Über dieses E-Book
Ähnlich wie Der Sterngucker
Ähnliche E-Books
Ein devotes Geständnis Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNur keine Hemmungen - Sexgeschichten: Sex und Erotik Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSex around the clock: In Köln auf Gran und anderswo. Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAuf die Zwölf Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNebeneffekt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRundstücke: GAY EROTIK STORYS Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGay Hardcore 17: Der Möbelpacker Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Lust auf Mann Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHarte Tatsachen 3 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBlonde Schokolade Vol.1: Ein Roman über das Erwachsenwerden, über die erste große Liebe und eine Freundschaft. Lebendig, romantisch und sensibel. Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSchwarze Katze...und die Erinnerung aus dem Jenseits Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMännerspiele: Eine lustige und erotische Geschichte über eine Männerfreundschaft Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLoverboys 167: Nackt in Wien Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPrima, fein gemacht!: Geschichten, Kolumnen und rätselhafte Interviews Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMallorca - Aber bitte mit Sex!: Ein erotischer Sommerkurzroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungensucheMann@love.de Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLamaspucke Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSex, Sex und noch mehr Sexgeschichten! 3: Erotisches Ebook für Erwachsene Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Null ist auch nur eine Zahl: Zino Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPlay with me 8: Happy birthday Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Zwilling kommt niemals allein Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen6 Punkte zum Glück? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAusgeSEXt: Das Ende meines Glücks? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVom Mann zur Frau: Wundersame Kurzgeschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJulia Pink auf Mallorca Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenErotischer Roman - Mehr hart als zart... Teil 12: 10 Erotische Geschichten und Sexgeschichten für Erwachsene ab 18 Jahren Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAbseitsfalle Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein Mann, mein Liebhaber und ich Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGAYtastic 1: Sexgeschichten für echte Männer Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Schwulen-Literatur für Sie
Im Meer, zwei Jungen Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Klaus Mann: Der fromme Tanz – Roman einer Jugend: Neuausgabe 2020 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLuke & Tim - Bound Passion Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5GAYtastic 10: Schwule Sexgeschichten für echte Männer Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSchwule Jungs packen aus: Gay Erotik Storys Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Die Anderen 1: Das Dämonenmal Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Tentakeln des Glücks: Oskar und Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRundstücke: GAY EROTIK STORYS Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Leben zwischen den Sternen: Roman Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Getauscht und Gepoppt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Der Sterngucker
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Der Sterngucker - Ray Dorne
DIENST GANZ NAH AM KUNDEN
Mist. Schon wieder verschlafen! Ich laufe ins Bad, streife mir auf dem Weg die schwarz-weiß-gestreiften Boxershorts über meinen am Morgen wie immer halbsteifen Schwanz, der träge an vor mir herumwippt, greife zur Zahnbürste, drücke Zahnpasta auf die Borsten und putze mir die Zähne unter der Dusche, aus der allmählich warmes Wasser fließt. Während ich mit der einen Hand putze und der anderen Duschgel aus der Tube quetsche, entleere ich meine ziemlich volle Blase gezielt in den Ausguss, spucke die Zahnpasta aus, seife mich von oben bis unten ein, spüle mich kalt ab, so dass mein Schwanz beleidigt schrumpft, so dass er fast in meinem üppigen Busch – muss mich mal wieder dringend rasieren! – verschwindet und sich dort mit meinen Eiern trifft, wo die drei über mich ablästern.
Rasch zurück ins Schlafzimmer, blindlings ins Wäschefach gegriffen, eine Unterhose rausgefischt, in die Jeans gesprungen und ein T-Shirt übergestreift. Auf Socken verzichte ich.
Am brühheißen Kaffee verbrenne ich mir die Zunge, schiebe mir ein Knäckebrot zwischen die Zähne und verlasse knuspernd die Wohnung.
