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Western Legenden 67: Die graue Schwadron
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Über dieses E-Book

Die Mission der Wölfe
Lieutenant Beryll Fox hat eine Ladung Gewehre per Schiff von England nach Mexiko gebracht. Von dort aus plant er, die Waffen über die Grenze zu schaffen. Der Bürgerkrieg steht kurz bevor. Und die Nordstaaten wissen über den Transport Bescheid.

Die graue Schwadron
Beryll Fox versucht im Auftrag des Konföderierten-Generals J. E. B. Stuart hinter den feindlichen Linien herauszufinden, wann und wo der Nordstaaten-General McClellan den nächsten Vorstoß plant.
Eine hochbrisante Mission läuft an. Doch im Kommandostab Stuarts gibt es einen Verräter.
SpracheDeutsch
HerausgeberBLITZ-Verlag
Erscheinungsdatum30. Apr. 2024
ISBN9783757948955
Western Legenden 67: Die graue Schwadron

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    Buchvorschau

    Western Legenden 67 - Dietmar Kuegler

    IN DIESER REIHE BISHER ERSCHIENEN

    9001  Werner J. Egli Delgado, der Apache

    9002  Alfred Wallon Keine Chance für Chato

    9003  Mark L. Wood Die Gefangene der Apachen

    9004  Werner J. Egli Wie Wölfe aus den Bergen

    9005  Dietmar Kuegler Tombstone

    9006  Werner J. Egli Der Pfad zum Sonnenaufgang

    9007  Werner J. Egli Die Fährte zwischen Leben und Tod

    9008  Werner J. Egli La Vengadora, die Rächerin

    9009  Dietmar Kuegler Die Vigilanten von Montana

    9010  Thomas Ostwald Blutiges Kansas

    9011  R. S. Stone Der Marshal von Cow Springs

    9012  Dietmar Kuegler Kriegstrommeln am Mohawk

    9013  Andreas Zwengel Die spanische Expedition

    9014  Andreas Zwengel Pakt der Rivalen

    9015  Andreas Zwengel Schlechte Verlierer

    9016  R. S. Stone Aufbruch der Verlorenen

    9017  Dietmar Kuegler Der letzte Rebell

    9018  R. S. Stone Walkers Rückkehr

    9019  Leslie West Das Königreich im Michigansee

    9020  R. S. Stone Die Hand am Colt

    9021  Dietmar Kuegler San Pedro River

    9022  Alex Mann Nur der Fluss war zwischen ihnen

    9023  Dietmar Kuegler Alamo - Der Kampf um Texas

    9024  Alfred Wallon Das Goliad-Massaker

    9025  R. S. Stone Blutiger Winter

    9026  R. S. Stone Der Damm von Baxter Ridge

    9027  Alex Mann Dreitausend Rinder

    9028  R. S. Stone Schwarzes Gold

    9029  R. S. Stone Schmutziger Job

    9030  Peter Dubina Bronco Canyon

    9031  Alfred Wallon Butch Cassidy wird gejagt

    9032  Alex Mann Die verlorene Patrouille

    9033  Anton Serkalow Blaine Williams - Das Gesetz der Rache

    9034  Alfred Wallon Kampf am Schienenstrang

    9035  Alex Mann Mexico Marshal

    9036  Alex Mann Der Rodeochampion

    9037  R. S. Stone Vierzig Tage

    9038  Alex Mann Die gejagten Zwei

    9039  Peter Dubina Teufel der weißen Berge

    9040  Peter Dubina Brennende Lager

    9041  Peter Dubina Kampf bis zur letzten Patrone

    9042  Dietmar Kuegler Der Scout und der General

    9043  Alfred Wallon Der El-Paso-Salzkrieg

    9044  Dietmar Kuegler Ein freier Mann

    9045  Alex Mann Ein aufrechter Mann

    9046  Peter Dubina Gefährliche Fracht

    9047  Alex Mann Kalte Fährten

    9048  Leslie West Ein Eden für Männer

    9049  Alfred Wallon Tod in Montana

    9050  Alfred Wallon Das Ende der Fährte

    9051  Dietmar Kuegler Der sprechende Draht

    9052  U. H. Wilken Blutige Rache

    9053  Alex Mann Die fünfte Kugel

    9054  Peter Dubina Racheschwur

    9055  Craig Dawson Dunlay, der Menschenjäger

    9056  U. H. Wilken Bete, Amigo!

    9057  Alfred Wallon Missouri-Rebellen

