Ich glaube: Glaubenszeugnisse von Menschen wie du und ich
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Über dieses E-Book
Fragen über den persönlichen Glaubensweg, die eigene Beziehung zur Kirche und zum Glauben, den Glaubensalltag, Jugend und Glaube sowie die Zukunft der Kirche sind oft gar nicht so einfach zu beantworten. Darüber zu sprechen erfordert Reflexion, Offenheit und Mut. '100 Mio. EUR oder das ewige Leben'? Haben sich alle InterviewpartnerInnen für das ewige Leben entschieden? Die Interviews geben sehr persönliche und authentische Einblicke in das Glaubensleben von Menschen wie du und ich.
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Buchvorschau
Ich glaube - Stefan Manahl
EINLEITUNG
Die Idee für dieses Buch kam mir Ende 2024 im Zuge meiner Überlegungen für die Gestaltung der Firmvorbereitung. Wie kann man Jugendliche dazu animieren, über ihren eigenen Glauben nachzudenken und so eine bewusste eigene Entscheidung für die Mitgliedschaft in der Kirche zu treffen?
Wenn die Jugendlichen, so die Idee, mit anderen Menschen über deren Glauben sprechen, fällt es ihnen leichter, über ihren eigenen Glauben nachzudenken: Ist das, was ich glaube, auch das, was ein anderer glaubt? Bin ich ungläubig, wenn ich nicht jedem Detail der kirchlichen Lehre folgen kann? Zweifle nur ich manchmal, ob es Gott wirklich gibt, oder geht es anderen genauso?
Diese und ähnliche Fragen kann man sich stellen, wenn man den eigenen Glauben hinterfrägt und vor der Entscheidung steht, ob man ihn im Sakrament der Firmung bejahen und bestärken möchte.
Im Rahmen der Firmvorbereitung habe ich mit 14 Jugendlichen aus den Pfarren Viechtwang und Scharnstein einen Interview-Gesprächsleitfaden entwickelt mit Fragen, die die Jugendlichen interessieren und deren Antworten ihnen helfen sollen, den eigenen Glauben zu reflektieren. Die Fragen drehen sich dabei um die Themen persönlicher Glaubensweg, die eigene Beziehung zur Kirche und zum Glauben, Glaubensalltag, Jugend und Glaube sowie Zukunft der Kirche.
Unsere Interviewpartner waren gläubige Katholiken aus der eigenen Pfarre, aber auch aus umliegenden Pfarren. Um Menschen unterschiedlicher Altersklassen zu erreichen, haben wir jeweils 5 Personen im Alter unter 30, von 30 bis 60 und über 60 Jahren interviewt. Jeder Firmkandidat hat ein Interview geführt, manchmal haben sich auch zwei Firmkandidaten zusammengetan. Die Interviews wurden der Einfachheit halber im Dialekt geführt und anschließend möglichst originalgetreu ins Hochdeutsche übertragen.
Zum Schutz der Persönlichkeit der Interviewpartner und weil der persönliche Glaube eine sensible Angelegenheit ist, haben wir die Vornamen der Interviewpartner anonymisiert und durch fiktive Vornamen ersetzt. Es soll nicht im Vordergrund stehen, WER etwas gesagt hat, sondern WAS gesagt wurde.
Die Interviews sollen authentische Einblicke in den persönlichen Glauben von Menschen unterschiedlicher Altersklassen geben, die sehr offen und ehrlich ihren Glauben in den Interviews dargelegt haben. Dafür möchte ich allen Interviewpartnern recht herzlich danken. Mein Dank gilt aber auch den Firmkandidaten, die sich auf dieses Projekt eingelassen haben. Interviews mit großteils fremden Personen zu führen, bedarf für die meisten Jugendlichen einer großen Überwindung. Dass hier alle mitgemacht haben, ist nicht selbstverständlich und ich freue mich, dass es gelungen ist. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass auch Sie das eine oder andere für Ihren Glauben oder Ihr Leben aus den Interviews ableiten können.
