Halbzeitbilanz der Trump-Regierung: Innenpolitik - Außenpolitik - Demokratie
Von Patrick Horst
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Buchvorschau
Halbzeitbilanz der Trump-Regierung - Patrick Horst
© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
Patrick HorstHalbzeitbilanz der Trump-Regierungessentialshttps://doi.org/10.1007/978-3-658-26584-7_1
1. Einleitung
Patrick Horst¹
(1)
Hamburg, Deutschland
Patrick Horst
Email: dr_patrick_horst@t-online.de
Am 20. Januar 2019 jährte sich Donald J. Trumps Amtseinführung zum zweiten Male – Zeit, eine Halbzeitbilanz zu ziehen. An welchen Kriterien aber soll die Leistungsbilanz eines Präsidenten gemessen werden? Die Zustimmungsraten der Bevölkerung zu seiner Amtsführung sind ein möglicher, aber in mancher Hinsicht problematischer Bewertungsmaßstab. Die Expertenrankings der Historiker und Politikwissenschaftler sind schon etwas objektiver – wenngleich in Zeiten einer Glaubwürdigkeitskrise der Sozialwissenschaften und sogenannter Fake News auch nicht über alle Zweifel erhaben. Vor allem Rankings, die pauschal die „Größe" amerikanischer Präsidenten bewerten, sind nicht sehr differenziert und die angelegten Kriterien oft nicht transparent.
Auch Expertenrankings müssen deshalb ergänzt werden durch eine sorgfältige Analyse der einzelnen Politikfelder, die ein Präsident zu bearbeiten hat: Was hat er auf den diversen Feldern der Innenpolitik, was hat er außenpolitisch erreicht? Welche größeren Gesetzeswerke hat er durch den Kongress geschleust, welche Kursänderungen konnte er mit den Mitteln der administrativen Präsidentschaft einleiten, welche internationalen Verträge und Abkommen hat er neu verhandelt und gegebenenfalls im Senat zur Ratifizierung gebracht? Traditionell fließt in die Leistungsbilanz eines Präsidenten auch die Qualität seiner Regierungstechnik ein – die Beziehungen zum Kongress, zu seiner Partei, zum Exekutivapparat des Präsidenten, zu den Gerichten, den Medien und zur Öffentlichkeit (Horst 2017).
Bei Trump stellt sich das Problem, dass er kein Präsident wie jeder andere ist. Er ist als politischer Außenseiter angetreten, der den Sumpf in der Bundeshauptstadt Washington trockenlegen möchte („drain the swamp). Er ist auch kein herkömmlicher Parteiführer, der aus dem Establishment der Republikanischen Partei kommt, sondern ein „Putschist
, der diese Partei gegen ihren Willen „gekapert" hat (Falke 2017), um sein nationalprotektionistisches America-First-Programm durchzusetzen – notfalls auch gegen die Republikaner, die traditionell in ihrer Mehrheit für freien Handel und internationale Kooperation eintreten (Horst 2016). Manche meinen deshalb, dass dieser Präsident an anderen Maßstäben als seine Vorgänger zu messen sei (Thunert 2017).
Dieses Argument wird hier zurückgewiesen: Die Kriterien, die einen guten Präsidenten ausmachen, haben sich durch das Auftreten Trumps nicht verändert. Trump ist an denselben Maßstäben zu messen, wie alle anderen Präsidenten vor und nach ihm auch (Herbert et al. 2019, Böller und Siewert 2017). Seine Vorgänger sind auch schon an ihren eigenen Ansprüchen und daran gemessen worden, inwieweit sie ihre Wahlversprechen eingelöst haben. Insofern muss jede Leistungsbilanz ein variables Element enthalten, das auf die besonderen Umstände, Herausforderungen und Ziele einer Präsidentschaft eingeht. Möglich ist, dass bestimmte Messinstrumente bei Trump versagen und deshalb hinterfragt oder neu justiert werden müssen. Immer – nicht nur im Falle Trumps – ist zudem zu achten auf den Unterschied zwischen der empirischen und normativen Bewertung der Performanz. Ein Präsident kann durchaus weitreichende politische Transformationen durchsetzen und in diesem Sinne empirisch erfolgreich sein, ohne dass die Richtung seines politischen Kurses normativ gutzuheißen wäre.
Das Beispiel George W. Bushs ist in dieser Hinsicht instruktiv: Bush war nach einem anerkannten Maßstab derjenige Präsident der Nachkriegszeit, der noch vor Lyndon B. Johnson und Barack Obama den politischen Kurs der Vereinigten Staaten am stärksten verändert hat – jedoch fast überall zum Negativen (Horst 2017, S. 405–407). Auch im Falle der Präsidentschaft Trumps besteht die Möglichkeit, dass er erfolgreich im Sinne seiner politischen Ziele ist, ohne dass er deshalb als „großer Präsident in die Geschichte eingehen wird. Bei dem offensichtlich autoritär strukturierten 45. Präsidenten wird besonders sorgfältig zu beobachten sein, wie gefährlich die von ihm eingesetzten Instrumente des Regierens für Demokratie und Rechtsstaat sind. Geht die Erosion demokratischer Standards, wie sie etwa im Februar 2019 in der willkürlichen Notstandserklärung des Präsidenten zum Ausdruck kam, schon so weit, dass wir ein Abgleiten in den Autoritarismus zu befürchten haben (Levitsky und Way 2018) – oder haben wir es noch mit einer „liberale(n) Demokratie in der Krise
zu tun (Horst 2018a, Horst et al. 2018)?
© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
Patrick HorstHalbzeitbilanz der Trump-Regierungessentialshttps://doi.org/10.1007/978-3-658-26584-7_2
2. Zustimmungsraten und Expertenrankings
Patrick Horst¹
(1)
Hamburg, Deutschland
Patrick Horst
Email: dr_patrick_horst@t-online.de
Gemessen an den Zustimmungsraten der Bevölkerung zur Amtsführung des Präsidenten schnitt kein US-Präsident in den ersten zwei Jahren jemals so schlecht ab wie Donald Trump. Ende Januar 2019 stimmten nur 37 % der Amerikaner seiner Amtsführung zu. Zum Vergleich: Barack Obama und Bill Clinton lagen zur Halbzeit ungefähr bei 50 %, George W. Bush bei 61 %. Von den
