Superpreis für Literatur: Die Anthologie
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Buchvorschau
Superpreis für Literatur - Helene Bukowski
Hrsg. von Moritz Müller-Schwefe und Elias Kreuzmair für die Zeitschriften metamorphosen und Das Prinzip der sparsamsten Erklärung
Superpreis für Literatur
Die Anthologie
Logo_ParsimonieInhaltsverzeichnis
Cover
Über den Superpreis
Die Zeitschriften
Die Ausschreibung
Reichelsdorfer: Relikt
Sauer: Parabellum
Amende: Phantasie in Eile
Domainko: Killer Heroes
Rouget: Stella
Solaris: Gedichte
Moritz: Skarabäus
Voss: Das Mädchen am Pool
Piekar: AHAB
Bukowski: Wenn wir unsere Zähne verlieren
Fritz: Liebe schwarze Löcher...
Lichtenstein: wir schreiben geschichte, keine tragödien
Schmid: Die letzte Perle
Schiller: regionale konflikte
Fitz: Onkel Albert
Lienemann: Gedichte
Rump: Das Krokodil
Schönlau: [ ]© Das Mittel der Wahl
Grandjean: Schwarz-Weiß
Pohl: Teil der Bewegung (Indie-Cloud)
Die Jury
Impressum
Der Superpreis für Literatur
»Literatur ist gut.« Das war unsere Ausgangsthese, so hieß es in der Ausschreibung für den Superpreis für Literatur und diese These war zu beweisen. Denn nicht nur der Singer/Songwriter, Literatur- und Schriftsteller-Kritiker Maxim Biller, der sich auch selbst schon am Roman versucht hat, fordert in regelmäßig wiederkehrenden Abständen, Literatur solle besser, anders und vor allem nicht so nutzlos sein.
Schlagender Beleg für unsere These ist, so hoffen wir, die Auswahl, die wir aus den knapp 250 Einsendungen für diese Anthologie ausgewählt haben. Diese zwanzig Texte sind nicht nur gute Literatur im handwerklichen Sinn. Sie bestätigen auch ein Argument, das immer wieder für die Literatur ins Feld geführt wird: Dass sie ein feiner Seismograph für gesellschaftliche Debatten und Entwicklungen sei. Demzufolge dominierten Bewegungen der Migration, Spielarten des Populismus und daraus folgende Visionen gesellschaftlicher Mikro- und Makrozusammenhänge die thematische Bandbreite der Einsendungen. Auch die Texte in dieser Anthologie kreisen teilweise um diese Themen. Sie unterscheiden sich von den nicht aufgenommenen vor allem durch eines: Sie tun das subtil und überraschend, roh und unversöhnlich.
Unsere zweite These war: Was Literatur eigentlich nicht braucht, ist ein weiterer Literaturpreis. Und vor allem: ein weiterer Literaturpreis, mit dem sich der sogenannte Betrieb einmal mehr selber feiert. Ein Literaturpreis, der an die »üblichen Verdächtigen«, publizierten Autorinnen und Autoren geht. Deswegen versuchte sich der Superpreis stets ein wenig selbstironisch durch die Unwägbarkeiten einer solchen Ausschreibung zu manövrieren. Eine stille Hoffnung war jedoch immer, dass es da draußen tatsächlich ein paar Autorinnen und Autoren in der Frühphase ihrer schreiberischen Entwicklung gäbe, die nicht wissen wohin mit ihren Texten. Die sonst keinen Preis haben und folglich verloren wären, wenn nicht … Diese Hoffnung hat sich bestätigt.
Führung und Verführung – davon kann Politik sprechen, es sind aber auch zentrale Themen der Literatur. Schließlich ist die Verführung der Leserinnen und Leser zur Lektüre Bedingung eines gelingenden Textes, der diese Verführung durch verschiedene Techniken erreicht. In diesem Sinn haben alle unsere Siegertexte Führungsqualitäten. Das Thema von Führung und Verführung ist in ihnen aber über die literarischen Grundfunktionen hinaus von Bedeutung. Denn sie fragen genau nach den Schnittstellen von Literatur, Politik und sprachlichen Formeln.
So verwundert es kaum, dass mit Karl Roßmann, Protagonist von Kafkas unvollendetem Roman »Der Verschollene«, eine Figur Pate für den Superpreis für subversive Fabelführung steht, die selbst eine mehrfach Verführte ist. Zuerkannt wurde dieser Preis Andreas Reichelsdorfers Erzählung »Relikt«, die diese Anthologie eröffnet. Es ist eine Satire auf den politischen Betrieb, in dem sich in diesem Text die sogenannten »Regierungsführenden« betätigen und dessen Verführungskraft zuletzt die Leserin selbst Teil dieses Betriebs werden lässt.
