Entdecken Sie mehr als 1,5 Mio. Hörbücher und E-Books – Tage kostenlos

Ab $11.99/Monat nach dem Testzeitraum. Jederzeit kündbar.

Bruckmann Reiseführer Bangkok: Zeit für das Beste: Highlights, Geheimtipps, Wohlfühladressen
Bruckmann Reiseführer Bangkok: Zeit für das Beste: Highlights, Geheimtipps, Wohlfühladressen
Bruckmann Reiseführer Bangkok: Zeit für das Beste: Highlights, Geheimtipps, Wohlfühladressen
eBook736 Seiten3 Stunden

Bruckmann Reiseführer Bangkok: Zeit für das Beste: Highlights, Geheimtipps, Wohlfühladressen

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Vorschau lesen

Über dieses E-Book

Handverlesene Autoren-Tipps und Empfehlungen für eine individuelle Reiseplanung, über 400 inspirierende Fotos und eine praktische Faltkarte zum Herausnehmen sorgen nicht nur für eine stressfreie Planung, sondern auch für einen entspannten Urlaub in Bangkok.
Dieser Bangkok-Stadtführer zeigt die Stadt der Gegensätze. In kaum einer anderen Metropole existieren alte und neue Welt in so faszinierender Weise nebeneinander: golden glitzernde Tempel neben modernen Wolkenkratzern, laute Tuktuks neben leisen Luxusautos, wilde Märkte neben schicken Malls.
So entdecken Sie neben den Highlights auch jede Menge Geheimtipps, die Ihren Urlaub unvergesslich machen. Und es bleibt dabei immer Zeit für authentische Restaurants oder Hotels und die besten Shopping-Hotspots.
SpracheDeutsch
HerausgeberBruckmann Verlag
Erscheinungsdatum27. Juli 2018
ISBN9783734314063
Bruckmann Reiseführer Bangkok: Zeit für das Beste: Highlights, Geheimtipps, Wohlfühladressen

Ähnlich wie Bruckmann Reiseführer Bangkok

Ähnliche E-Books

Reisen – Asien für Sie

Mehr anzeigen

Verwandte Kategorien

Rezensionen für Bruckmann Reiseführer Bangkok

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    Bruckmann Reiseführer Bangkok - Sandra Wohlfart

    DAS SOLLTEN SIE SICH NICHT ENTGEHEN LASSEN

    Das Nationalmuseum am Sanam Luang beherbergt Kunstschätze der thailändischen Kultur. Auch Führungen auf Deutsch werden angeboten.

    Königspalast und Wat Phra Kaeo (S. 44)

    Ein Muss ist der Grand Palace mit dem Königstempel Wat Phra Kaeo. Das Herzstück Bangkoks auf der Rattanakosin-Halbinsel, der Altstadt. Man kommt sich vor wie in einer Glitzerwelt, die Chedis, Ubosots und Viharns funkeln nur so im Sonnenlicht. Die Fabelwesen, die den Garten säumen, scheinen sich im gleißenden Licht der Sonne zu bewegen.

    Nationalmuseum (S. 56)

    Im Nationalmuseum macht man eine Zeitreise durch Thailand. Es beherbergt den Stein der Inschriften, auf dem während des Sukhothai-Reichs die ersten Schriftzeichen niedergeschrieben wurden. Viele alte Buddhastatuen und Funde aus prähistorischen Ausgrabungen sind zu bewundern. Besonders interessant sind die deutschen Führungen, die seit 49 Jahren von Volontären durchgeführt werden.

    Chinatown (S. 96)

    Tagsüber ist Chinatown eines der geschäftigsten Viertel der Stadt mit unzähligen Läden, Märkten, Tempeln und Garküchen. Man kann im Gewirr der schmalen Gassen immer wieder Neues entdecken, eine Tauchschule in einem der ältesten chinesischen Häuser der Stadt oder ein privates Goldschmiedemuseum erkunden, in einer Garküche Fischbällchen essen, die schon seit hundert Jahren existiert. Am Abend entwickelt sich Chinatown zu einem riesigen Freilicht-Restaurant, wenn die Garküchen und Restaurants ihre Tische auf den Straßen und Gassen aufbauen, wird hier nach Herzenslust geschlemmt.

