt und abheftet. Seit Kurzem klebt sie Fotos und Bilder in ihr ausgedrucktes Tagebuch. Inzwischen hat sie sich längst vom pflichtbewussten Tageseintrag verabschiedet. Sie schreibt aus Freude und aus Lust am Ausdruck, aus dem Bedürfnis nach Mitteilung, nach Entlastung und Reflexion. Manchmal blättert sie in den Seiten, manchmal fragt sie sich, was nach ihrem Tod mit den Tagebüchern passieren soll (siehe auch INTIM). Immer jedoch hat sie auch mit 93 Jahren den Drang, weiterzuschreiben, einfach ausdauernd weiterzuschreiben.
Ähnlich formuliert es Martin S., der vor 53 Jahren begonnen hat, seine Gedanken dem Tagebuch anzuvertrauen. Dem Heranwachsenden half damals das Schreiben im Tagebuch dabei, sich in der Welt zu verorten. Er setzte sich schreibend mit seinem katholischen Glauben auseinander und suchte nach seinem persönlichen moralischen Kompass. Was ist richtig? Was ist falsch? Was sind meine Werte? Welche dürfen bleiben und welche müssen von Bord gehen? Ein halbes Jahrhundert später – er ist inzwischen im Ruhestand – durchforstet er sein aufgeschriebenes Leben (siehe auch WIEDERLESEND) und nutzt sein Logbuch (siehe auch FAKTISCH) – so nennt er es selbst – für ein schriftstellerisches Projekt.
