Kinderträume in Thailand: Kindergeschichten
Von Monika Kunstmann
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Über dieses E-Book
Am Flughafen staunen wir, weil da das größte
Passagierflugzeug der Welt steht: Ein A 380, ein gigantischer Airbus, ein Super-Jumbo…
In der Hauptstadt Thailands, in Bangkok, beginnen unsere Geschichten, von Ninah am Fluss, Sinat im Stress, Long im Karton, Nai auf dem Blumenmarkt…
Und warum hat Arin Angst vor der Polizei?
Schön, dass du so neugierig bist....
Monika Kunstmann
Monika Kunstmann, geb. 1950 in Zepelin, beendete 1969 erfolgreich die Pädagogische Schule in Schwerin mit dem Staatsexamen. Von 1983-1988 studierte sie an der Fachschule für Ökonomie Plauen/Sektion Wirtschaftswissenschaften und arbeitete in der Rostocker Neptunwerft im Bereich Wissenschaftliche Arbeitsorganisation. 1990-2012 führte sie mit ihrem Ehemann ein privates Reisebüro in Wittenbeck und Bad Doberan. Veröffentlichte Kinderbücher: "Meine Lieblingsschwester Crille", "Die Kinder auf Sri Lanka", "Kinder der Karibik", "Unterwegs auf weichen Pfötchen."
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Buchvorschau
Kinderträume in Thailand - Monika Kunstmann
Ninah fährt mit einem Boot zur Schule
Die Morgensonne schien auf die kleine Terrasse des Wohnhauses von Familie Tha. Die zwölfjährige Ninah lag neben ihrer Mutter auf einer dünnen Matratze und räkelte sich. Sie hatte die Nacht über gut geschlafen. Hier am Wasser wehte stets ein frisches Lüftchen, deshalb schlief die ganze Familie draußen.
In dem einzigen Raum, den Ninah und ihre Eltern bewohnten, wäre sowieso kein Platz gewesen. Das wacklige Sofa, das sie besaßen, wurde nur dafür genutzt, saubere, gebügelte Wäsche abzulegen, die Frau Tha abends für Gäste aus dem Hotel wusch, um etwas mehr Geld zu verdienen.
Eigentlich fuhr Ninahs Mutter jeden Tag mit einem Boot den Fluss auf und ab und zeigte den vielen fremden Gästen die Umgebung. Momentan war das Boot allerdings kaputt, denn der Motor streikte.
Ninah hatte soeben die Augen geöffnet und schaute ihre Mutter an, die mit einer Teetasse in der Hand zu ihrer Tochter sagte:
„Nun sieh dir das an, Ninah, unser Vater hat sich nicht einmal eine Decke hingelegt. Er schläft auf dem Holzfußboden, wie ein Flusspferd, das sich sonnt und er hält die Fußsohlen nach draußen. Was sollen nur die Nachbarn von uns denken."
„Ist mir sowas von egal", brummelte der Angesprochene und sprang mit einem Mal auf. Er stellte sich vor seine Frau und seine Tochter und fragte spöttisch:
„Bin ich etwa sooo dick? Habe ich sooo ein großes, breites Maul und spitze Eckzähne?"
Der Vater wedelte mit seinen Armen, drehte sich von rechts nach links und machte komische Posen:
„Und bin ich etwa ein Pflanzenfresser, wie diese Dickhäuter?"
Er zog eine Grimasse. Ninah lachte:
„Klar, du isst doch auch Spinat, Salat und Möhren, oder?"
Während der Vater grinste, weil seine Tochter nicht auf den Mund gefallen war, ging er ein paar Schritte zurück und plumps lag er im Wasser. Er platschte wild herum, als würde er ertrinken, aber Ninah und ihre Mutter wussten, dass ihr Familienoberhaupt schwimmen konnte, wie die Fische nebenan in seinem Fischzuchtbecken. Sie ließen ihn genauso zappeln.
Nachdem er ein paar Mal auf und wieder abgetaucht war, rief Ninahs Vater:
„Wenn ihr mich nicht retten wollt, werft mir mal die Seife runter. Dann wasche ich mich eben gleich hier. Ninah steckte das Seifenstück in eine Tüte und warf es dem Vater zu: „Nimm nicht so viel Seife
, rief sie, „damit das Wasser nicht so verunreinigt wird."
„So schmutzig bin ich auch wieder nicht", rief der Vater, doch er hielt sich an die Anweisung, weil Ninah ihm von der Terrasse aus zusah. Die Mutter bereitete inzwischen das Frühstück vor.
Als die kleine Familie auf der Terrasse wieder beieinander saß, um zu essen, tuckerte ein Boot heran und dessen Fahrerhaus reichte genau bis an den Holzfußboden, auf dem Ninah mit ihren Eltern saß.
„Ach, Tante Theab, schön, dass du kommst, rief sie vergnügt, „Mamas Boot ist kaputt und ich würde mich freuen, wenn du mich über den Fluss und zu meiner Schule bringen könntest.
„Deshalb bin ich doch hier, meine Kleine. Habt ihr für mich auch einen Tee?"
Ninahs Tante stieg gar nicht erst aus ihrem Boot. Sie streckte nur den Arm aus, nahm den Tee entgegen und bedankte sich.
„Heute soll es noch in Strömen regnen", sagte sie, beugte sich vor und betrachtete die Wolken.
„Was ist so schlimm am Regen? Man soll sich deshalb nicht aufregen", mischte sich Ninahs Vater ins Gespräch und fuhr sich mit der Hand über die nassen Stoppelhaare, „du hast doch ein Dach über dem Kopf,