    Little India (S. 92)

    Bunte Stoffe, indische Tempel, Turbane, bunte Saris, Bollywoodfilme, Currys, Samosas – der Geruch von Kreuzkümmel, Nelken und Kardamon ist allgegenwärtig. Ein Spaziergang durch Little India lohnt sich – man taucht in eine andere Welt ein …

    Wat Pho (S. 50)

    Dem Ursprung der Thaimassage auf der Spur. Die tempeleigene Massageschule ist die anerkannteste im ganzen Land. Außerdem beherbergt der Wat Pho den riesigen liegenden Buddha, dessen Fußsohlen wunderschöne Perlmuttintarsien aufweisen.

    Jim-Thompson-Haus (S. 39)

    Das Anwesen des Mannes, der Thaiseide zum Exportschlager machte, ist heute ein Museum, das die Kunstwerke, die der Architekt gesammelt hat, ausstellt. Allein schon seine Häuser aus verschiedenen Epochen und verschiedenen Landesteilen sind einen Besuch wert. Auf der gegenüberliegenden Flussseite liegt das alte Seidenspinnerviertel, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.

    Wimanmek-Palast (S. 132)

    Ein Besuch des weltgrößten Teakpalasts ist in dem Ticket des Königspalasts eingeschlossen. Nur wenige Langnasen verschlägt es hierher. Der Palast ist wirklich sehenswert mit seinen Holzverzierungen, den schön eingerichteten Zimmern – alles im Stil Rama V.

    Der große Rasenplatz vor dem Palast wird von Einheimischen zu sportlichen Aktivitäten genutzt.

    Baan Silapin (S. 120)

    Die Künstlerkommune an einem Khlong in Thonburi ist einen Besuch wert. Es macht Spaß, sich ein Puppenspiel anzuschauen, die Anmutigkeit der Tänzer und das Bewegen der Puppen ist einfach nur elegant. Ein Ruhepol mitten in der Stadt.

    Thonburi (S. 112)

    Thonburi gilt als die ruhigere Schwester Bangkoks. Hier kann man auf den Spuren der Portugiesen wandeln, eine Kirche besuchen, portugiesisches Naschwerk probieren und sich vom Charme längst vergangener Tage in den schmalen Gässchen Thonburis verzaubern lassen.

    Khlong Toei (S. 176)

    Den größten Wet-Markt der Stadt besuchen und bis in die Slums der Metropole vordringen. Schlangenblut trinken, geröstete Insekten essen und dem bunten Treiben zuschauen – all das auf dem Khlong-Toei-Pier-Markt.

    Thonglor (S. 198)

    Bangkoks angesagteste Straße hält für Touristen wie Einheimische hippe Restaurants, coole Cafés, Designerläden und vieles mehr vor. Ein Treffpunkt der Stars und Sternchen der Thailänder High Society.

    Museum of Floral Culture (S. 224)

    Einem weltbekannten Floristen über die Schulter schauen, Tee im Kolonialstilambiente einnehmen und die Blumenkunst und ihre Bedeutung in Thailand erfahren, das kann man in Sakul Intakuls Museum für florale Kunst.

    Kleine hinduistische Figuren werden für Geisterhäuschen und Haustempel verwendet.

    Shopping par excellence (S. 136)

    Die Malls der Thanon Sukhumvit besuchen gehört einfach dazu. Egal, ob eine der Emporium Malls, das Siam Paragon, Gaysorn, Terminal 21, Central World – jeder wird seinen Favoriten finden.

    In schwindelnden Höhen (S. 136)

    Der Besuch der »Sky Bar« ist ein Muss, diese schwindelerregende Rooftop-Bar im 65. Stock sucht ihresgleichen. Aber auch wer nicht ganz so hoch hinaus will, findet schöne Dachterrassenbars in der Hauptstadt.

    Nana und Little Arabia (S. 184)

    Ein Besuch in Bangkoks Rotlichtviertel muss einfach sein. Auf der einen Seite der Straße geht es bauchfrei und leger zu und der Alkohol fließt in Strömen, auf der anderen Seite hat sich das muslimische Viertel angesiedelt. In Little Arabia isst man Halal und die Burka ist an der Tagesordnung.

