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Die Prostata: Eine Erzählung
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eBook310 Seiten1 Stunde

Die Prostata: Eine Erzählung

Von N. N.

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Über dieses E-Book

Ein Buch für Frauen und Männer, in den mittleren bis höheren Lebensjahren, für die die Prostata des Mannes plötzlich und unerwartet ein wichtiges körperliches Thema sein wird.
Hier wird erzählt, ohne Rücksicht auf die kleinen und großen Tabus des Mannes und auch der Frau, was auf den Mann und die Frau zukommen kann, wenn die Prostata sich mit den Jahren, mit dem Körper, verändert.

Es wird subjektiv wie objektiv, aus weiblicher und männlicher Perspektive, geschildert, berichtet, was es mit der Prostata auf sich hat, welche körperlichen, psychischen und sozialen Folgen eine mit dem Alter, im Alter, veränderte Prostata bewirken kann. Es werden die aktuellen medizinischen, psychotherapeutischen und sozialen Massnahmen erörtert, die dem Prostata-Mann und seiner Frau helfen sollen.

Und es werden die therapeutischen Tabus erörtert, die uns bisher daran hinderten, eine systemische Sicht auf den körperlichen, psychischen und sozialen Wandel, von Männern und Frauen, in den mittleren und höheren Jahren zu wagen.
SpracheDeutsch
Herausgebertredition
Erscheinungsdatum12. Okt. 2022
ISBN9783347775619
Die Prostata: Eine Erzählung
Autor

N. N.

N. N. studied Human Medicine and Systemic Management before obtaining a doctorate on the subject of corticosteroids. Over the course of their clinical activities N. N. developed an interest in the systemic links between the organism, the psyche and the social system and the associated recursive, paradoxically organised control loops.

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    Buchvorschau

    Die Prostata - N. N.

    Prolog

    Als ich als Erstsemester mein Studium an der Humanmedizinischen Fakultät begann, belehrte man mich zu den universitären Fakultäten. Fakultät verweise auf facultas, lat. Fähigkeit, die man in der Universität erlangen könne. Man könne dort in der Naturwissenschaftlichen Fakultät die Fähigkeit erlangen, die Natur zu studieren, Naturwissenschaftler werden, man könne das Rechtssystem studieren, die Fähigkeit erwerben, Rechtsgelehrter zu sein, und man könne sich, in der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, mit dem Denken und Wissen der Menschen beschäftigen, Philosoph werden.

    Ein Arzt, so sagte man mir, müsse von allem etwas verstehen, von der Natur des Menschen, von seinen Gedanken und seinem sozialen Miteinander, das auf dem Rechtssystem fuße. So sei die Medizinische Fakultät zu einer 4. Fakultät erklärt worden, mit dem Ziel, Ärzte auszubilden, sie zu befähigen, Menschen zu untersuchen, ihre Natur, ihr Denken, ihr soziales Miteinander zu verstehen und sie zu ihrem Wohle zu behandeln.

    Ebenso sei es das Ziel, zukünftige Ärzte zu lehren, sich selbst als ebensolche Menschen zu erkennen, ihr ärztliches Handeln, ihr eigenes Denken, ihr soziales Miteinander zu prüfen und dieser altgriechischen Forderung „erkenne Dich selbst" zu folgen, wie es an der Wiege der abendländischen Kultur gesungen wurde.

    Heute, 50 Jahre später, finde ich dieses triadische Konzept des Wissens vom Menschen erneut formuliert von dem Systemtheoretiker und Mediziner Prof. Dr. med. Fritz B. Simon in seinem Werk „Formen".

    Was in den Universitäten als menschliche Fähigkeiten gelehrt wird, Wissen von der Natur des Menschen, Wissen vom menschlichen Denken und Wissen vom rechtbasierten Miteinander, wird in „Formen" als Wissen phänomenologisch differenter, autopoietischer, menschlicher Kognitionssysteme beschrieben, als Wissen des/vom Organismus, als Wissen des/vom Bewusstsein und als Wissen des/vom Sozialen.