Unseren Firmkandidaten wünsche ich alles Gute und Gottes Segen für Ihren weiteren Lebens- und Glaubensweg, und ich hoffe, dass sie sich gerne an die gemeinsame Firmvorbereitung und die Firmung zurückerinnern.
Stefan Manahl
(Firmbegleiter)
Sophie
<30 Jahre ledig, keine Kinder Studentin
Interviewer: Jonas Ring
Wie bist Du zum Glauben gekommen?
Durch meine Eltern oder durch mein Umfeld.
Teilen Deine Eltern den selben Glauben wie Du? Wie stark haben sie Dich in Deinem Glauben beeinflusst?
Ja. Bei der Erstkommunion hatten sie noch viel Entscheidungskraft, aber bei der Firmung habe ich alles selbst entschieden.
Wann hast Du das erste Mal bewusst über Deinen Glauben nachgedacht?
Bewusst erst bei der Firmung oder der Firmvorbereitung; bei der Erstkommunion noch nicht so, da habe ich das eher als witzig empfunden.
Bist Du als Kind gerne in die Kirche gegangen?
Ich war Ministrantin. Eigentlich bin ich schon gerne in die Kirche gegangen, aber es gab auch besondere Anlässe wie Ostern oder Weihnachten oder Hochzeiten, wo man besonders gerne hingegangen ist.
Gibt es Erfahrungen oder Erlebnisse in Deinem Leben, die Deinen Glauben besonders geprägt oder gestärkt haben?
Ja sicher gibt es immer wieder Momente, wo ich merke, dass der Glaube stärker ist oder nicht. Aber einen besonderen Moment gab es noch nicht.
Gab es auch Zeiten oder Situationen, in denen Du nicht an Gott geglaubt hast oder wo Dein Glaube auf die Probe gestellt wurde?
Nicht an Gott geglaubt: nein, aber stark daran gezweifelt: ganz sicher. Zum Beispiel wie mein Opa gestorben ist oder wie etwas Tragisches passiert ist. Aber dass ich mir sicher gewesen wäre, dass es ihn gar nicht gibt, eigentlich nicht, nein.
Und wie bist Du mit diesen Zweifeln umgegangen?
Viel darüber reden mit der Familie und mit meinen Freunden.
Hast Du schon einmal überlegt, aus der Kirche auszutreten oder zu einer anderen Glaubensgemeinschaft zu wechseln und wenn ja, warum?
Nein, weil ich glaube, dann wäre ich enterbt. Nein, Scherz. Nein, ich habe noch nie darüber nachgedacht, aus der Kirche auszutreten.
Hat sich Dein Glaube im Laufe der Zeit verändert und wenn ja, wie?
Ganz sicher. Von Kind auf haben wir den Glauben von allen Seiten der Familie mitgekriegt und jetzt habe ich mich selber für den Glauben entschieden und dass ich auch ein aktiver Teil der Kirche sein möchte. Also hat sich mein Glaube sicher weiterentwickelt, vor allem im der Stärke und wie der Glaube Anteil an meinem Leben hat.
Ist die Kirche wichtig für Dich? Welche Rolle spielt die Kirche in Deinem Leben?
Ein große Rolle. Weil ich auch ehrenamtlich in der Kirche, der Jungschar und der Jugend tätig bin, ist sie schon ein fester Bestandteil eines Wochenendes oder meiner Freizeit.
Welche Erwartungen hast Du an die Kirche?
Dass sie sich weiterentwickelt mit der Gesellschaft und man höhere Ansprüche an die „Machthabenden" stellt.
Wie gehst Du mit Menschen um, die einen anderen oder keinen Glauben haben?
Ich respektiere sie. Du kannst keinem Menschen vorschreiben, woran er glaubt oder ob er überhaupt an etwas glaubt. Wenn ich mehr über ihren Glauben erfahren will oder sie mehr über meinen Glauben erfahren wollen, dann rede ich einfach darüber. Aber an aller erster Stelle einfach respektieren.