    WILLKOMMEN IN Bangkok

    Bangkok steht im Guinnessbuch der Rekorde, denn die Stadt hat den längsten Namen der Welt. Von den Einheimischen wird die Abkürzung Krungthep gebraucht, von Ausländern Bangkok. Der vollständige Stadtname aber lautet: Krungthep-Mahanakhon-AmonrattanaKosin- Mahinthrayutthaya-MahadiLokphop-Noppharatratchathaniburirom-Udomratchaniwet-Mahasathan-Amonphiman-Awa-Tansathit-Sakkathatiya-Witsanukam-Prasit – das bedeutet: Stadt der Engel, große unbesiegbare Stadt mit Sitz des Jade-Buddhas, eine Stadt voll Segen und Edelsteinen, Sitz des Königs, Stadt der Paläste und Götter, von Indra geschenkt und von Vishnukram erbaut.

    Die Chakri-Dynastie

    Bangkok ist eine verhältnismäßig junge Hauptstadt. Nach dem Fall des Ayutthaya-Reichs im Jahr 1767 gründete König Taksin der Große (1734–1782) die neue Hauptstadt in Thonburi. Nach seiner Hinrichtung wurde Rama I. zum König Siams ausgerufen und gründete 1782 die Stadt der Engel auf der Rattanakosin-Halbinsel im Chao-Phraya-Fluss.

    Jugendliche spielen Fußball auf dem Platz vor dem Massagetempel Wat Pho.

    Tempelwächter beschützen den Eingang zum Wat Arun.

    Er nannte die Stadt Maekok. Sie wurde nach dem Vorbild Ayutthayas gebaut, selbst Baumaterialien der alten Königsstadt wurden für den Bau der Engelsstadt hergenommen. König Chulalok (Rama I.) war der erste Monarch, der noch heute regierenden Chakri-Dynastie. Die Stadt wuchs unter den nachfolgenden Monarchen und das Königreich Siam gewann an Einfluss in Asien. Auch während Südostasiens Staaten Anfang des 19. Jahrhunderts kolonialisiert wurden, blieb Siam unabhängig, öffnete sich aber als Handelspartner gegenüber den Kolonialmächten. Unter Rama III. (1787–1851) strömten Europäer in die Stadt und der Handel mit dem Westen begann zu florieren. Der Stadtname wurde dann zu Bangkok umgeändert. Den Geschicken Rama IV. (1804–1868) ist es zu verdanken, dass Siam das einzige südostasiatische Land war, das nicht kolonialisiert wurde. Besonders Rama V. (1853–1910) öffnete Siam dem Westen. Er unternahm viele Reisen nach Europa und förderte den Handel. Er trug nachhaltig zur Architektur Bangkoks bei und beschäftigte viele europäische Architekten, so wurde der Bahnhof Hua Lamphong vom Turiner Architekten Mario Tamagno (1877–1941) gebaut und auch der deutsche Architekt Karl Siegfried Döhring (1879–1941) spielte zu seiner Zeit eine große Rolle beim Bau von Palästen und anderen königlichen Einrichtungen. Die prunkvollen Gebäude der Thronhalle, des Verteidigungsministeriums, der Wimanmek-Palast und viele andere Bauten gehen auf Rama V. zurück. König Chulalongkorn wird auch heute noch hoch verehrt, in vielen Haushalten stehen Statuen von ihm, er ist auf Bildern neben dem Hausaltar zu sehen und in fast jedem Tempel hängt ein Bild von ihm.

    Hell glitzert der goldene Chedi des Wat Phra Kaeo innerhalb der Palastmauern des Grand Palace.

    Unter Rama VI. (1851–1925), der seine Erziehung in England genoss, kam es zu einer weiteren Öffnung des Landes. Der Monarch liebte die bildenden Künste, er schuf eine standardisierte Übersetzung für Thai ins Englische und gründete die Pfadfinder, bis heute eine Institution in Thailand. Außerdem erließ er Gesetze zur Gleichstellung von Mann und Frau. Sein Nachfolger Rama VII. (1893–1941) führte den Staat langsam in eine konstitutionelle Monarchie, er dankte 1935 ab und begab sich ins Exil in die USA. Rama VIII. (1925–1946) wuchs in Deutschland und der Schweiz auf und besuchte sein Königreich nur selten. Als er 1946 gebeten wurde, nach Thailand zurückzukommen, machte er sich mit seinem Bruder Bhumibol Adulyadej (*1927) auf die Heimreise, starb aber kurze Zeit später beim Hantieren mit Waffen. Ob der Tod des Monarchen ein Selbstmord oder ein Unfall war, beschäftigt die Nation bis heute.

