Wut!: Abschied von der Demut
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Über dieses E-Book
Als Heidemarie 42 Jahre alt wird, merkt sie, dass sie gründlich an sich selbst arbeiten muss, wenn sie ihre langjährigen, auferlegten Fesseln lösen will. Damals wusste sie noch nicht, wohin sie diese Entwicklung führen wird. Nämlich zu einem geldlosen glücklichen Leben ohne Besitz und Wohnung und sehr vielen Kontakten in aller Welt.
Sie schreibt offen in diesem Buch über den harten Kampf mit sich selber und anderen, als sie plötzlich merkt, dass Gefühle wie Wut und Trauer auch ein Recht in ihrem Leben haben. Sie erzählt von ihrer Vergangenheit, ihren mühseligen, widersprüchlichen Beziehungen zu Männern und von ihren großen Verwandlungen, als sie sich endlich erlaubt sie selbst zu sein.
Heidemarie Schwermer
Heidemarie Schwermer (1942 - 2016) was born in Memel, East Prussia. She was two years old when her family were forced to flee to the west. After training to be a primary school teacher, she found her first job at a joint Primary and Secondary school near Kiel. She decided to give up teaching as she wasn't able to bring her pedagogical ideas to life. She moved to Lüneburg in 1982 where she studied psychology and sociology. She retrained as a Gestalt therapist and set up her own practice in Dortmund. In 1994, she founded Give and Take Central, and subsequently gave up her home two years later. From then on, she devotedly lived without money for the rest of her life.
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Buchvorschau
Wut! - Heidemarie Schwermer
INHALTSVERZEICHNIS
Einleitung
Vorwort
Gefühle der Wut
Gewalt in einer Beziehung
Meine Träume
Auseinandersetzung
Ich kann mich wehren!
Begegnung mit meiner Mutter
Tabu
Ralf
Sehnsucht
Kumpel
Mein Vater
Meine Kinder
Knoten im Bauch
Selbstverwirklichung
Ein Jahr später
EINLEITUNG
Nachdem Heidemarie Schwermer im März 2016 nach einer langen Krankheit im Alter von 74 Jahren von uns gegangen ist, haben wir dieses Buch als Nachlass in einem Karton gefunden.
Da Heidemarie seit 1996 mit viel Erfolg ohne Besitz, Wohnung und Geld gelebt hat, gab es vor dieser Zeit wichtige Entwicklungsphasen in ihrem Leben, die diesen Lebensstil mit gesundem Selbstbewusstsein ermöglicht haben.
Als sie 1984 42 Jahre alt wurde, merkte sie, dass sie gründlich an sich selbst arbeiten muss, wenn sie ihre langjährigen, auferlegten Fesseln lösen will. Damals wusste sie noch nicht, wohin sie diese Entwicklung führen wird. Sie schreibt in diesem Buch offen über den harten Kampf mit sich selber und anderen, als sie plötzlich merkt, dass Gefühle wie Wut und Trauer auch ein Recht in ihrem Leben haben. Sie erzählt von ihren mühseligen Beziehungen zu Männern (die Namen sind geändert worden), ihr widersprüchliches Verhalten und von ihren großen Verwandlungen, als sie sich endlich erlaubt sich selbst zu sein.
VORWORT
Seit Jahren türmen sich meine neuen Erkenntnisse, die ich zu Papier bringe, in meinen Schubladen. Seit Jahren überlege ich, ob ich mit meinen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit gehen soll. Es gibt schon soviel neue Frauenliteratur!
Meine Gedanken stehen sicher schon irgendwo. Vielleicht sind sie auch gar nicht interessant genug! Was soll’s also?
Aber dann spreche ich mit einer Freundin, die mir ihre Probleme im Beruf oder zu Hause mitteilt. Ich kenne die Situation genau, merke, wie sich ähnliche Situationen ständig wiederholen, sehe, dass es frauenspezifische Verhaltensweisen gibt und möchte allen Frauen zurufen: „Legt eure Demut ab! Lasst euch nicht unterkriegen!"
Heute Morgen ging ich in die Stadt und traf eine Freundin, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Beinahe wäre sie an mir vorbeigelaufen, weil sie mich kaum wiedererkannt hat. Ich erlebe es oft, dass Bekannte eine Veränderung an mir feststellen, dass sie aber nicht wissen, was es ist.
Das Wort „Selbstverwirklichung ist schon sehr abgedroschen, aber mir fällt kein besseres ein. Ich bin auf dem Weg der Selbstverwirklichung! Ich werde Menschin, lerne, Verantwortung für mich zu übernehmen. Zu der Menschwerdung gehört die Freimachung der verschütteten Gefühle. „Negative
Gefühle wie Wut, Trauer, Angst, habe ich meistens verdrängt oder verleugnet. Jetzt bin ich dabei, sie erstmal wahrzunehmen und dann auch noch zu akzeptieren. An manchen Tagen glaube ich, es geschafft zu haben. Dann fühle ich ich mich stark und in mir ruhend, aber es gibt auch Tage, an denen ich mir nicht traue, rückfällig werde in meiner Verhaltensweise und mit mir hadere.
Ich will mich also nicht als fertige Persönlichkeit hinstellen, sondern ich will versuchen, ein Stück meines neuen Weges zu beschreiben. Weil ich merke, wie farbig und lebendig und somit lebenswerter mein Leben geworden ist.
Das wichtigste Gefühl, das ich im Laufe eines Jahres entdeckt und aufgedeckt habe, ist die Wut. In diesem Buch habe ich in Tagebuchform festgehalten, wie ich zu meiner Wut gekommen bin und was mir zu ihr alles eingefallen ist.