Erst als ich mich aufs Rad geschwungen habe, stelle ich fest: meine Unterhose kneift. Muss ich wohl in der Eile ein älteres Exemplar erwischt haben. Grrrmph! Während ich in die Stadt strample und meine Gerätschaften zwischen den Beinen mit jedem Tritt intensiver spüre, nehme ich mir vor – nicht zum ersten Mal übrigens! - tabula rasa in meiner Wäscheschublade zu machen. Alles, was zu eng geworden ist, kommt in die Altkleidersammlung. Von dort, so stelle ich es mir vor, werden meine Unterhosen entweder recycelt und bis auf die Fäden aufgelöst, oder sie kommen frisch gewaschen in irgendeine Kleiderkammer, wo sie dann an Bedürftige verteilt werden, die die Größe brauchen, die ich vor zwei Jahren noch hatte. Ich bezweifle, dass es meine Genitalien sind, die nennenswert an Umfang zugelegt haben und daher für das Unwohlsein unterhalb meines Bauchnabels sorgen. Wahrscheinlich habe ich die Boxerbriefs zu heiß gewaschen, und im Trockner ist sie dann endgültig zwei Nummern geschrumpft.
Die Vorstellung, dass irgendwo irgendjemand meine gebrauchten Unterhosen aufträgt, hat etwas … Anregendes.
Im Büro angekommen, gehe ich als erstes aufs Klo, schließe mich in die Kabine ein, ziehe die Jeans bis auf die Knie herunter und zupfe am Beinsaum meiner Briefs. Keine Erleichterung. Ich ziehe sie ebenfalls auf Schenkelmitte, dehne den Stoff, schiebe meine Faust hinein, ziehe sie wieder hoch, sortiere die Eier in der Mitte, richte den Schwanz nach oben, lasse den Busch an den Seiten herauswuchern. Höchste Zeit, ihn mal wieder zu trimmen. Aber es sind bestimmt nicht die Haare, die das Gefühl der Enge verursachen.
Abgesehen davon mag ich meinen Sack nicht besonders, wenn er total haarfrei ist. Zumindest nicht im Sommer. Er klebt dann immer an meinen Schenkeln fest.
Ich ziehe die Jeans wieder hoch, zerre am Reißverschluss, schließe den Gürtel vorsichtshalber im zweiten und nicht wie sonst im dritten Loch. Ich deute ein paar Kniebeugen an.
Keine spürbare Erleichterung.
Breitbeinig gehe ich zu meinem Platz, setze mich auf den Stuhl, rutsche soweit wie möglich unter die Schreibtischplatte und fummele erneut zwischen meinen Beinen herum.
„Ich an deiner Stelle würde ja lieber zu Hause wichsen."
Wie vom Blitz getroffen fahre ich herum. Hinter mir steht André, mein Kollege auf der anderen Seite des Schreibtisches, ein schiefes Grinsen im Gesicht. Er hat eine Freundin, trifft aber auch Männer, „weil ich gerne in Ärsche ficke und dabei die Eier meines Bottom quetsche, wie er mir freimütig bei einem Nachderarbeit-Bier gestanden hat. (Als ich ihn gefragt habe, was ein Bottom ist, hat er mich nur ungläubig angeschaut.) „Das kann mir meine Freundin nicht bieten.
„Wieso? Hat sie keinen Arsch?", habe ich ihn gefragt.
„Das schon. Aber keine Eier. Jedenfalls keine, die man befingern oder kneten könnte. Und außerdem steht sie nicht auf Arschficken. Mein Schwanz ist ihr einfach zu groß dafür."
„Angeber", sage ich und leere mein Bierglas.
„Willst du mal sehen? André grinst lüstern. „Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen. Sagen alle, die ihn schon gesehen haben.
„Später vielleicht", weiche ich aus.
Bis heute habe ich noch keinen Blick auf Andrés Schwanz geworfen.
„Ich wichse auch nicht, sage ich jetzt. „Meine Unterhose kneift.
„Dann zieh sie doch aus."
„Nee, lieber nicht. Meine Jeans scheuert mir dann alles auf."
„Wenn du immer nur die Sonderangebote kaufst – kein Wunder."
„Die war ziemlich teuer, stelle ich klar. „Und kratzt trotzdem.
„Hm. Leider habe ich keine Zweitunterhose in der Schreibtischschublade. Und dummerweise heute Morgen auch nicht eingepackt. Ich würde sie dir ja leihen."
„Danke, zu liebenswürdig von dir. Ich denke, ich werde die Mittagspause dazu nutzen, mir eine neue zu kaufen."