Wie reagierst Du, wenn diese Menschen Deinen Glauben in Frage stellen oder kritisieren?
Früher als ich jünger war, habe ich mich zwar nicht geschämt, aber schon zurückgezogen, wenn es um dieses Thema ging. Aber jetzt gehe ich ganz offen damit nach außen und bin auch stolz darauf.
Was macht aus Deiner Sicht einen gläubigen Menschen aus?
Das kann ganz unterschiedlich sein. Entweder man geht jeden Sonntag in die Kirche oder man macht jeden Abend vor dem Zubettgehen ein Kreuzzeichen oder man denkt einfach an Gott, man spricht mit ihm oder weiß einfach, dass er da ist. Das kann ganz unterschiedlich sein.
Also muss man Deiner Meinung nach nicht in Kirche gehen, um gläubig zu sein?
Nein. Zum Beispiel arbeite ich neben meinem Studium und am Sonntag geht es in der Gastronomie nicht, dass ich um dreiviertel Zehn oder um viertel nach Zehn in die Kirche gehen kann. Ich bin dann zu den wichtigen Anlässen in der Kirche, aber ich kann meinen Glauben genauso auch außerhalb der Kirche z.B. auf Reisen mit Menschen, die ich gern habe, leben.
Warum ist der Glaube wichtig für Dich?
Weil er mich mein Leben lang schon begleitet und viele Freundschaften und Verbindungen damit verknüpft sind und weil es einfach schön ist, wenn immer wieder ein Fünkchen Hoffnung in allem stecken kann, wenn man an etwas glaubt.
Liest Du manchmal in der Bibel und wenn ja, wie oft?
Nein, das steht eigentlich nicht so auf meiner Tagesordnung.
Welche Rolle spielt das Gebet in Deinem Glaubensleben?
Wenn ich selber in der Kirche bin, schon eine große. Aber wenn ich alleine bin, brauche ich das Gebet nicht, um mit Gott verbunden zu sein, wenn ich ehrlich bin.
Gibt es ein Gebet oder ein Bibelzitat, das Dir besonders wichtig ist?
Ein Zitat von Katharina von Siena hat mich sehr berührt. Das ist „sei wer Du sein sollst und Du wirst die Welt in Brand setzten". Das finde ich eigentlich ganz cool, weil das sagt aus, dass man immer für sich einstehen soll und dass man mit Überzeugung und Herz und Willen etwas Richtiges bewegen kann.
Würde es Dein Leben verändern, wenn Du wüsstest, dass es Gott nicht gibt?
Schon eigentlich, weil mir das doch einen großen Teil meiner Freunde oder Menschen, die mir viel bedeuten, nähergebracht hat. Und auch sicher der Glaube und das ständige Weiterarbeiten haben etwas verändert.
Glaubst Du, dass Dich der Glaube zu einem besseren Menschen macht?
Ja schon, weil die Kirche ja einige gute Ansätze hat und da kann man sich daran festhalten und zu einem besseren Menschen werden.
Was denkst Du kommt nach dem Tod?
Hoffentlich ein Leben nach dem Tod. Das kann man sich ganz unterschiedlich vorstellen, ob es ein Paradies ist oder etwas Anderes. Ich hoffe auf jeden Fall, dass etwas danach kommt.
Beeinflusst Deine Vorstellung vom Leben nach dem Tod Dein Verhalten im Hier und Jetzt?
Nein, würde ich nicht sagen. Ich bin trotzdem ein Mensch, der viel erleben und in vollen Zügen ausleben will und nicht hoffen will, dass es auch nach dem Tod noch so gut weiter geht.
100 Mio. € oder das ewige Leben: Wofür würdest Du Dich entscheiden und warum?
Ich würde mich für das ewige Leben entscheiden. Geld ist zwar schön, aber es vergeht – der Glaube an etwas danach gibt mir viel mehr Halt und Hoffnung.
Warum gehen so wenige Jugendliche in die Kirche?
Schwierig. Aber ich verstehe es auch. Wenn man jugendlich ist, dann hat man am