    Diese drei phänomenologisch differenten menschlichen Kognitionssysteme – Organismus, Bewusstsein und Soziales – werden als miteinander gekoppelt beschrieben, so wie man es mich lehrte im 1. Semester Humanmedizin.

    Jetzt können wir formulieren, dass jegliches Wissen des/vom Menschen, jegliches medizinische Wissen, sowohl ermöglicht als auch begrenzt wird von den kognitiven Möglichkeiten und Begrenzungen unseres Organismus, unseres Bewusstseins und unseres sozialen Systems, in dem wir leben, unserer Kultur.

    Die Medizin ist in diesen letzten 50 Jahren, seit meinem 1. Semester in der Humanmedizin, einen anderen Weg gegangen, weg von der Universitas, weg von dem allumfassenden triadischen autopoietischen Wissen des Menschen, hin zur „reinen", vermeintlich objektiven Wissenschaft von der Natur des Menschen.

    Wenn auch nicht explizit, so doch implizit ist die Medizin zurückgekehrt zu René Descartes (1596–1650), zu res cogitans und zu res extensa, zu der Alltagserfahrung, dass wir als erkennende Subjekte, res cogitans, umgeben sind von Objekten, res extensa, die offensichtlich unabhängig von uns existieren.

    Das erkennende Subjekt, res cogitans, der Mensch, wurde, um jegliche Subjektivität aus der objektiven Wissenschaft vom Menschen zu eliminieren, ersetzt durch physikalische Mess-Systeme, die reproduzierbare MessErgebnisse liefern, Daten in Form von Bildern oder Zahlen, Analytics künstlicher Intelligenz. Einzelbeobachtungen wurden als subjektiv eliminiert, ersetzt durch quantifizierbare normierbare Daten, durch Statistik. Intersubjektivität wurde objektiv wertlos.

    Die Fragen und Probleme der Medizin sind, trotz oder wegen aller Fortschritte und moderner Techniken, seither nicht kleiner geworden. Das sollte uns zu denken geben. Um den britischen Mathematiker und Logiker George Spencer-Brown zu zitieren: „Wenn eine Methode so wie diese zu ernstlichen Komplikationen führt, lehrt uns die Geschichte, daß sie ungeeignet ist." ¹

    So will ich hier versuchen, ganz subjektiv, aus meiner persönlichen Ich-Position, die Eigenheiten/Erkrankungen eines Organs, hier der Prostata, deren medizinische Diagnostik und Behandlung mit erheblichen körperlichen, psychischen und sozialen Kollateralschäden einhergeht, in diesem umfassenden, universellen, systemischen Zusammenhang zu denken.

    Möglicherweise ergeben sich dann Behandlungsansätze, die statt körperlicher, sozialer und psychischer Verstümmelung Heilung ermöglichen.

    1 George Spencer-Brown: Laws of Form, Vorwort zur Ausgabe von 1979

    1. Die Theorie

    1.01 Medizin

    Manchmal lohnt es sich, die ethymologischen Wurzeln eines Begriffs zu kennen. „med, so lese ich, ist indogermanisch und bedeutet messen, für Einhaltung sorgen, sich kümmern. So wie „heil mit ganz übersetzt werden kann.

    Wikipedia bezeichnet Medizin als ErfahrungsWissenschaft. Medizin sei reine Empirie. So lernte ich es am Anfang meiner klinischen HumanmedizinSemester. Mit dieser Aussage ging die Vorstellung einher, dass alles auch anders kommen könne, als es die Erfahrung lehrt. Und genau so zeigte es sich am Krankenbett. Man sprach auch von probaten Mitteln, Mitteln, die erprobt waren. Und es gab den frühen systemtheoretischen Hinweis, ohne dass dies näher begründet werden musste, „ut aliquid fieri", damit etwas geschehe, unter der Vorstellung, dass sich etwas löse.

