Rügen: Ein Reisebuch für Kinder
Von Bodo Schulenburg und Elinor Weise
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Über dieses E-Book
Neben „RÜGEN“, Ein Reisebuch für Kinder, hat Bodo Schulenburg noch in der gleichen Reihe „USEDOM“ und „HIDDENSEE“ als Reisebücher für Kinder geschrieben. Alle drei Bücher wurden von Elinor Weise illustriert und gestaltet.
Bodo Schulenburg
Bodo Schulenburg, 1934 in Potsdam geboren, Redakteur und Regisseur im DEFA-Studio für Dokumentarfilme in Berlin; Chefredakteur für Kinder- und Jugendfilm; „Sandmännchen“-Produktion. Seit 1979 freischaffend als Schriftsteller tätig, veröffentliche bisher 46 Kinder- und Jugendbücher (Kunstpreis der DDR), außerdem etwa 40 Hörspiele, entwickelte Szenarien für Fernsehfilme und Stücke für das Kindertheater. Seit 1989 entstanden auch Arbeiten für Erwachsene: „Berliner Thee ist dünn“ (Rahel Vamhagen und Heinrich Heine), „Mathilde, ein poetisch erotisches Spiel“ (Heinrich Heine und seine Frau C. Mirat), „Aphrodite, ein erotisches ABC“, „Ein preußisches Abenteuer oder ein Narr am Hofe des Königs“ (Friedrich II. und Voltaire). Weitere Bücher auf www.amazon.de
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Usedom: Ein Reisebuch für Kinder Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHIDDENSEE: Ein Reisebuch für Kinder Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenThüringen: Ein Reisebuch für Kinder Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBerlin: Ein Reisebuch für Kinder Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5
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Buchvorschau
Rügen - Bodo Schulenburg
DAS ERSTE GROSSE TREIBGUT
Am Anfang, als der Herrgott noch nicht geworfen oder geklackt hatte, trieb da noch kein Stück Insel umher. Nur das gewaltige Meer trieb. Vor 70 Millionen Jahren. Ein riesiges Urmeer. Und das lebte. War nicht tot und leer. Da schwammen Kleinstlebewesen, Muscheln, auch Seeigel umher. Und ihre kalkhaltigen Schalen sammelten und verfestigten sich. Nicht von Heute auf Morgen oder Übermorgen, sondern im Laufe von Millionen Jahren. Verwandelten sich, wurden dicke Kreideschicht. Dazwischen drängelten sich andere Lebewesen. Algen, Kieselalgen. Daraus entstand Feuerstein. Dann war Pause. Denn es wurde saukalt. War das Eis. Alles ringsum hieß deshalb Eiszeit. Das war vor zwei Millionen Jahren, so ungefähr. Gewaltige Gletscher trieben. Nämlich vorwärts. Langsam, sozusagen getrödelt, aber Meter auf Meter. Und diese wandernden Eisriesen hobelten die Erde glatt, schoben gewaltige Geröllmassen vor sich her.
Trieb oder rutschte da im Geröll schon ein Inselchen? Noch nicht.
Die Gletscher schliefen ein. Waren müde vom Wandern. Oder einfach nur faul. Und tauten auf, schmolzen weg. Ließen nur ein paar Findlinge zurück. Riesige Klamotten! Und die Erde atmete auf. Musste jetzt weniger tragen. Nämlich diese Riesen aus Eis. Und ganz langsam, nein noch langsamer, begann allmählich aus den Wellen ein Stück Erde herauszuragen.
Sah wild und öd aus.
Aber T` is Fierabend, un nu lat` man so wesen, as `t is.
Strandgut fischen
Den längsten Feierabend gibt es, wenn auch am Tag gefeiert wird. Und das mehrere Tage und Abende hintereinander! Diese Zeit heißt Ferien. Dann entstaube ich meinen zerbeulten Pappkoffer. Bis er nach Ostsee Salz riecht und nach trockenen Tang. Vati beäugt ihn misstrauisch. Mutti beäugt ihn misstrauisch. Und beide sagen: Oh jemine, noch ein Koffer voller Strandgut!?
In diesem Augenblick verwandle ich mich in einen Strandläufer!
Ein Strandläufer läuft am Strand lang. Klar. Aber er latscht nicht durch die kleinen Flachwellen. Hüpft nicht wie ein Schnepfenvogel. (Der auch Strandläufer heißt). Sondern er sieht und riecht, sucht und findet. Ist ein Strandgutfischer, welcher drei Dinge weiß!
Numero eins:
Er weiß, dass das Meer sich viel geholt hat. Eingesaugt, verschluckt mit mächtigen Atemzügen: Karavellen mit gebrochenem Mast, eisernen Schatzkisten im Bauch. Dampfer, einschließlich verschiedener Sorten Matrosen. Ganze Städte, mit Bürgermeister, Pfarrer, sogar Briefträger zu Pferd. Echte Inseln, ersoffen. Nur noch der Leuchtturm guckte wie ein steinerner Polizist aus dem Wasser; das aber selten! Auch weil es noch keine Polizisten gab. Klar ist: All das wird niemals mehr auftauchen.
Numero zwei:
Ein Strandläufer weiß, dass das Meer nicht nur verschlingt, es gibt auch oft etwas zurück. Angespült und ausgespuckt: Eine Planke, gespensterbleich, Rettungsring, mit Algenbart, säckeweise Muscheln (besonders die klappernden Miesmuscheln), eine salzverkrustete Boje, ein geheimnisvolles Stück Tau, ein trauriger Schuh, Positionslampe eines zerschmetterten Schiffes, grünes glatt poliertes Glas (sehr selten), ein brauner Flecken Segel, weiß gewaschenes Holz, von den Wellen zu sonderbaren Figuren geschliffen. Einmal fand ich etwas, das flüsterte: Hallo, ich bin eine Seejungfrau! Glaubst du, dass es mich gibt? Ich antwortete. Ich glaube nicht an den Weihnachtsmann, aber an hübsche Seejungfrauen glaube ich immer!
Die Wellen werfen all dies aufs Land. Verstecken es im Sand oder im schwarzen Tang.
Numero drei:
Langweilige Dumpfbacken sagen: Komisches Zeug. Langweiliger Trödel. Sie stoßen Muschel, Tau, Seejungfrau mit ihrem Fuß zurück ins Wasser. Wertlos. Zu nichts nütze. Sie ahnen nicht, dass jedes Stück Treibgut Geschichten erzählt. Von einer Sturmfahrt, oder von Schmugglern und wilden Fluchten. Von höchst gefährlichen Reisen