    Das Königshaus heute

    Seit 1946 ist nun Bhumibol Adulyadej König des Landes. Der in den USA geborene und in Lausanne ausgebildete Monarch wurde am 5. Mai 1950 offiziell gekrönt. Am 28. April heiratete er Sirikit, die ebenfalls eine entfernte Verwandte von König Chulalongkorn (Rama V.) ist. Heute ist er der am längsten amtierende Monarch der Welt, gefolgt von Queen Elisabeth II. von England, die 1952 den Thron bestieg. König Bhumibol Adulyadej und seine Frau Königin Sirikit (*1932) werden im Königreich Thailand hoch verehrt, ihr Ansehen zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten, egal, welcher Religion und Gesellschaftsschicht, alle preisen den König. Ertönt um acht Uhr morgens die Hymne in den Schulen, wird strammgestanden, auch das alltägliche Leben steht für eine Minute still, wenn um 18 Uhr die Hymne noch einmal ertönt. Vor jeder Kino-, Theater- oder Konzertvorstellung erhebt man sich und gedenkt des Königs. Es gibt kaum einen Haushalt, in dem sein Bild nicht irgendwo hängt. Große Schilder und Tafeln im ganzen Land zeigen den Monarchen und seine Frau zu verschiedenen Anlässen der letzten 60 Jahre – den König, meist mit der Kamera, bei der Eröffnung eines Damms, bei der Einweihung einer Brücke oder Straße, beim Besuch in einem Nationalpark. Er hat viele Projekte ins Leben gerufen, besonders dem armen Norden und Nordosten des Landes half er durch seine »Royal Projects« im landwirtschaftlichen Bereich, Bergvölker wurden vom Opiumanbau weggeführt hin zu legalem Ackerbau, Studien der Wasserversorgung des Landes und der allgemeinen Landwirtschaft werden vom Königshaus in Auftrag gegeben, die Staudämme des Landes wurden unter seiner Regentschaft gebaut. Auch heute noch gilt das Wort des Königs, sein Rat wird für viele politische Belange gesucht und seine Meinung zählt. Er hat diverse Musikstücke für Orchester komponiert und diese werden voll Stolz von den Bangkok-Symphonikern aufgeführt.

    Königliche Garde im Palast

    Im Königreich herrscht das Lèse-Majesté-Gesetz, für die Beleidigung des Königs oder eines Mitglieds der königlichen Familie gibt es bis zu 15 Jahre Gefängnisstrafe, dies gilt auch für Ausländer. Am besten lässt man sich auf keine Diskussionen über die königliche Familie ein. Heutzutage ist der Monarch die meiste Zeit im Siriraj Hospital in Thonburi, in dem ein kompletter Flügel für ihn umgebaut wurde, nur selten präsentiert sich der schwerkranke Monarch der Öffentlichkeit. Zu wichtigen Anlässen hält er eine Fernsehansprache.

