Kommissar Jörgensen und acht Bomben: Kommissar Jörgensen Hamburg Krimi
Von Alfred Bekker
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Kommissar Jörgensen und acht Bomben:
Acht Anschläge durch Autobomben gibt es Hamburg an diesem Morgen. Die Bomben gehen alle zur selben Zeit hoch. Im Polizeipräsidium geht man von einem professionell geplanten Verbrechen aus - aller Wahrscheinlichkeit nach mit terroristischem Hintergrund, wie ein hinzugezogener Sachverständiger diese Theorie eisern vertritt. Doch Kommissar Uwe Jörgensen hat da seine Zweifel …
Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden und Janet Farell.
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Kommissar Jörgensen und acht Bomben - Alfred Bekker
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Kommissar Jörgensen und acht Bomben
von Alfred Bekker
––––––––
1
Ich hatte einen anstrengenden Tag im Polizeipräsidium hinter mir. Und ein langes, wichtiges Meeting, das mir immer noch den Kopf rauchen ließ.
Aber dann erlebte ich eine üble Überraschung. Ich konnte nicht nach Hause.
Die ganze Gegend war abgesperrt.
»Sie können hier nicht weiter«, sagte ein Kollege in Uniform.
»Warum nicht?«
»Bitte gehen Sie weiter.«
»Aber es muss doch einen Grund dafür geben, dass hier alles abgesperrt ist.«
»Gehen Sie bitte weiter.«
»Ich bin Kollege«, sagte ich und zog meinen Dienstausweis.
Eigentlich mache ich das nicht so gerne.
Erschütternd, aber wahr: Wenn man Kollege ist, wird man anders behandelt. Ein Beamter respektiert einen ganz anders, wenn man auch einer ist. Das sollte eigentlich nicht so sein. Ist aber leider so. Wie man das ändern kann, weiß ich auch nicht. Ich persönlich bilde mir ein, von solchen Dünkeln frei zu sein. Bilde ich mir zumindest ein.
Aber ich bin mir selbst ja auch noch nicht in einer dienstlichen Angelegenheit begegnet.
»Das ist natürlich was anderes«, sagte der Uniformierte sehr viel entgegenkommender.
Natürlich ist es nichts anderes.
Aber ich wollte mich jetzt nicht auf eine Diskussion mit dem Kollegen einlassen.
»Was ist los?«
»Bombenalarm.«
»Bombenalarm?«
»Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Wurde bei Bauarbeiten entdeckt, als die den Abwasserkanal aufgerissen haben.«
»Und nun?«
»Nun kommt das Sprengstoffkommando und der ganze Straßenzug wird evakuiert.«
»Wie lange kann das dauern?«
»Keine Ahnung. Hängt davon ab.«
»Hängt wovon ab?«
»Wann das Sprengstoffkommando eintrifft und die Leute evakuiert sind. Manche sehen das nicht so richtig ein, dass das notwendig ist.«
»Verstehe.«
»Ich ehrlich gesagt auch nicht.«
»Wieso?«
»Ich komme aus einem Dorf hier in der Nähe von Hamburg. Meine Eltern haben da in den Siebzigern ihr Haus gebaut. In einem Neubaugebiet. Und beim Ausheben der Baugrube kamen alle möglichen Bomben und Granaten aus dem letzten Weltkrieg ans Tageslicht.«
»Kann man sich denken.«
»Hamburg ist ja schlimm bombardiert worden. Wegen dem Hafen. Aber es ging auch eine Menge daneben. Jedenfalls hat man damals, in den Siebzigern nicht so einen Hallas um jede Bombe gemacht. Wir Kinder habe die Granaten auf den ausgehobenen Erdhaufen gefunden und dann hat man uns gesagt, wir sollen sie zur Polizei bringen.«
»Und? Haben Sie das gemacht?«
»Natürlich. Zu unserem Dorfpolizisten. Der hatte seine Wache in einem Zimmer seines Hauses. Angeblich kannte derf sich mit der Munition aus.«
»Kannte er sich wirklich aus?«
»Er ist zumindest nie explodiert. Raten Sie mal, was der mit den ganzen Granaten gemacht hat, die wir ihm gebracht haben.«
Ich zuckte mit den Schultern.
