Happy Birthday: Anleitung, wie man einen Geburtstag verderben kann
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Über dieses E-Book
Katharina Rosenplenter
Geboren 1950, Studium an der FU, Tätigkeit im Berliner Schuldienst, lebt nach der Pensionierung im Land Brandenburg
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Buchvorschau
Happy Birthday - Katharina Rosenplenter
Kapitel 1
Wenn der kommt, dann kommen wir nicht
Eigentlich sollte das Geburtstagskind bestimmen, wer eingeladen wird. Denn gefeiert muss werden, da beißt die Maus keinen Faden ab, und es hilft nichts. Etwa, besonders zu einem runden Geburtstag, zu verreisen, ist Feigheit vor dem Feind, und sich einfach zu verziehen, das ist unverzeihlich. Also, gefeiert muss werden! Aber sie hatte schon immer etwas gegen unsere „kommenistischen Freunde. Nicht dass unsere Freunde alle der Partei der Linken angehörten, es bezog sich auf deren Lebensstil. Sie hatten in ihrer Wohnung nicht die Schrankwand „Eiche Rustikal
und eine plüschsamtige Couchgarnitur, sie kochten griechisch oder italienisch, Mahlzeiten, die sich von der typisch deutschen Kartoffel- und Eintopfküche doch mächtig unterschieden. Das war in ihren Augen ein absolut schlechter Umgang und nicht tolerierbar. Wenn wir erzählten, dass wir uns mit dem oder dem getroffen hätten, dann erfolgte todsicher die Reaktion; Fremde…na ja, wir sind ja auch bloß die Eltern. Sie ließen kein gutes Haar an unseren Freunden, und ein Zusammentreffen anlässlich eines Geburtstags, das ging schon gar nicht, da lauerte der Sprengstoff.
Wir mussten also unsere Geburtstagsfeiern entzerren. Eine für unsere Freunde, eine für die Verwandtschaft Dass sie sich dabei zeitlich hinzogen wie Bauernhochzeiten, das haben wir hingenommen. Nur, für Studenten ist es auch ein finanzielles Problem, eine Bewirtung über drei Tage hin auszudehnen, für Berufstätige ist das auch eine Zeitfrage. Wenn mehrere Nachmitttage und Abende blockiert sind, einschließlich der jeweiligen Beseitigung des Küchenchaos, das führt das schon zu organisatorischen Problemen. Also einmal feiern mit Freunden, einmal mit der Verwandtschaft, aber auch im Zusammenhang damit gab es bald Krach.
Das einzig Gute an der ganzen Angelegenheit war dass sie schließlich nur noch zu zweit kamen. Denn nicht nur, dass sie unsere Freunde und ihren Lebensstil grundsätzlich abgelehnt haben, es krachte auch in de Familie. Diese wurde das auf den Geburtstag folgende Wochenende eingeladen, weil Berufstätige unter den Gästen waren. Im Normalfall spielte es sich dann so ab: Um drei wurde zum Kaffee geladen. Manchmal hieß es: wir bringen Kuchen mit, damit ihr nicht so viel Arbeit habt. Dabei macht der Kuchen nun die wenigste Arbeit, außerdem übersteht ein Paket Kuchen vom Bäcker - zum Backen war sie zu faul, das machte ja Arbeit – den Transport in einem Berliner Bus nicht ohne Schäden. Danach wurde es feucht und fröhlich, bis das Abendbrot wieder Ernüchterung brachte.- Ein Problem war dabei die Rolle von Oma. Sie pflegte, wenn um drei zum Kaffee geladen war, zu zwei zu erscheinen und störte dann bei den Vorbereitungen. Dafür ging sie dann aber auch, sobald der letzte Krümel vom Abendbrot gegessen war, nicht ohne ein Kostprobe aller Speisen für ihre Tochter mitzunehmen die gehbehindert war und
