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Schaumküsse mit Migrationshintergrund
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eBook247 Seiten3 Stunden

Schaumküsse mit Migrationshintergrund

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Über dieses E-Book

Schaumküsse mit Migrationshintergrund
oder: Wie viele Salmonellen erhält jeder?... Satiren aus dem prallen Leben: 30 Jahre Bühne und kein bißchen müde ist Detlev Schönauer, wenn es darum geht in den unterschiedlichsten Charakteren, allen voran mit Jacques Bistro, auf deutschen Bühnen zu begeistern. In "Schaumküsse mit Migrationshintergrund" hat Detlev Schönauer die besten Stücke zusammengefasst. Schonungslos berichtet er über getackerte Kiddies, Einheits-Zähne, neue Brüste zum Geburtstag und selbstreinigende Kartoffelsackhosen, sowie über schwangere Männer, Frauen beim Angeln, vergrößerte Körperteile, Multitasking, die sabbernde Krone der Schöpfung, und vielem mehr...
SpracheDeutsch
Herausgeber110th
Erscheinungsdatum1. Sept. 2014
ISBN9783958650008
Schaumküsse mit Migrationshintergrund

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    Buchvorschau

    Schaumküsse mit Migrationshintergrund - Detlev Schönauer

    Versuch eines Vorwortes

    1. Ich hasse Vorwörter!

    2. Trotzdem quäle ich mich bei jedem Buch, das ich lese, tapfer da durch, schließlich hat sich der Autor etwas dabei gedacht (vermute ich mal - oder tut er nur seinem Verlag den Gefallen?). Allerdings schaffe ich es meist über die erste halbe Seite nicht hinaus und blättere dann vorwitzig zum ersten Kapitel. Und? Es hat mir noch nie geschadet!

    3. So möge sich der besonders neugierige Leser getrost von hier aus auch schon zum eigentlichen Beginn begeben. Ich bin ihm nicht böse.

    4. Ansonsten bemühe ich mich, als Vorwort kein seitenfüllendes Geschwafel abzusondern, bevor's richtig losgeht - das erinnert mich zu sehr an endlose Film- und Zigarettenwerbungen im Kino… und da gab's wenigstens Eis als Trostpreis.

    5. Manche Autoren lassen ihr Vorwort auch von anderen schreiben, von berühmten Persönlichkeiten etwa, um ihr Buch aufzuwerten. Nun, meine Frau wollte nicht (mangels entsprechender Prominenz); Goethe, Schiller, Hölderlin und Tucholsky fielen aus anderen naheliegenden Gründen aus und der Versuch eines Vorwortes durch Daniela Katzenberger (wegen der Publicity!) scheiterte an unüberwindlichen orthographischen Hürden.

    6. Ich danke allen, die mir irgendwie geholfen haben, angefangen von meinen Eltern, die sich die Mühe gemacht haben, mich zu zeugen (was man sich als Kind nie wirklich vorstellen möchte…) bis hin zu meiner lieben Frau, die mich beim Schreiben total in Ruhe ließ.

    7. Die meisten der folgenden Geschichten entstammen meinen zahlreichen musikalisch-gesellschaftskritischen Kabarett-Programmen aus den letzten beiden Jahrzehnten, man möge mir daher manch fehlende Aktualität verzeihen. Dafür sind sie quasi geprüft und haben es durch den Publikums-TÜV vieler tausend Zuschauer geschafft.

    8. Davon kann man sich - der modernen Telekommunikation sei Dank - sogar ein Bild machen (neben der amerikanischen NSA natürlich):

    http://www.youtube.com/user/detlevschoenauer?feature=mee

    9. Eine Vorwarnung: in den Kapiteln 6, 11, 14und 19 kommen etwas längere Passagen geschriebenen Dialektes vor - eine Übersetzung ins Hochdeutsche wäre auf Kosten der Komik gegangen. Tipp: laut gelesen erhöhen diese die Freude beim Leser und vor allem die bei etwaigen Zuhörern (in Bahn, Flugzeug oder Wartezimmer).