    Religion

    Thailands Staatsreligion ist der Theravada-Buddhismus, er wird beherrscht von dem Glauben an das Nirwana, das Erkennen der Vergänglichkeit aller Dinge zum einen und dem Thema der Wiedergeburt zum anderen. Auch sind Züge aus dem animistischen Glauben beibehalten worden, so der Glaube an die Phis, kleine Geister, die das Weltgeschehen verändern können. Um sie zu besänftigen, muss man Geisterhäuschen bauen, die sogenannten San Phra Phun. Keinem offiziellen Gebäude mangelt es an Geisterhäuschen, wobei diese dort riesige Ausmaße annehmen können. Die auf Sockeln stehenden Häuser sind aus Gips und manchmal auch aus Holz. Sie sind Heimat der Grundstücksgeister, die auf dem Land gelebt haben, das nun bebaut ist. Damit man mit ihnen keinen Ärger bekommt und sie nicht unangenehm spuken, muss man ihnen ein neues Zuhause auf dem Grundstück bieten. Hierzu wird zunächst der Brahmane oder ein buddhistischer Mönch gefragt, der dann den Platz bestimmt. Sie dürfen nämlich nicht im Schatten des Hauses stehen oder auf der linken Seite der Eingangstür. Außerdem wird in einer komplizierten Rechnung der astrologische Zeitpunkt der Errichtung samt Zeremonie bestimmt. Hierzu werden Nachbarn, Freunde und Verwandte eingeladen. Die Mönche sagen Gebete auf, Räucherstäbchen werden angezündet, die Anwesenden gesegnet und der Haussegen gesprochen. Dann wird gemeinsam gegessen, zuerst bekommen die Geister ihre Portion, dann die Mönche und anschließend wird gefeiert. Damit die Geister zufrieden sind, setzt man kleine Püppchen in ihre neue Behausung, auch Tierfigürchen, Spielsachen oder Minifernseher findet man in dem Häuschen. Natürlich müssen die Geister auch kulinarisch bei guter Laune gehalten werden, und so bringt man ihnen regelmäßig süße Getränke, Früchte, Wasser und auch mal ein wenig Reis. Räucherstäbchen, eine Blumenvase für Frischblumen und Girlanden fehlen auch nicht. Nun sind die Geister rundum glücklich und beschützen im Gegenzug das Haus. Aber wehe, man pflegt das Haus der Phis nicht, das kann verheerende Folgen haben: So können Schäden am Haus auftreten, und die Geister wachen nicht mehr über ihre Bewohner oder verschwinden gar aus ihrem Haus. Dann müssen sie mittels einer weiteren Zeremonie wieder zurückgerufen werden. Auch der Abriss eines Geisterhauses darf nicht einfach so geschehen, denn auch das bringt Unglück. Daher wird bei einem Umzug meist ein Geisterhaus des neuen Besitzers zusätzlich aufgestellt. Muss ein Geisterhaus wirklich weichen, muss auch wieder ein Brahmane oder Mönch den richtigen Zeitpunkt bestimmen und es wird in einer weiteren Zeremonie abgebaut und auf den Geisterhausfriedhof gebracht: Das kann irgendwo an einem Tempel, einem heiligen Baum oder irgendwo im nirgendwo sein. An unfallträchtigen Straßen findet man Geisterhäuschen, die positiven Einfluss auf das Verkehrsgeschehen nehmen sollen.

    Im Lak Muang, dem Stadtschrein, liegt das Horoskop Bangkoks verborgen und wird von Gläubigen verehrt.

    Im Chao Mae Tuptim Shrine, auch Penis-Schrein, betet man für Fruchtbarkeit und gesunde Kinder.

    Schmelztiegel der Kulturen

    Die Metropole Bangkok ist ein wahrer Schmelztiegel an ethnischen Gruppen. Schon die Beinamen bestimmter Stadtteile zeugen davon: Chinatown, Little India und Little Arabia sind selbsterklärend. Thais sind tolerant und der Buddhismus ist anderen Weltreligionen gegenüber aufgeschlossen. Es finden sich in Bangkok neben hinduistischen Tempeln wie dem Wat Khaek (s. S. 160) auch viele Moscheen, die größten befinden sich in der Region um Min Buri. Neben den katholischen Kirchen der Innenstadt, die von den Portugiesen im 19. Jahrhundert gebaut wurden, sind auch in den Randbezirken kleine Gotteshäuser anzutreffen.

    Das Nebenher und Miteinander der Kulturen macht Bangkok spannend, so liegt beispielsweise das einschlägige Rotlichtviertel Nana mit Go-go-Bars und Stangentanz nur einen Steinwurf entfernt von Little Arabia. Im Ramadan sind viele kleine Garküchen erst nach Einbruch der Dunkelheit an ihrem gewohnten Stand. Idul Fitri, das Ende des Fastenmonats, wird in Bangkoks muslimischen Gemeinden zelebriert. Zwischen der Großen Schaukel und den vielen Tempeln drum herum hat sich eine indische Gemeinde niedergelassen. Die vielen chinesischen Tempel in Chinatown sind zwar auch buddhistische, folgen aber anderen Sitten und Gebräuchen wie etwa dem Chinese New Year im Februar oder dem Vegetarian Festival im Oktober. Bangkok zeichnet sich durch Tolerenz und Miteinander aus. So gehen die Thai-Buddhisten am chinesischen Neujahr ebenso in die chinesischen Tempel und zünden Feuerwerk an wie die Chinesen, und jeder nimmt gern am Vegetarischen Festival teil. Ganz zu schweigen von Songkran, dem thailändischen neuen Jahr, hier bieten sich Vertreter aller Religionen Wasserschlachten auf offener Straße, und in den kleineren Gemeinden wird jeder mit Wasser bespritzt und ihm wird alles Gute gewünscht, egal, welcher Religion er angehört.