    Jetzt, 50 Jahre später, ist die Medizin doppelblind. Subjektive Erfahrung zählt nicht mehr. Es geht um doppelblind statistisch abgesicherte Evidenz mit dem Anspruch, kausal heilen zu wollen und zu können. Und wenn es nach den heutigen medizinischen Leitlinien geht, auch so heilen zu müssen. Wobei unter „Heilen" die Erhaltung des Lebens verstanden wird, die Vermeidung des Todes.

    Das Messen der Medizin ist zweckgebunden, Ziel ist die Heilung, Vermeidung des Todes. Und Heilung, so ist die Vorstellung, kommt durch das medizinische Handeln zustande.

    Die Mahnung des Arztes Paracelsus (1493–1541) „medicus curat natura sanat, dt. „der Arzt behandelt, die Natur heilt, zeigt nur noch, wie klassisch gebildet der Sprecher ist, das Bewusstsein der Relevanz im täglichen Tun ist verloren gegangen.

    Wenn medizinisches Messen, Beobachten, der 1. Schritt des ärztlichen Handelns ist, gemäß der Regel „vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gesetzt, dann muss die Frage gestellt werden „wohin schaut der Mediziner? Oder besser gesagt „wohin könnte er noch schauen?"

    1.02 Objekt

    Das Zitat aus dem Werk „Regulationskrankheiten" von 1987, das ich diesen Gedanken zur Prostata vorangestellt habe, beschreibt, wie die Medizin, auch heute noch, 36 Jahre später, mit als krank klassifizierten Organen umgeht, um zu helfen. Dies gilt auch für das Organ, über das hier berichtet werden soll, die Prostata. Objektiv sehen, objektiv untersuchen, objektiv beurteilen, das sind die Prämissen der heutigen naturwissenschaftlich definierten Medizin.

    Wie in allen Naturwissenschaften wird objektiv, konsensuell verifizierbar/falsifizierbar beobachtet. In der Medizin wird diese objektive Beobachtung Diagnostizieren genannt.

    Der Blick des Diagnostikers richtet sich auf ein Objekt wie auf einen Gegenstand, ein Etwas, „das der eigenen Aktion entgegensteht, gegen das man stößt, das der eigenen Bewegung einen Widerstand bietet".² Der Widerstand kann sich zeigen als Raumforderung, als Gefühl, als Funktionsstörung, als ein Etwas, das Aufmerksamkeit heischt.

    Ein Objekt, ein Gegenstand, ein Etwas, metaphorisch hier ein Würfel, eine Black Box, wird unterschieden, abgegrenzt von seiner Umgebung. Dieses Objekt hat eine Grenze, bekommt einen Namen, und einen Wert.

    Um nochmals den britischen Mathematiker und Logiker George Spencer-Brown zu zitieren, es wird eine Unterscheidung (distinction) vollzogen, ein Objekt zeigt sich und wird benannt (indication), unvermeidlich emergiert ein Wert (value).

    4D-Hyperwürfel – Tesserakt

    1.03 Organ

    Organe werden, als Objekte, unterschieden von ihrer Umgebung, eine Grenze wird definiert, sie werden benannt. Wie jedes Objekt, das abgegrenzt und benannt wird, wird dem Organ ein Wert beigemessen. Dieser Wert spiegelt die Bedeutung, die das Organ für den Menschen hat, für die phänomenologisch differenten SeinsBereiche, für seinen Organismus, für seine Psyche, für sein soziales Miteinander.

    Das Organ als anatomische und funktionelle Komponente des Organismus ist kognitiv gekoppelt an den Organismus. Man kann formulieren, das Organ wird permanent kognitiv vom Organismus beobachtet, dieser wiederum vom Bewusstsein, dieses wiederum koppelt mit dem Sozialsystem. Hier wird „der Rahmen des Beobachtungs- und Untersuchungsfeldes erweitert", wie es in der Systemtheorie beschrieben und gefordert wird.³

    Wenn das Organ als Komponente des Organismus seine Funktion erfüllt, der Organismus und das Organ, wie biologisch zu erwarten, reibungslos miteinander funktionieren, koppelt dieser Zustand des Organs und des Organismus nicht mit dem Bewusstsein, bleibt unbewusst im kognitiven Bereich des Organismus.