    10. Das nun folgende Inhaltsverzeichnis kann man übrigens schadlos überspringen, aber es hat sich nun mal eingebürgert und erleichtert die Orientierung.

    11. Für Anregungen, Lob, Kritik (konstruktiv!), nette Worte, Kuchenspenden, Komplimente aller Art und andere Streicheleinheiten bin ich stets sehr offen:

    d.schoenauer@t-online.de

    12. Endlich: Danke für das Lesen bis hierher - die erste Hürde ist genommen…

    13. Und von hier ab nun: viel Spaß.

    Detlev Schönauer, 13.9.2013

    Inhalt

    1

    Politisch korrekt

    Was sind Menschen mit starker Hautpigmentierung?

    Über grüne Gutmenschen, MörderInnen, 10 verbotene Negerlein, überfahrene Emanzen und Schaumküsse mit Migrationshintergrund

    2

    Integration

    Ej Alder, isse korrekt deutsse, weist du?

    Über Gastarbeitslose, deutsche Kanaken, Antisemitismus, Israel und den Mut zur Kritik

    3

    Islamophobie

    Wann kommt endlich die Burka-Pflicht für Dicke?

    Über Schwabbelbäuche, Burkas, Verpackungsverordnungen und das Überraschungsei für Päderasten

    4

    Wir werden immer dümmer!

    Was ist der Unterschied zwischen Klugen und Dummen?

    Über schwindende Intelligenz, erschreckende Dummheit, einfältige Pfälzer, elektrisch leitende Urin-Strahlen und den Darwin-Award

    5

    Geil! Erfolgreich die Hauptschule abgebrochen

    Womit isst man Suppe? a) Löffel, b) Schaufel?

    Über privates Bildungsfernsehen, bewundernswerte C- und D-Promis, innovative Talentshows und grenzdebile suchende Bauern

    6

    Mathe-Aufgaben gestern, heute, morgen

    Wie viele Salmonellen erhält jeder?

    Über jugendliches Benehmen, Pisa-Ranking, Dealer-WGs, lukrative Babystriche, Stuttgart 21 und die Insolvenz von Rheinland-Pfalz

    7

    Schönheits-OP

    Warum finden Hundebesitzer keine Leichen?

    Über getackerte Kiddies, Einheits-Zähne, neue Brüste zum Geburtstag und selbstreinigende Kartoffelsackhosen

    8

    Lieber dreimal Malediven als einmal Elternabend

    Wie viel Strom produziert ein Kleinkind?

    Über 1,39 Durchschnitts-Kinder, Baby-Recycling, eine Dreitage-Scheiß-Automatik und das Patenkind aus dem Kongo

    9

    Kindliche Brautschau

    Entschuldigen Sie die Störung, aber wollen Sie zufällig meine Frau werden?

    Über vorpubertäre Wanderschaft, wortlose Bäume und halbe Königreiche

    10

    Western

    Was willst Du Fremder?

    Über pseudoemanzipierte Cowgirls, Massenvernichtungswaffen, hämmernde Sargtischler und den Zentralrat der Indianer

    11

    Meuterei in Sachsen

    Was treiben pensionierte Piraten?

    Über verlorene Augen, Leipziger Bierkaschemmen, Möwenkot und Guido Knopps Kopfkino

    12

    MS Alzheimer

    Wie kriegt man Falten wirklich weg?

    Über dankbare Konservierungsstoffe, modische Stützstrümpfe, Amy Weinflasch', sadistische Altenpflegerinnen und Sex on the beach

    13

    Perfekte RandpinklerInnen

    Was sucht die Fliege da im Urinal?

    Über profane Bedürfnisse, urologische Wahlkämpfe, niedrige Geräuschpegel und den wahren Grund, warum Männer im Stehen ihre Notdurft verrichten.