    Auch die internationalen Kaufhäuser, Hotels und Restaurants machen sich die kulturelle Vielfalt der Einwohner zunutze und so werden zu den wichtigsten Festtagen spezielle Aktionen eingeleitet. An Weihnachten steht vor jedem Shoppingcenter der nicht wegzudenkende Plastikweihnachtsbaum, in den Geschäften läuft das Personal mit roten Weihnachtsmannmützen herum, auch in den Malls muss man sich nicht wundern, wenn man einem Samiclaus gegenübersteht. Die Geschäfte in Chinatown quellen ab Oktober über mit Lametta, Weihnachtsdekorationen und bunten Lichtern. Weihnachten in Thailand – das ist grell und kitschig. Riesige tiefgefrorene Truthähne liegen dann in den internationalen Lebensmittelmärkten. Die Restaurants bieten traditionelle englische Weihnachtsessen an, mit Truthahn, Pudding, Pies und Trifle samt Punch. Zum Chinese New Year gibt sich die Stadt in Gold und Rot und die Geschäfte und Hotels zeigen das Tier des neuen Jahres. Es gibt chinesische Spezialitäten wie Mondkuchen und die Kinder bekommen Geschenke. Auch bieten viele Restaurants Spezialitäten zum Ramadan, und tolle Buffets zum Idul Fitri, mit jeder Menge orientalischem Flair. Kein Fest, das die Thais nicht mit Offenheit und Freude mitfeiern.

    Elefantenstatue im Rominart-Park in der Nähe der Großen Schaukel

    Vor Einbruch der Dämmerung – Freiluft-Aerobic zu rhythmischen Klängen

    Mentalität der Thais

    Die Thais sind Lebenskünstler im Genießen. Nach der Arbeit geht es darum, sich Entspannung zu verschaffen, Dinge zu tun, die Spaß machen. Und das tut man mit Genuss. Das Wohlfühlen, sabai sabei, ist wichtig für das Lebensgefühl. Das vermitteln die Thais mit ihrer Ruhe und Gelassenheit auch den Besuchern. Lässt man sich massieren, ist es oberstes Anliegen der Masseuse, dass es dem Behandelten gut geht. Also wird man gefragt: Sabai mai? Lehnt man sich nach einem guten Essen in einem Lokal zurück und bestellt noch etwas zu trinken, will auch der Kellner nicht nur wissen, ob es geschmeckt hat, sondern auch, ob es dem Gast gut geht. Und streckt man sich in der Hitze der Stadt unter einem Baum aus und genießt ein Picknick, ist das natürlich ebenfalls sabai sabai. Auch wer kein Thai versteht, wird dieses Wort beim Überhören eines Gesprächs überproportional oft wahrnehmen. Trotz der Hektik des Alltags und der Überfüllung der Stadt haben sich die Thais ihr Gefühl von Gutgehen und Ruhe nicht nehmen lassen. So eilen sie nicht panisch von A nach B, ein ruhiger Schritt tut es auch, hier wird noch an einem Schrein angehalten und ein Räucherkerzchen angezündet, das kann schon mal zu Verspätungen führen, wenn der Buddha seine Opfergaben bekommt. Und wenn etwas mal besonders lange dauert, weil vielleicht ein Gerät nicht funktioniert und man eine Viertelstunde auf einen Kaffee warten muss, dann wird das mit einem Lächeln quittiert und mit stoischer Ruhe hingenommen, während wir Europäer ungestüm davonlaufen würden. Überhaupt wird bei jedem Missgeschick gelächelt, und schon ist es nur noch halb so schlimm. Die sprichwörtliche Freundlichkeit der Thais findet sich bei allen Dingen des Alltags. Die Uhren ticken einfach langsamer. Es gibt auch die thai time, die Uhr, die immer eine halbe Stunde nachgeht, denn Pünktlichkeit ist hier keine Zier. Kein Wunder, dass die Metropole bei Reisenden so beliebt ist. Man muss sich nur darauf einlassen: sabai sabai – ausspannen und genießen in Bangkok, Asiens faszinierendster Hauptstadt.