„Apropos Sonderangebote: Nimm einen Dreierpack, empfiehlt er mir. „Die sind günstiger als Einzelstücke.
„Danke für den Tipp", sage ich. Und fahre meinen Computer hoch.
*
Der Laden liegt in einer kleinen Seitenstraße direkt um die Ecke von unserem Büro. Ich gehe nur selten daran vorbei, weil ich aus der anderen Richtung zur Firma komme. Hätte ich mehr Zeit gehabt, wäre ich ins Kaufhaus gegangen. Aber das liegt zwanzig Gehminuten weit entfernt. Eine Zeitspanne, die ich meinen eingequetschten Genitalien nicht zumuten möchte.
Das Schaufenster ist nicht besonders groß und vollgestopft mit Boxershorts, Boxerbriefs, Slips, Tangas und G-Strings, die in einer hinteren Ecke an einer Stange aufgereiht sind. Drei Unterhosen-Dummies stehen links, mittig und rechts dazwischen – abgesägte Schenkel, abgesägter Rumpf. T-Shirts, Achselhemden und Socken in allen möglichen Farben und Mustern ergänzen das Angebot.
Ich öffne die Tür und betrete einen nicht sehr hellen Raum. Die Glocke über mir klingelt. Ein junger Mann, Mitte zwanzig vielleicht, taucht zwischen zwei Vorhanghälften aus einem Hinterzimmer auf.
„Hallo. Was soll‘s sein?"
„Einmal Currywurst mit Pommes", sage ich.
Er schaut mich an, als hätte ich nicht alle Tassen im Schrank.
„War‘n Witz", stelle ich klar.
„Ach so", sagt er.
„Ich brauche eine Unterhose", fahre ich fort.
„Okay. Er mustert mich. „Ich glaube, da bist du bei mir richtig. Leider mache ich jetzt gleich Mittagspause.
„Es geht ganz schnell", sage ich.
„Was soll‘s denn sein?, will er wissen. „Wenn‘s schnell geht, soll es mir recht sein. Aber trotzdem …
Er geht zur Ladentür und schließt ab. „Damit nicht noch ein Kunde kommt", erklärt er, als er sich wieder zu mir umdreht.
Er kommt näher. Er trägt ein hellblaues T-Shirt, das eng an seinem Körper liegt, Jeans, die ziemlich tief sitzen und den weißen Bund seiner Boxershorts hervorblitzen lassen. Er hat mittellange, dunkle Haare, braune Augen und ein offenes Gesicht.
Er sieht gut aus.
„Eine Unterhose also, nimmt er den Faden wieder auf. „Eine bestimmte Marke?
„Marke spielt keine Rolle, antworte ich. „Hauptsache L. Also groß genug.
„So einfach ist das nicht, entgegnet er. „L bei der einen Marke ist kleiner als S bei der anderen. Und XL kann auch manchmal ganz schön L sein.
„Aha, sage ich. „Dann empfiehl mir mal was. Wie gesagt, ich bin nicht auf eine Marke festgelegt.
„Das ist gut, sagt er. „Ich werde mal ein paar Exemplare für dich raussuchen. Du kannst schon mal in die Umkleide gehen.
„Seit wann kann man Unterhosen anprobieren?", frage ich verblüfft.
„Bei mir schon immer, antwortet er. „Meine Kunden sollen schließlich zufrieden sein und wiederkommen.
„Verstehe", sage ich.
„Dort ist die Kabine." Er deutet mit einer Kopfbewegung auf einen halb offen stehenden Vorhang.
Ich schiebe den Vorhang beiseite und trete ein. Alle drei Seiten der Kabine sind verspiegelt, so dass ich ins Unendliche hineinreiche. Ich schaue mich noch einmal nach dem Verkäufer um, der inzwischen seine Auswahl aus Schubladen und Regalfächern zusammenstellt, die die Wände bis zur Decke füllen.
Ich ziehe den Vorhang zu und löse den Gürtel meiner Jeans. Ich öffne den Reißverschluss und balanciere aus den Hosenbeinen.