    14

    Ohraler Sex

    Was bitte ist Zyper-Sex?

    Über gefällt mir auf Sächsisch, stramme Hengste, sinnliche Feinripp-Unterhemden, erogene Ohrläppchen und die Schere im BH

    15

    Verkehrsberuhigte Autobahn

    Wer hat morgens recht und mittags frei?

    Über nützliche Frauenparkplätze, weinselige Zündschlosskämpfe, pädagogische Autobahnschleicher und das Protokoll der Knollenkuh

    16

    Oh Hund voll Blut und Wunden

    Wer kläfft da aus der Waschmaschine?

    Über zierliche Taschenhunde, stinkende Matterhörner, bunte Partyfähnchen, nützliche Scheibenwischermotoren und eine platt gefahrene Gräfin von Mumpitz.

    17

    Frauen halten länger

    Aber warum reden sie ständig dabei?

    Über schwangere Männer, Frauen beim Angeln, vergrößerte Körperteile, Multitasking und die sabbernde Krone der Schöpfung

    18

    Teufel im Leib!

    Wer tötete Paul McCartney?

    Über verpasste Weltuntergänge, dreieckige Augen, lediglich besoffene Fahrer, von alleine wehende Flaggen, den jüdischen Haider und eine bescheuerte Sägemaschine

    19

    Digitale Potenz

    Wieso werden Handys immer kleiner?

    Über präzelluläre Zeiten, die Potenz in der Hand, Klingelton bei Fidelio, Schuhgeschäfte der Männer, gekreuzte Vibratoren und verwirrte Italiener im Supermarkt

    20

    Von Leonardo gepinkelt

    Wieso leben Raser länger?

    Über ehemalige PhysikerInnen, riesige Zahlen, Relativitätstheorie, tausendjährige Raumfahrer und den Lehrer mit der Schülerallergie

    1-Politisch korrekt

    Was sind Menschen mit starker Hautpigmentierung?

    Über grüne Gutmenschen, MörderInnen, 10 verbotene Negerlein, überfahrene Emanzen und Schaumküsse mit Migrationshintergrund

    Ist es nicht ein Skandal? Deutschland stirbt aus! Die Bevölkerungspyramide steht auf dem Kopf und kippt bald um. Weil sich die jungen Deutschen weigern, Kinder zu kriegen und die älteren die weigern sich, ehem… also… ja. Das nennt man den demographischen Wandel. Klar, wenn ein Paar weniger als zwei Kinder bekommt, dann leuchtet es ein, dass wir langfristig immer weniger werden.

    Aber im Grunde ist das nicht wirklich tragisch, denn dieses Handicap haben ja nur wir Deutsche. Global gesehen ist das vollkommen anders. Selbst wenn tatsächlich immer wieder die Panik ausbricht, dass sich unser glorreiches Volk auf dem absteigenden Ast des Aussterbens befindet, was soll's. Ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn die Weltbevölkerung nimmt definitiv zu. Außerdem ist es ja nicht wirklich so, dass die Deutschen aussterben, das würde ja nur die reinrassig Deutschstämmigen betreffen - und das mit dem großen Arier-Nachweis lassen wir doch bitte in den verstaubten Gewölben unserer unrühmlichen Geschichte vermodern! Seit Jahrzehnten wandelt sich unser Volk und durch den stetigen Zuzug von Migranten bleibt die Zahl der Menschen in unserem Land trotzdem ziemlich stabil…

    Auch wenn grenzdebile bierdosenschwenkende Rechtsradikale immer wieder lallend davor warnen, dass Ausländer wie die Heuschrecken in unser Land einfallen und ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen… So ein völkischer Unsinn: wer sollte einem arbeitslosen, schulabgebrochenen, faulen und unterbelichteten Neonazi was für einen Arbeitsplatz wegnehmen? Außerdem darf man Ausländer heute sowieso nicht mehr sagen. Das ist in unserer Sprache verboten! Gerade hier muss man ganz besonders darauf achten, wie man sich ausdrückt. Wie schnell beleidigt man Volks- oder Randgruppen und sonstige Anders-Seiende. Aber zum Glück gibt es hier in Deutschland Tausende, wenn nicht Millionen besserwissender Gutmenschen, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als peinlich darauf zu achten, dass ja niemand diskriminiert wird.