»Keine Ahnung.«
»Er hat seine Schublade aufgemacht und sie zu den anderen gelegt.«
»Oh.«
»Ja, ganz genau: Oh.«
»Ich glaube, in der Wache hätte ich nicht so gerne gearbeitet«, meinte ich.
»Der Mann hatte die Ruhe weg«, gab der Uniformierte zurück.
»Ich glaube, ich werde noch ein bisschen in die Stadt gehen, bis das hier vorbei ist«, meinte ich.
»Rechnen Sie mit Mitternacht.«
»Okay.«
»Wenn alles glatt läuft.«
Ich hörte, wie ein Mann lautstark protestierte und mit einem anderen Kollegen eine Diskussion anfing, die irgendwie etwas aus dem Ruder zu gehen drohte.
»Ich glaube, ich muss da mal deeskalierend eingreifen«, meinte der Beamte, mit dem ich gesprochen hatte.
Ich machte mich davon.
Schließlich hatte ich Feierabend.
Mein Arbeitstag war lang genug gewesen.
Und davon abgesehen tat es mir auch ganz gut, mal ein paar Schritte zu laufen, nachdem ich den ganzen Tag in diesem schrecklich wichtigen Meeting auf dem Hintern gesessen hatte.
Mein Name ist Uwe Jörgensen. Ich bin Kriminalhauptkommissar und Teil einer in Hamburg angesiedelten Sonderabteilung, die den etwas umständlichen Namen ‘Kriminalpolizeiliche Ermittlungsgruppe des Bundes’ trägt und sich vor allem mit organisierter Kriminalität, Terrorismus und Serientätern befasst.
Die schweren Fälle eben.
Fälle, die zusätzliche Ressourcen und Fähigkeiten verlangen.
Zusammen mit meinem Kollegen Roy Müller tue ich mein Bestes, um Verbrechen aufzuklären und kriminelle Netzwerke zu zerschlagen. »Man kann nicht immer gewinnen«, pflegt Kriminaldirektor Bock oft zu sagen. Er ist der Chef unserer Sonderabteilung. Und leider hat er mit diesem Statement Recht.
Die Bombe dieses Abends sollte übrigens nicht die letzte bleiben, mit der ich es in nächster Zeit zu tun haben sollte.
Aber die anderen acht Sprengsätze hatten mit dem zweiten Weltkrieg nichts zu tun.
*
Ein eiskalter Morgen in Hamburg. Jürgen Handau blickte kurz auf die Uhr an seinem Handgelenk. Es war genau 8.07 Uhr. Handau war spät dran. In der Linken hielt er eine unscheinbare Einkaufstüte aus braunem Papier mit dem Werbeaufdruck eines nahen Supermarkts. Inhalt: zwei Kilo reines Kokain, so weiß wie Schnee und eingeschweißt in Plastik. Jeweils ein halbes Kilo pro Packung. Die Rechte war in der Tasche des Kamelhaarmantels vergraben. Er spürte den Griff seiner Automatik, aber im Moment suchte Jürgen Handau den Wagenschlüssel seiner Limousine, die am Straßenrand geparkt war. Es handelte sich um einen zehn Jahre alten Hybridwagen. Eine Sonderanfertigung mit kugelsicheren Scheiben und einer Panzerung, die so viel gekostet hatte, dass Handau dafür auch den ein oder anderen Nachteil in Kauf nahm. Zum Beispiel, dass dieses Fahrzeug anstatt eines elektronischen ein konventionelles Schloss hatte. Und das war jetzt zugefroren. Handau bekam den Schlüssel nicht hinein. Er legte die Einkaufstüte auf das Dach, griff in die andere Manteltasche, um das Enteisungsspray herauszuholen.