Ich betrachte mich von allen Seiten in meiner Unterhose. Dunkelblau mit weißen Streifen und einem hellblauen Bund ohne Print. Von hinten spannt sie stramm über die Arschfalte, vorne beult sie sich aus. Verdammt eng. Ich drücke die Beule so gut es geht platt. Das Gummi an den Oberschenkeln hat tiefe Rillen gezogen und ein zwei Finger breites Muster unterhalb meines Bauchnabels und oberhalb meiner Pofalte in die Haut gedrückt, wie ich bei einem Blick in die Spiegel feststelle.
Der Vorhang teilt sich.
„So, ich hab dir mal was mitgebracht, sagt der Verkäufer und legt einige Schachteln und ein paar lose Exemplare auf die Sitzbank. „Ich heiße übrigens Mike.
„Hallo, Mike, sage ich und komme mir seltsam vor, weil ich ihm in der Unterhose gegenüberstehe. „Ich bin Marko.
„Hallo, Marko, sagt er und nimmt eine Schachtel zur Hand. „Dann wollen wir mal.
„Wir?", frage ich.
„Du willst doch eine fachmännische Beratung, oder?"
„Ja, schon …"
„Also, dann stell dich nicht so an. Oder besser: Stell dir vor, du bist beim Urologen. Dem zeigst du dich doch auch in deiner ganzen Herrlichkeit."
„Ich bin aber nicht beim Urologen."
Er macht eine abwehrende Handbewegung. „Urologe und Unterhose – fängt doch beides mit U an. Wo also ist der Unterschied? Fängt übrigens auch mit U an."
Er grinst, und ich muss auch grinsen.
„Abgesehen davon willst du doch die richtige Größe für dich finden, oder? Also, runter damit. Wenn du nämlich eine Unterhose über deine Unterhose ziehst, haben wir ein Problem mit der richtigen Größe. Oder trägst du zwei Unterhosen gleichzeitig? L über M oder so?"
„Eher selten", antworte ich, streife meine Unterhose ab und werfe sie in Ermangelung anderer Möglichkeiten unter die Sitzbank, denn auf diese hat Mike eine reichhaltige Auswahl seines Angebots gelegt.
Mein Genitalien sind überglücklich, endlich aus ihrem ziemlich engen Stoffgefängnis befreit zu sein. Mein Schwanz reckt sich erfreut, und mein Sack entspannt sich nach unten. Meine Eier schaukeln locker hin und her.
Mike greift zur ersten Schachtel. Mir ist nicht entgangen, dass er zuvor einen ausgiebigen Blick auf mein Gehänge geworfen hat, von dem ich auf einmal das Gefühl habe, dass es gar nicht mehr so schlaff nach unten hängt.
Aber wahrscheinlich bilde ich mir das nur ein.
*
„Hier haben wir den Klassiker, verkündet Mike und hält einen weißen Feinripp-Slip mit längerem Bein und gepaspeltem Eingriff in die Höhe. Er streckt eine Hand hinein und spreizt die Finger. „Der klemmt gar nichts ein. Und lässt genügend Spielraum für alle Fälle.
Zur Bestätigung seiner Worte steckt er nun beide Hände hinein und zieht die altmodische Unterhose so weit auseinander, bis der Eingriff auseinanderklafft, durch den er den Zeigefinger der rechten Hand streckt und ihn herunterhängen lässt. Dann dreht er die Hand mit dem ausgestreckten Finger um hundertachtzig Grad nach oben.
Neckisch.
„Und den sollten wir gleich wieder beiseite legen, wehre ich ab. „Ich möchte schließlich nicht mit meinem Großvater verwechselt werden.
Mike grinst. „Bist du denn schon mal in eine Situation geraten, wo das passiert ist?"
„Bis jetzt noch nicht. Ist aber auch eh unwahrscheinlich, weil mein Großvater schon seit sieben Jahren nicht mehr unter uns weilt."
„Das hast du aber schön gesagt, sagt Mike und legt das altmodische Ungetüm beiseite. „Hätte mich auch gewundert, wenn das dein Geschmack wäre. Andererseits – es gibt Kunden, die auf genau so was stehen. Und die sind zum Teil nicht mal besonders alt. Letztens hat ein Siebzehnjähriger gleich fünf Stück davon mit nach Hause genommen. Da hat er natürlich einen Rabatt gekriegt.