    Allen voran die Grünen, die ja die allergutesten aller Gutmenschen sind. Die machen nicht mal vor unserer Sprache Halt mit ihrer Weltverbesserei. Dass sie dabei auch noch unsere schöne Sprache diskriminieren (die eigentlich auch schützenswert ist) merken sie nicht mal. Hauptsache, sie fühlen sich gut. Und das fällt leichter, wenn man die Welt in gut und böse aufteilt. Besonders einfach gestaltet sich das natürlich bei der Sprache, schließlich kann die sich nicht wehren.

    Ausländer z.B. ist so ein böses Wort. Sowas darf man heute nicht mehr in den Mund nehmen, schließlich diskriminiert es eben jene Ausländer. Auch wenn es tausend andere Dinge gibt, die diese Menschen weit mehr diskriminieren als unsere läppische Öko-geschützte Sprache. Aber so kann man sich als grüner Gutmensch ohne großen Aufwand so herrlich gut fühlen.

    Denn eigentlich bedeutet das Wort Ausländer ja nichts anderes, als Menschen, die aus dem Ausland kommen. Eigentlich schwer zu verstehen, was daran überhaupt diskriminierend sein soll… denn Ausland darf man ja auch sagen. Also noch! Falls die Grünen das nicht auf einem der nächsten Parteitage als böses Wort brandmarken und vielleicht durch nichtdeutsche Migrantenherkunft ersetzen…

    Der heute politisch korrektere Begriff Migrant kommt übrigens vom lateinischen Verb migrare, was eigentlich wandern bedeutet. Natürlich sind eben diese normalen Migranten nicht diejenigen, die kalorienreduzierend mit Rucksack und Skistöcken durch den Deutschen Wald stolpern, sondern eher solche, die von außen in unser Land gewandert sind - und das in den seltensten Fällen zu Fuß. So kann migrare auch einwandern bedeuten, somit den Wohnsitz vom Ausland hierher verlegen, oder eben von hier aus gesehen: einwandern. Sprachlich ist das durchaus gerechtfertigt, politisch natürlich vollkommen falsch. Denn Deutschland ist kein Einwanderungsland - dagegen sträubte sich bisher jede unserer Regierungen vehement, warum auch immer. Mithin kann hier keiner einwandern, also migrieren - obwohl doch reichlich viele Einwanderer hier hergekommen sind, eben jene Migranten

    Die Frage für uns einfachen Mitbürger (die wir weder fundamentalistisch grün noch selbsternannte Gutmenschen sind) war die, wie wir diese Menschen nennen sollten, ohne ihnen auf die eingewanderten Füße zu treten? Also sagen wir eben Migranten zu ihnen. Das ist eh Latein und wer kann das schon noch? Wobei witzigerweise solche Gutmenschen-Synonyme auch einer Mode unterliegen und wechselndem Zeitgeist unterworfen sind. Sie verändern sich immer mal wieder, ebenso wie Frisuren, Rocklängen oder Vornamen. Was früher noch der Ausländer war, ist heute eben der Migrant. Bis sich dann wieder jemand (also keiner der Migranten, sondern so ein vorwitziger Gutmensch) daran stört und etwas Neues definiert.

    Dadurch leidet unsere arme Sprache natürlich immer wieder und muss auch Federn lassen. Und das ist sehr schade, vor allem deswegen, weil sie ursprünglich aus dem einfachen Volk gekommen war und nicht aus besserwissenden Parteiprogrammen von hochnäsigen Gutmenschen abgesondert wurde.