    Massagekräfte warten auf Kundschaft

    Essen und Trinken

    Zum Genießen gehört auch das Essen. Essen ist ein ganz wichtiger Faktor in der thailändischen Gesellschaft und zeugt von Geselligkeit. Während man mittags schnell eine Nudelsuppe mit Kollegen auf den Plastikstühlen einer Garküche isst, wird erst mal diskutiert, was man am Abend essen kann. Dann geht der Feinschmecker ins Detail, es wird gefachsimpelt, wie welches Gericht schmecken muss. Anders als in der westlichen Kultur bestellt man in Thailand keine Tellergerichte, wenn man mit Freunden im Lokal sitzt. Man steckt die Köpfe zusammen und es werden jede Menge Gerichte bestellt. Eine typische Kombination wären diverse pfannengerührte Gerichte mit Fleisch, zum Beispiel Schweinefleisch in schwarzer Pfeffersauce oder Huhn mit Cashewnüssen, ein gebratener oder gedünsteter Fisch, Meeresfrüchte wie Muscheln, Krabben oder Austern, eventuell eine Suppe oder ein Curry, beispielsweise grünes Curry oder Tom Yam, frisches Gemüse wie Wasserspinat an Austernsauce und verschiedene Yams, die scharfen Salate, die der Thaiküche so gut wie keiner anderen Küche Südostasiens gelingen, zum Beispiel Bananenblütensalat (Yam Hua Phli) oder der beliebte Glasnudelsalat (Yam Wunsen). Alle Gerichte werden dann gleichzeitig auf den Tisch gebracht und der Kellner schöpft aus einer großen Schale den Reis auf die Teller der Gäste. Man bedient sich an den Köstlichkeiten, die auf dem Tisch stehen. Wer noch nicht satt ist, bestellt einfach nach. Die Kellner sind allzeit bereit und legen Reis nach, auch die Getränke werden permanent unaufgefordert nachgeschenkt. Für europäische Biertrinker nicht nachvollziehbar, wird das Bier mit Eis serviert, wer das nicht mag, sagt einfach: Mai sai nam kheng und man kassiert ein unverständliches Lächeln des Kellners, der das Bier nachschenkt, meistens ohne Eis. Gegessen wird den ganzen Abend, die leeren Teller werden auch nicht abgeräumt, es könnte ja noch eine Nachbestellung kommen. Gegessen wird mit Löffel und Gabel, wobei der Löffel rechts gehalten wird und die Gabel zum Schieben der Speisen oder auch zum Zerteilen benutzt wird.

    Streetfood wid in Bangkok, wie überall in Thailand, groß geschrieben.

    Bangkoks Rotlichtviertel – Soi Cowboy

    Bangkoks Auswahl an Restaurants ist schier unermesslich. Neben den traditionellen Thai-Restaurants ist auch die internationale Küche vertreten. Bei den Thais sehr beliebt sind die japanischen Restaurants, die in den Einkaufszentren anzutreffen sind. Sushi, Gyozo, Sashimi, Teriyaki-Gerichte und Ramen lassen das Herz der Japanküchenliebhaber höher schlagen. In einigen Restaurants gibt es All You Can Eat und die Speisen rattern auf einem Minifließband an den Tischen vorbei. Die kleinen und großen Restaurants der Stadt bieten alles, was man sich denken kann. Viele der europäischen stehen auch unter eben dieser Leitung. Im German Hofbräuhaus bringen die Serviertöchter Schweinshaxe und Maß im Dirndl. Französische Bistros stehen ebenso auf dem Plan wie italienische Trattorias. Tapasbars, Churrascarias, mexikanische Lokale, man wählt einfach ein Land aus und kann davon ausgehen, dass es passende Restaurant in Bangkok gibt. Neben den arabischen und indischen Restaurants der Stadt haben auch Fastfoodketten ihren Einzug in die Hauptstadt gehalten. Burger King KFC, McDonald’s, sie alle gehören dazu.

    One Night in Bangkok

    One Night in Bangkok – das Lied von Murray Heads aus dem Jahr 1984, eroberte die Charts genauso wie die Touristen Bangkoks Nachtleben. Damals galt Bangkok

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1