„Interessant, sage ich. „Hast du ihm auch beim Anprobieren geholfen?
„Selbstverständlich, grinst Mike. „Vier Mal.
Mein Blick fällt in die gespiegelte Unendlichkeit. Fast habe ich vergessen, dass ich blankgezogen habe. „Müssen sich deine Kunden eigentlich immer nackt ausziehen, wenn sie bei dir eine Unterhose kaufen wollen?", will ich wissen und lege wie beiläufig eine Hand auf meinen Schwanz, der seine Aufwärtsbestrebung fürs Erste eingestellt hat.
„Natürlich nur, wenn sie wollen. Nachdenklich betrachtet er meinen Schwanz. „Was trägst du denn sonst so?
Er deutet auf meine Unterhose, die unter der Bank liegt, bückt sich, hebt sie vom Boden auf und sucht nach dem Etikett. „Die Marke führe ich übrigens nicht, erklärt er mit einem kurzen Blick auf das Logo. „Die kommt aus China. Keine gute Qualität. Einmal in die Waschmaschine, und schon läuft sie ein.
Was ich nur bestätigen kann.
„Ist das deine Standardausrüstung? Boxerbriefs mit halblangem Bein?" Er wedelt mir mit meiner Unterhose vor der Nase herum.
Vielleicht sollte ich ihn mal zu mir nach Hause einladen und ihm meine Wäscheschublade zeigen, schießt es mir durch den Kopf. Machen Unterhosenverkäufer auch Hausbesuche? Eine interessante Frage, wie ich finde.
„Im Großen und Ganzen ja, antworte ich. „Halblang, kurz oder etwas länger unter einer kratzigen Hose. Boxershorts trage ich nur nachts im Bett. Dieses Gekrumpel unter den Jeans macht mich kirre. Slips habe ich zuletzt mit vierzehn getragen.
„Whitey tighties?"
„Ja. Aber soweit ich mich erinnere, kamen meine Unterhosen nicht aus England oder Amerika. Sondern aus der deutschen Provinz." Was man ihnen auch ansah.
Warum erzähle ich ihm das eigentlich alles?
„Verstehe. Wie wäre es damit?" Er zieht eine schwarze Trunk hervor, die mit weißen Totenköpfen bedruckt ist.
Lustig.
„In absehbarer Zeit gehe ich auf keine Beerdigung", wende ich ein.
„Auf eine Hochzeit wohl auch nicht? Aus einer anderen Schachtel zieht er eine blütenweiße Boxerbrief, auf deren Gummibund in feuerroten Buchstaben „underwear
gestickt ist. Vermutlich eine Gedankenstütze für all jene, die dazu tendieren, ihre Unterhose über den Jeans oder den Chinos oder den Shorts zu tragen.
„Elegant, kommentiere ich das Stück. „Vielleicht für meinen nächsten Opernbesuch.
„Okay. Sorgfältig faltet er die Unterhose wieder zusammen und schiebt sie zurück in die Zellophanverpackung, die er in die Schachtel steckt. „Willst du denn vielleicht mal was anderes ausprobieren?
„Was denn?", frage ich.
„Na, so was zum Beispiel, sagt er und lässt einen neonfarbenen G-String an seinem Zeigefinger in der Luft baumeln. „Zeichnet sich auch in der engsten Hose nicht ab.
„Nein danke", sage ich. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, einen schmalen Stoffstreifen in der Arschritze zu haben, der bei jedem Schritt am Loch reibt, und meine Eier würden wohl auch kaum in das winzige Ding passen. Jedenfalls nicht zusammen mit meinem Schwanz.
„Hast du denn schon mal einen schmalen Stoffstreifen im Po gehabt?, will er wissen, und ich sehe ihn so verblüfft an, dass er grinst. Natürlich kann er keine Gedanken lesen … oder doch?
„Nein, habe ich nicht", antworte ich.
„Dann versuch‘s einfach mal. Er ist dehnbar und passt sich allen Gegebenheiten an." Er hält mir die pinkfarbene Stoffwinzigkeit vor die Nase. Als ich das seidige Ding entgegennehme, macht mein Schwanz einen kleinen Hüpfer. Mike hat es nicht mitbekommen – oder jedenfalls tut er so, als habe er nichts gesehen.