    Da denke ich nur an diese feine Süßigkeit, die ich als Kind so geliebt habe: Mohrenköpfe. Später prägten sie auch noch als Negerküsse das kollektive kindliche Bewusstsein. Offenbar klang Neger nicht ganz so übel wie Mohr - damals. Wobei das zwei durchaus unterschiedliche Zeitgenossen waren - auch wenn der moderne (grüne) Gutmensch alles in seinen multikulturellen Topf wirft. Denn folgt man den Sprachwissenschaftlern, dann lernt man, dass der Ausdruck Mohr eigentlich von den Mauren kommt, also den Nordafrikanern, die vor langer Zeit Spanien unsicher machten - bevor sie Jahrhunderte später von deutschen Pauschal-Touristen abgelöst wurden.

    Stopp: sie sind nach Spanien immigriert, so heißt das! Wollen wir doch zumindest politisch-sprachlich, wenn schon nicht historisch korrekt bleiben. Dabei waren die Mauren eben nicht ganz so schwarz wie die eigentlichen Neger, sondern bevorzugten eher das etwas gefälligere Braun. Was natürlich verblüfft, denn die ursprünglichen Mohrenköpfe waren ja seinerzeit nur von der dunklen, also der eher zentralafrikanisch-schwarzen Bitterschokolade überzogen, wohingegen später, als man dann auch schon mal vom Negerkuss sprach, durchaus auch mal Vollmilchschokolade verwendet wurde, die farblich eher ins maurische geht und dem Namen Mohrenkopf besser zu Gesicht gestanden hätte.

    Dann gab es darüber hinaus - zumindest bei uns auf der Kirmes, einmal im Jahr - sogar Exemplare mit hellbrauner Schokolade und Kokosraspeln… quasi Mohrenköpfe im Schneegestöber und bei anderen umhüllte sogar gänzlich weiße Schokolade den ursprünglichen Mohrenkopf, den man dann besser Eskimoknödel genannt hätte, wenn das nicht die grönländischen Ureinwohner beleidigt hätte. Doch egal, wie man das Ding letztendlich bezeichnen wollte, irgendwann war es vorbei mit zwar wohlklingend kreativen aber dabei politisch unkorrekten Wortgeschöpfen: Schluss mit lustig!

    Denn dann kamen die Grünen und haben so richtig multikultisch Tabula rasa gemacht. Dabei sind die alten eingelaufenen Ausdrücke den selbsternannten Sprachreinigern scharenweise zum Opfer gefallen, der Dudenverlag kam mit seinen ständigen Neuauflagen kaum nach. Dabei hatte sich tatsächlich nie ein Dunkelhäutiger am Mohrenkopf gestört - aber wenn der Grüne bestimmt, dass das diese Migranten beleidigt, dann haben die sich gefälligst auch zu ärgern - fertig! Soll da mal einer was dagegen sagen! Und fortan war der Mohrenkopf tabu! Als Segen der Zivilisation - und mehr Menschlichkeit kann sich doch keiner wünschen. Und dass trotzdem immer noch dunkelhäutige Migranten in Asylantenheime gesteckt wurden, ihnen Job und Aufenthalt verwehrt war, man sie mobbte oder in der U-Bahn zusammenschlug… Verstehe das, wer kann, aber etwas Schwund gibt es immer: wenigstens wurden ihre Köpfe nicht mehr von Kindern sprachlich verspeist. Das beruhigt das deutsche Gewissen doch ungemein. Was gibt es für ein deutlicheres Zeichen von menschlicher Solidarität, als das Verbannen eines so diskriminierenden Wortes wie Mohrenkopf?