In Martin Piekars Gedicht »AHAB«, ausgezeichnet mit dem Atta-Troll-Superpreis für radikale Ideologiekritik, dagegen wird jegliche Distanz aufgegeben. Ein rasendes, wütendes Subjekt, das sich selbst als »Bastard« bezeichnet, fragt nach der Gegenwart und findet vielfältige Formeln, Fetzen und Zitate, die es probeweise in Verszeilen passt, um schließlich einen Ruhepunkt in der Kunst zu finden.
Felix Schillers lyrisches Großprojekt »regionale konflikte« wurde mit dem Pelagea-Vlassova-Superpreis für lyrische Konfliktstudien ausgezeichnet. Kein Einzelner, keine Einzelne steht im Zentrum. Vielmehr fragen die Verse nach dem Kollektiv, der Solidarität und die Beziehung der Körper zueinander – eine leicht vergessene Dimension politischer Aktivität. »bruder, wie beginnen am körper konflikte?« lautet die Leitfrage, die an konkreten historischen Situationen dekliniert wird.
Wir wollen uns ganz herzlich bei allen bedanken, die den Superpreis unterstützt haben. Bei Dana Buchzik, Marc Degens, Felix Fuchs, Kyra Mevert und Tobias Roth – unserer großartigen und sachverständigen Jury, die die Gewinner ausgewählt hat. Beim Verbrecher Verlag, der sich mit ungewöhnlicher Kurzentschlossenheit und Bereitschaft dazu entschlossen hat, ein E-Book aus dieser Anthologie zu machen sowie bei Lena Hegger und Luisa Preiss, die sich den gestalterischen Fragen des Superpreises angenommen haben und bei Fabian Bross, der die Homepage für den Preis eingerichtet hat. Besonderer Dank geht an Fabian Bross, Philipp Grünewald, Stefan Stark und Mathias Völzke, die die vergebenen Preise ermöglichten.
Was sonst noch zu sagen wäre: »da ist da bleibt / oh! Ich ha…« (Olav Amende: »Phantasie in Eile«)
Elias Kreuzmair (Das Prinzip der sparsamsten Erklärung)
Moritz Müller-Schwefe (metamorphosen)
Über die Zeitschriften
Das Prinzip der sparsamsten Erklärung, gegründet 2009, ist seitdem zuständig für Prosa und Essayistik in kurzer Form. Die Keimzelle der Zeitschrift befand sich in München, inzwischen blüht sie auch in anderen Städten. Verbirgt sich der Sparsamkeit halber im Internet unter www.parsimonie.de
Die metamorphosen, wiedergegründet 2013. Magazin für Literatur und Kultur aus Berlin. Erscheint vierteljährlich im Verbrecher Verlag. Lässt sich super lesen und abonnieren via www.magazin-metamorphosen.de
Superpreis für Literatur, die Ausschreibung
Literatur ist gut. Wir suchen welche mit mehr Inhalt, verbesserter Rezeptur und noch schnellerer Wirkung. Sprich, wir suchen Literatur, die auch Maxim Biller gefällt. Wir vergeben: einen Preis. Den Superpreis für Literatur. Zu gewinnen: Geld für Bier, Books und Brötchen. Außerdem Autorenfotos, Art Investment und Publikation.
Warum wir das machen? Preise sind gut. Doch mit ihnen zeichnet sich meistens der Betrieb selbst aus. Wir zeichnen die aus, die sonst keinen bekommen. We got the 1,99 € and you got the show. Ein Text hat maximal 15.000 Zeichen (mit Leerzeichen), sieht nach Lyrik, Prosa oder Essayistik aus und verwendet deutsche Worte.
