Die Legende von Sankt Julian dem Gastfreien
Von Gustave Flaubert
()
Über dieses E-Book
Gustave Flaubert
Gustave Flaubert was born in Rouen in 1821. He initially studied to become a lawyer, but gave it up after a bout of ill-health, and devoted himself to writing. After travelling extensively, and working on many unpublished projects, he completed Madame Bovary in 1856. This was published to great scandal and acclaim, and Flaubert became a celebrated literary figure. His reputation was cemented with Salammbô (1862) and Sentimental Education (1869). He died in 1880, probably of a stroke, leaving his last work, Bouvard et Pécuchet, unfinished.
Ähnlich wie Die Legende von Sankt Julian dem Gastfreien
Ähnliche E-Books
Ausgewählte Erzählungen von Gustave Flaubert Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Richterin Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Lämmchen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIsabella von Ägypten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIsabella von Aegypten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Ostereyer: Eine Erzählung zum Ostergeschenke für Kinder Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenElse von der Tanne Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHeimkehr: * Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMilon und der Löwe: Eine Erzählung aus der Zeit des frühen Christentums. Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenElse von der Tanne: Historischer Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSämtliche Weihnachtserzählungen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Schwestern Drei Novellen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGösta Berling: Erzählungen aus dem alten Wermland Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Schottische Helden: Ivanhoe + Waverley + Robin der Rote: Historische Romane Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKlabund: Gesammelte Werke: Romane + Erzählungen + Gedichte + Dramen + Literaturgeschichte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Osternacht: Historischer Roman in 2 Bänden - Das Schicksal einer Familie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIsabella von Ägypten (Erzählung) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGesammelte Weihnachtsmärchen für Kinder (Illustriert): Die Heilige Nacht, Die Schneekönigin, Nussknacker und Mäusekönig, Das Geschenk der Weisen… Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMaria Schweidler, die Bernsteinhexe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSerapis: Historischer Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie kleine Passion Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMeisternovellen: Isabella von Ägypten, Fürst Ganzgott und Sänger Halbgott und mehr Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGesammelte Novellen und Erzählungen: Mistris Lee + Isabella von Ägypten + Frau von Saverne und mehr Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer getreue Ritter Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGesammelte Werke Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Elixiere des Teufels Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLichtenstein Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGrimms Märchen: Mit vielen, klassischen Illustrationen und in heutiger Rechtschreibung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenElixiere des Teufels Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGesammelte Werke Carl Ferdinand Max Hauptmanns Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Familienleben für Sie
Bahnwärter Thiel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHabt besseren Sex - 10 versaute Sexgeschichten: Erotik für Sie und Ihn Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie verborgene Schwester: Familiendrama Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenErotische Krimis: 27 Erotikthrillern Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Brennendes Berlin - die letzte Schlacht der "Nordland": Information - Fotos - Roman - Zeitgeschichte Zweiter Weltkrieg Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSex ohne Grenzen - Erotische Kurzgeschichten: Vulgärer Erotikroman für Sie und Ihn Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Der Stich der Biene Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSonne, Mond, Zinn: Roman Bewertung: 3 von 5 Sternen3/5Du bist mein Vater!: Sophienlust - Die nächste Generation 101 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Verwandte Kategorien
Rezensionen für Die Legende von Sankt Julian dem Gastfreien
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Die Legende von Sankt Julian dem Gastfreien - Gustave Flaubert
I
Inhaltsverzeichnis
Julians Vater und Mutter bewohnten ein Schloß; das stand am Abhang eines Hügels, mitten in den Wäldern. Die vier Ecktürme hatten spitze, mit Bleiziegeln gedeckte Dächer, und das Fundament der Mauern stützte sich auf Felsblöcke, die jäh abfielen, bis auf den Grund der Wassergräben.
Das Pflaster des Hofes war sauber wie die Fliesen in einer Kirche. Lange Dachrinnen, in Gestalt von Drachen mit dem Rachen nach unten, spien das Regenwasser in die Zisterne; und auf den Fenstersimsen aller Stockwerke sprossen in bemalten Tontöpfen Königskraut oder Heliotrop.
Eine zweite, aus Pfählen bestehende Einfriedung umschloß zunächst einen Obstgarten, dann ein Beet, wo Kombinationen von Blumen geheimnisvolle Figuren bildeten, weiter Laubengänge aus Weinreben zum Luftschöpfen und ein Mailspiel, das der Zerstreuung der Pagen diente. Auf der andern Seite befanden sich der Hundestall, die Pferdeställe, die Bäckerei, die Kelter und die Scheunen. Eine Trift von grünem Rasen zog sich rings herum, ihrerseits wieder von einer starken Dornenhecke umgeben.
Man lebte seit so langer Zeit in Frieden, daß das Fallgatter sich nicht mehr senkte; die Gräben waren voll Wasser; Schwalben bauten ihre Nester in den Spalten der Schießscharten; und der Bogenschütze, der den ganzen Tag über auf dem Mittelwall auf und ab spazierte, verzog sich, sobald die Sonne zu stark schien, in das Wachthäuschen und schlief ein wie ein Mönch.
Im Innern sah man nur glänzende Eisenbeschläge; Wandteppiche hielten in den Zimmern die Kälte ab; und die Schränke quollen über von Leinen, die Weintonnen häuften sich in den Kellern, die eichenen Truhen krachten unter der Last der Geldsäcke.
Im Waffensaal erblickte man zwischen Standarten und Köpfen von wilden Tieren Waffen aller Zeiten und aller Völker, von den Schleudern der Amalekiter und den Wurfspießen der Garamanten bis zu den kurzen Schwertern der Sarazenen und den Panzerhemden der Normannen.
An dem größten Bratspieß der Küche konnte man einen Ochsen wenden; die Kapelle war von einem Prunk wie das Bethaus eines Königs. An einem abgelegenen Ort gab es sogar ein römisches Bad, aber der edle Herr versagte sich seine Benutzung, da das nach seiner Schätzung eine Sitte der Heiden war.
Stets in einen Fuchspelz gehüllt, schritt er durch sein Haus, sprach seinen Vasallen Recht, schlichtete die Streitigkeiten der Nachbarn. Im Winter schaute er dem Fall der Schneeflocken zu oder ließ sich Geschichten vorlesen. Mit Anbruch der ersten schönen Tage ritt er auf seinem Maultier die kleinen Wege entlang, zur Seite der grünenden Saatfelder, und er schwatzte mit den Landleuten, denen er Ratschläge erteilte. Nach vielen Abenteuern hatte er ein Fräulein von hoher Abkunft zur Gattin gewählt.
Sie hatte eine sehr weiße Haut, war etwas stolz und von ernster Gemütsart. Die Auswüchse ihres Kopfputzes streiften den Querbalken der Türen; die Schleppe ihres Tuchgewandes schleifte drei Schritte hinter ihr. Ihr Hauswesen war geregelt wie das Innenleben eines Klosters; jeden Morgen verteilte