    Obwohl ich mich selbst - der Gutmensch möge mir verzeihen - nie daran gestört habe. Ich mochte die Dinger schrecklich gerne essen. Denn sie waren lecker und erinnerten mich an meine Kindheit. Wenn man zuerst mit den Zähnen genüsslich die dünne Schokoladenschicht abpellte, diese dann auf der Zunge zergehen ließ, schließlich voller Genuss in den weißen Schaum biss, um dann zum Finale die runde Waffel in den Mund zu schieben, bevor man sich alle zehn Finger ableckte … hm, das war schon ein leckerer frühkindlicher Höhepunkt. Damals!

    Heute tue ich mir das nicht mehr an. Nein, heute schmecken mir die Dinger nicht mehr… auch wenn es diese Köstlichkeit nach wie vor gibt, aber unter dem Namen kann ich sie nicht mehr guten Gewissens genießen: Schaumküsse mit Migrationshintergrund - nein danke! Man kann sich irgendwie auch sprachlich ekeln.

    Dabei, was war daran schlimm: Mohr? Das war für uns Kinder damals ein Mensch mit dunkler Hautfarbe, fertig. Ganz wertfrei. Wie sollen Kinder von heute lernen, was Toleranz und Integration heißt, wenn ihnen die Geschichte von dem Mohren aus dem Struwwelpeter vorenthalten wird? Denn die gibt es natürlich auch nicht mehr… da haben die besserwisserischen Gutmenschen längst auch mit eisernem Besen die Literatur ausgemistet.

    Der arme Schiller! Hat ja in seinen Räubern auch so einen Kandidaten verewigt. Franz Moor… auch wenn den eher die arische Blässe schmückte und der sogar mit zwei „O geschrieben wurde - egal: akustisch zu nah am Bösen. Ich denke, heute nennt ihn der geläuterte Theaterdramaturg Franz Müller, Meier, oder, wenn er kreativ ist: Fränzchen Morast".

    So sind heute viele selbsternannte Gutmenschen zu einem regelrechten Feldzug aufmarschiert, um unsere Sprache permanent von diskriminierenden Begriffen zu reinigen. Schließlich haben Säuberungsaktionen in der deutschen Sprache (und nicht nur dort!) in unserem Land durchweg eine sehr lange (wenngleich zuweilen auch unrühmliche) Tradition.

    Da fällt mir ein, wie beeindruckt ich war, als ich im zarten Knabenalter einmal einem echten Mohren begegnen durfte. Und statt sich noch nicht vorhandenen Grünen gegenüber seiner Hautfarbe und seines Namens zu schämen, trug dieser Kerl doch voller Stolz ein schmuckes Kostüm und einen riesigen Turban zu Schau! Der Sarotti-Mohr. Und was tat der? Statt diskriminiert zu jammern und sich frustriert an den Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte zu wenden, schenkte er mir fröhlich eine riesige Tafel Schokolade.

    Sowas ist heute undenkbar - aus und vorbei! Seit 2004 wurde da radikal umgestellt… der Sarotti-Mohr in den hintersten Kongo verbannt und auf der Schokolade prangte von da an der Sarotti-Magier der Sinne… - nee, den muss man nicht mehr kennen!

    Dafür hat sich aus der Gründerzeit noch etwas anderes erhalten - witziger weise: der Name Sarotti-Mohr rührte nämlich daher, dass der Gründer sein Schokoladen-Geschäft ursprünglich in der Berliner Mohrenstraße hatte. Und was soll ich sagen? Die gibt's ja immer noch! Und nicht nur das: sogar eine U-Bahn-Station heißt so. Ei pennt denn die ganze grüne Gutmenschenschar? Kein Wunder, wenn immer wieder Migranten auf U-Bahnhöfen angepöbelt werden…

    Denn überall sonst wurde der Mohr aus unserer Sprache verbannt. Es wurde festgelegt, dass sich Mohren eines solch diskriminierenden Namens eben zu schämen haben und nannte sie erst mal Schwarze. Das war farblich auch näher dran. Aber schnell wurde auch dieses Wort als abwertend erkannt - obwohl es da die Grünen noch nicht wirklich gab,

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