Epub coverAndreas Reichelsdorfer
Relikt
Karl-Roßmann-Superpreis für subversive Fabelführung
Gefunden wurde das Relikt bereits vor acht Jahren und es hatte sich sofort herausgestellt, dass ihm eine immense Strahlkraft innewohnte, wie sie noch niemals zuvor an einem von Menschenhand oder Menschengeist geschaffenen oder entdeckten Objekt festgestellt oder dokumentiert worden war. Die Wissenschaftler, die mit der Sicherung und ersten Ausforschung des Reliktes beauftragt worden waren, sowie die Regierungsführenden, die diesen Auftrag erteilt hatten, waren sich sogleich uneins über das weitere Vorgehen gewesen und ein langjähriger Streit war die Folge, dessen Konsequenzen Stillstand und einige Zivilprozesse bedeuteten, die meist von Archäologen angestrengt und verloren worden waren. Nach acht Jahren schließlich war das Relikt mittels Beschluss des Kabinetts sowie gestützt durch die Entscheidung eines Gerichts in den Besitz der Allgemeinheit übergegangen und sollte, so der Plan, in die Hauptstadt überführt werden. Dort würde man es dann, unter Aufsicht der angesehensten Wissenschaftler der ganzen Welt, im Detail prüfen, sprich: Proben sollten entnommen, Fotografien sollten angefertigt, experimentelle Tests sollten durchgeführt werden. Schlussendlich würde das Relikt gereinigt und strahlensicher verpackt (eine Formulierung, die einem Regierungsbeamten eingefallen war, was ihm gesondertes Lob seitens der Regierungsführenden beschert hatte), um dann, im repräsentativsten und prachtvollsten Gebäude der Hauptstadt, der Allgemeinheit zur Betrachtung zugänglich gemacht zu werden. Naturgemäß waren die Gegner dieses Vorhabens äußerst zahlreich: Annähernd die Hälfte der Wissenschaftler und sogar Teile der Regierung hatten sich vehement für einen Verbleib des Reliktes unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesprochen. Es solle lieber in Ruhe und über einen ausgedehnten Zeitraum hin erforscht und anschließend an einem von diesem Land möglichst weit entfernten Ort, zum Beispiel am Nordpol, vergraben werden. Dadurch bestünde immerhin die Möglichkeit, einen Schaden an den Menschen zu vermeiden, oder, so er in noch nicht sichtbarer Weise bereits entstanden war, diesen wenigstens gering zu halten. Natürlich entgegneten die Befürwortenden, die von den Regierungsführenden und nach kurzem Zögern auch von der Kirche unterstützt wurden, ein derart außergewöhnlicher Fund dürfe der Menschheit auf keinen Fall vorenthalten werden, denn gerade dessen Strahlkraft mache es unerlässlich, der Allgemeinheit nicht nur Fotografien oder rohe Daten vorzulegen, sondern einen direkten Kontakt zu ermöglichen. Sie waren der Ansicht, dass es sich bei der von dem Relikt ausgehenden Strahlung, deren Intensität und Form noch nicht kategorisiert werden konnten, nicht um eine schädliche, sondern, im Gegenteil, eine dem Körper (und möglicherweise auch dem Geist) zuträgliche handelte. Selbstverständlich würde in eben jener Zeit der detaillierten Prüfung jeder Zweifel beseitigt werden, denn nichts lag der Regierung und den Befürwortenden ferner, als die Verantwortung für etwas zu tragen, das auch nur den kleinsten Schaden an der Allgemeinheit verursachte. Die Gegner warfen ein, man sei außer Stande, mit absoluter Sicherheit zu behaupten, ein solches Objekt wirke, wenn auch nur im Verborgenen, nicht negativ, selbst nach der intensivsten Prüfung blieben unausweichlich immer, wenn auch minimale, Restzweifel. Allerdings entgegneten hier die Befürwortenden, eine solche These wäre nun auf jedes Forschungsvorhaben in allen wissenschaftlichen Arbeiten anwendbar und lasse sich auf sämtliche Theorien, Tests und Experimente im akademischen Bereich und im Endeffekt auf jegliches Handeln und jede noch so kleine Entscheidungsfällung in allen Lebensbereichen der Menschen ausdehnen, was, das sehe man ja wohl ein, unweigerlich zu nichts als zu definitivem Stillstand führe. Das war, so mussten die Gegner kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen, ein sogenanntes totschlagendes Argument. Sie verstummten. So wurde das Relikt, nachdem die an der Fundstelle durchgeführte oberflächliche Untersuchung abgeschlossen war, unter der Leitung einiger Regierungsbeamter und im Beisein eines internationalen Teams von Experten aus allen erdenklichen anerkannten Naturwissenschaften sowie unter den Augen einer Handvoll von der Regierung auserwählter Journalisten (die sich dazu verpflichtet hatten, ihre Aufzeichnungen erst zum Zeitpunkt der Enthüllung des Reliktes zu veröffentlichen) in die Hauptstadt überführt. Dieser Transport, der als gewaltiges logistisches Projekt bezeichnet werden konnte, dauerte sieben volle Tage. In der Hauptstadt erwarteten bereits weitere Regierungsbeamte und Experten ungeduldig die Ankunft des Reliktes. Unter Abschottung der Öffentlichkeit – an einem bestimmten Punkt mussten die Journalisten, so war es vereinbart, den Transport wieder verlassen – gelangte