Sein Blick glitt seitwärts. Ein Leihwagen der Firma Grantmeier & David hatte hinter seiner Limousine geparkt. Der war gestern Abend noch nicht hier, dachte er noch.
Im nächsten Moment gab es einen Knall. Der Leihwagen explodierte und wurde zu einem sich ausdehnenden Feuerball. Die Tüte wurde emporgeschleudert, zerriss und entflammte, während gleichzeitig Dutzende von Fensterscheiben zerbarsten. Augenblicke später rieselte der erste Schnee dieses Jahres vom Himmel.
2
Derselbe kalte Morgen, nur eine andere Straße ...
Thilo Graumer stoppte seinen Lastwagen, mit dem er gerade versuchte durch die schmale Einfahrt zu einem Hinterhof hineinzufahren. Sein Blick fiel auf die Uhr an den Armaturen. Es war 8.07 Uhr. Das bedeutete, er war exakt sieben Minuten zu spät. Die Warenannahme bei dem Schuhdiscounter, zu dem er fuhr, war genau getaktet. Wer zu spät kam, riskierte saftige Konventionalstrafen.
Und jetzt - kurz vor dem Ziel - hatte irgend so ein Idiot seinen Wagen so dämlich in die Einfahrt gestellt, dass Graumer mit seinem Wagen daran nicht vorbei kam.
Jedenfalls nicht so einfach. Er musste noch einmal ein Stück zurücksetzen, damit das Fahrzeug dann in einem anderen Winkel auf der Straße stand. Und was dann folgte, war Zentimeterarbeit.
»Verfluchter Mist! Wenn man die Polizei braucht, ist sie nicht da«, knurrte Graumer.
Auf seinen Touren fluchte er häufig laut vor sich hin. Vor allem dann, wenn er es mit Verkehrsteilnehmern zu tun hatte, die ihn durch ihre unsichere Fahrweise aufhielten oder in Gefahr brachten. Das Vor-sich-hin-fluchen half Graumer, sich wieder zu beruhigen. Denn dass es nichts brachte, sich über solche Dinge aufzuregen, dass wusste er selbst ganz genau.
Graumer sah in den Rückspiegel. Da war bereits ein SUV hinter ihm und blendete die Scheinwerfer auf, weil der Fahrer wohl nicht verstand, weshalb der Lastwagen vor ihm jetzt unbedingt zurücksetzen musste.
»Ja, wenn du schneller denken würdest, du Schlipsträger in deiner Limousine, dann würden wir beide jetzt etwas schneller vorwärts kommen«, knurrte Graumer finster vor sich hin.
Endlich begriff der Limousinenfahrer und setzte jetzt auch ein Stück zurück. Graumer konnte daher ebenfalls ein paar Meter rückwärts fahren. Alles nur nach der Sicht im Außenspiegel. Aber das war Graumer gewohnt.
Und dann brach vor ihm plötzlich die Hölle los.
Der für Graumer so ungünstig abgestellte Wagen platzte regelrecht auseinander.
Graumer konnte nur noch die Hände emporreißen und sich zusammenkrümmen. Die Frontscheibe seines Lastwagens zerbarst und es regnete Scherben.
3
Dieser Morgen begann wie viele andere auch. Ich holte Roy an der bekannten Ecke ab. Schon zwei Kreuzungen weiter ging es dann ziemlich zäh voran. Der morgendliche Verkehrsinfarkt hatte Hamburg mal wieder voll im Griff. Aber daran gewöhnt man sich und eigentlich war ich früh genug losgefahren, um das Polizeipräsidium am Bruno-Georges-Platz pünktlich zu erreichen.
Aber an diesem Morgen sollten wir dort vorerst gar nicht ankommen.
Ein Anruf aus dem Präsidium erreichte uns. Wir nahmen ihn über die Freisprechanlage entgegen, während ich den Sportwagen vor der nächsten roten Ampel anhalten musste.
Es war Herr Jonathan D. Bock, unser Chef, der sich da meldete. Und was er uns mitzuteilen hatte, klang schier