    Erst im Zustand der Nichtanpassung, wenn erwartbares, funktionales, biologisches Verhalten nicht performt wird, gelangt diese Dysfunktionalität ins Bewusstsein und von dort in das Soziale als Kommunikation.

    Man kann formulieren, in der Situation der Nichtanpassung des Organs an die Erwartungen des Organismus, an die damit gekoppelten Erwartungen des Bewusstseins und/oder des sozialen Systems wird das Organ beobachtet, benannt und sein Wert definiert.

    Der Organismus erwartet, dass das Organ seine Funktion erfüllt. Das Bewusstsein erwartet, dass das Organ sich unauffällig verhält, passend. Das soziale Umfeld erwartet, dass das Organ das soziale Miteinander nicht stört. Wenn diese Erwartungen vom Organ erfüllt werden, bekommt das Organ das Prädikat gesund.

    1.04 Norm

    Organe, die nicht stören, werden vom Organismus, vom Bewusstsein und vom Sozialsystem als normal, als gesund bewertet. Der Begriff „gesund" ist ein Begriff aus der Alltagssprache, der nicht näher definiert ist. In der naturwissenschaftlichen Medizin wird dieser Begriff nicht benutzt, es gibt kein wissenschaftliches Kriterium für Gesundheit.

    Der Begriff „krank ist ebenso ein Begriff aus der Alltagssprache. In der naturwissenschaftlichen Medizin gibt es kein Kriterium für krank. Der Begriff „krank wird benutzt im Sozialsystem, um auszudrücken, dass ein Mensch im Sozialsystem nicht wie erwartbar funktioniert, z. B. nicht arbeiten kann. Wenn ein Mediziner der Meinung ist, dass dieser Mensch wieder arbeiten kann, wird er sozial mittels eines staatlichen Formulars „gesundgeschrieben".

    Gesund und krank sind keine Begriffe der naturwissenschaftlichen objektiven Medizin. Stattdessen werden Befunde erhoben, es wird diagnostiziert. Es wird objektiv physikalisch gemessen. Es werden Daten erhoben.

    Wenn, wie der Systhemtheoretiker und Mediziner Professor Fritz B. Simon anmerkt, viele verschiedene Zustände mit dem Überleben vereinbar sind, so stellt sich die Frage, welche Menschen in welchen Zuständen können Daten liefern, die die Norm, den Normalzustand, definieren und als Norm genutzt werden können, um krank und gesund objektiv zu unterscheiden?

    Es geht hier nicht um die subjektive Frage, mit welchen Messwerten ein Mensch sich gesund und lebensfähig fühlt, sondern um die Frage, welche Werte die Norm repräsentieren, mit der man objektiv über-/leben kann.

    Gaußsche Glockenkurve

    Um diese Norm zu definieren, werden Messungen an einer statistisch definierten Anzahl von offensichtlich gesunden Menschen durchgeführt. Dazu werden Kohorten gebildet, Neugeborene, Säuglinge, Kinder, Erwachsene. Die Erwachsenen werden, für einige Werte, unterschieden nach Alter und Geschlecht. Es wird eine Gauß’sche Kurve über alle erhobenen Daten gelegt und die inneren 95 % als Norm definiert.

    1.05 Ausnahmen

    Von wenigen der von der objektiven naturwissenschaftlichen Medizin statistisch definierten NormalWerten wird in den vergangenen 4 Jahrzehnten abgewichen.

    Es fiel auf, dass es Werte gibt, die zwar noch innerhalb der Normalverteilung liegen, jedoch mit Veränderungen im Organismus korrelieren, die als Krankheiten qualifiziert werden.

    Einer dieser Werte ist der Blutzucker. Bei einigen, meist älteren, Menschen wird das Hormon Insulin nicht in einer an die Ernährung und Bewegung angepassten Menge von der Bauchspeicheldrüse

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