Mit einem Fuß steige ich in den G-String, dann mit dem anderen, und zerre das bisschen Stoff bis nach oben. Ich wackle mit den Hüften und lasse das Gummi über den Hüftknochen zuschnappen.
„Etwas tiefer, rät Mike. „Darf ich?
Er wartet allerdings meine Erlaubnis gar nicht erst ab. Er zieht die dünnen Gummibänder ein wenig tiefer, geht um mich herum, schiebt den schmalen Streifen in meine Po-Ritze, und im Spiegel sehe ich, dass er komplett zwischen meinen Arschbacken verschwindet. Dann dreht er mich an den Schultern zu sich und beginnt, an der Vorderseite zu fummeln. Ganz ungeniert steckt er meine Eier unter den Stoff, die rechts und links hervorlugen, und richtet meinen Schwanz senkrecht nach oben.
„Bisschen viel Busch", kommentiert er meine dunkelblonden Locken, die an allen Seiten herauswuchern.
Er hat recht. Zwischen meinen Beinen wird es höchste Zeit für eine schicke Schamhaarfrisur.
„So. Er tritt einen Schritt zurück und mustert mich kritisch. „Sieht doch ganz passabel aus. Männersache
, fügt er hinzu.
„Was?"
„Die Marke. Sie heißt, Männersache‘."
„Welche Größe ist das denn?", frage ich, um mich davon abzulenken, dass mein Schwanz ein wenig größer geworden ist.
„L, sagt er und vergewissert sich seiner Antwort, indem er den Gummibund nach außen stülpt und auf das Etikett schaut. „L
, wiederholt er. „Sitzt es bequem?"
Ich drehe mich hin und her und betrachte die Beule unter meinem Bauchnabel. Ich spüre den Stoffstreifen, der an meinem Arschloch reibt. „Geht so", antworte ich. Und drehe mich noch mal. Was eigentlich gar nicht nötig ist. Denn dank der Dreifach-Verspiegelung sehe ich mich ohnehin von allen Seiten bis zum Horizont.
„Und XL?", frage ich.
„Hm … würde wahrscheinlich an dir herumschlabbern, informiert er mich. „Und dann hängt wirklich alles draußen. Das ist dann echt unangenehm.
Ich glaube nicht, dass ich ein Typ für G-Strings bin. Irgendwie finde ich die Dinger auch komisch. Sie wirken aufdringlich. Schau auf diesen Schwanz, scheinen sie zu verkünden. Beachte die Eier. Gefällt dir das Paket? Große Sachen auf engstem Raum. So was siehst du nicht alle Tage.
„Trägst du denn so was?", will ich wissen.
„Manchmal."
„Und was machst du, wenn du …" Auf halber Strecke verlässt mich der Mut, die Frage zu beenden. Obwohl – warum eigentlich? Er hat meinen Arsch gesehen, meinen Sack, meine Eier. Meinen Schwanz. Mehr geht wohl kaum. Na ja, meine Brustwarzen. Die sind noch unterm T-Shirt. Drücken sich aber schon deutlich durch.
„Einen Ständer habe?, beendet er die Frage für mich. Schon erstaunlich, wie ein Unterhosenkauf die Zunge lockern kann. „Kein Problem. Die Slips sind sehr dehnbar und können einiges an Volumen aufnehmen, ohne dass sie reißen.
Er grinst. „Na, ja, bei den meisten jedenfalls. Und selbst wenn – wäre doch ein irres Erfolgserlebnis, meinst du nicht? Stell dir nur mal die Schlagzeile in der Bildzeitung vor: ZU GEIL GEWORDEN – UNTERHOSE EXPLODIERT IN U-BAHN-STATION.
„Wieso in der U-Bahn-Station?"
Ich überlege, ob ich schon mal einen Ständer in der U-Bahn-Station hatte. Vermutlich. Eigentlich hatte ich schon überall mal einen Steifen bekommen. In der Schule. Beim Geburtstagskaffee von Tante Maria. Im