    9058  Alfred Wallon Terror der Gesetzlosen

    9059  Dietmar Kuegler Kiowa Canyon

    9060  Alfred Wallon Der lange Weg nach Texas

    9061  Alfred Wallon Gesetz der Gewalt

    9062  U. H. Wilken Dein Tod ist mein Leben

    9063  G. Michael Hopf Der letzte Ritt

    9064  Alfred Wallon Der letzte Mountain-Man

    9065  G. Michael Hopf Die Verlorenen

    9066  U. H. Wilken Nächte des Grauens

    9067  Dietmar Kuegler Die graue Schwadron

    DIE GRAUE SCHWADRON

    NORD UND SÜD NO. 01

    WESTERN LEGENDEN

    BUCH 67

    DIETMAR KUEGLER

    BLITZ-Verlag

    BLITZ-Verlag

    Dieses Buch gehört zu unseren exklusiven Sammler-Editionen

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    Copyright © 2024 BLITZ-Verlag  

    Hurster Straße 2a,  51570 Windeck

    Titelbild: Mario Heyer

    Umschlaggestaltung: Mario Heyer

    Logo: Mario Heyer

    Satz: Torsten Kohlwey

    Alle Rechte vorbehalten

    www.Blitz-Verlag.de

    ISBN: 978-3-7579-4895-5

    9067v1

    VORWORT

    4.06.1951 - 3.12.2022

    Der BLITZ-Verlag trauert um seinen hervorragenden Autor und guten Freund.

    Dietmar Kuegler war eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Er wird nicht zu ersetzen sein.

    Er hinterlässt ein grandioses Lebenswerk, das für ihn noch längst nicht abgeschlossen war. Sein Amerikanistik-Magazin erfreute sich großer Beliebtheit, ebenso wie seine Fachbücher. Er wurde mitten aus seiner einzigartigen Schaffenskraft herausgerissen.

    Der BLITZ-Verlag wird seine Romanwerke in Ehren halten und in seinem Sinne verwalten.

    INHALT

    Die Mission der Wölfe

    Die graue Schwadron

    Nachwort

    Infos Zum Inhalt

    Anmerkungen

    Über den Autor

    DIE MISSION DER WÖLFE

    Er wusste, dass er verfolgt wurde. Er hatte es schon den ganzen Tag vermutet. Seit einer halben Stunde war er seiner Sache völlig sicher. Wayne Bannon fühlte zwar eine wachsende Spannung in sich, aber nicht die geringste Nervosität. Denn er wusste genau, was er zu tun hatte.

    Die Sonne sank westlich von San Fernando. Der Golf von Mexiko schimmerte wie flüssige Glut. Die milde Brise vom Meer vertrieb nach und nach die Hitze des Tages. Wayne Bannon lockerte den Revolver im Holster, einen Army Colt, Kaliber .44, ein nagelneues Modell. Unauffällig wandte er sich um und sah seinen Verfolger. Es war ein kleiner, stämmiger junger Bursche, ein Mexikaner in geflicktem Hemd, ausgebeulten Hosen und mit löchrigem großem Strohhut. Ein Fischer war er nicht, wie es sie in San Fernando viele gab. Dagegen sprach schon das große Messer, das er am Gürtel trug.

    Bannon bewegte sich zum Hafen hinunter. Der scharfe Geruch von Tang, Salz und Teer hing in den schmalen Gassen. Die Häuser waren aus Lehm gebaut und mit Stroh gedeckt. Der Hafen war klein. Außerhalb der Stadt lag der Strand für die Fischerboote, die dicht an dicht im Sand lagen, bereit, in den Stunden nach Mitternacht wieder auszulaufen.

    Bannon merkte, dass sein Verfolger sich näherte. Er hatte etwas vor. Bannon hatte vorgehabt, ihn in den Hafen zu locken, wo seine Leute warteten. Der andere würde nicht mitspielen. Bannon beschleunigte seinen Schritt, bog unvermittelt in eine Seitengasse ab und presste sich gegen die Hauswand. Die Gasse war leer. Bannon hörte die schnellen Schritte des Mexikaners. Gleich musste er die Gasse erreicht haben.

    Er sauste um die Ecke wie eine Kanonenkugel. Bannon schob den rechten Fuß vor. Der Mexikaner stürzte der Länge nach auf das Pflaster. Er stieß einen Fluch aus, rollte herum wie eine Katze und stand schon wieder auf den Beinen. Er war flink und wendig und wollte davonlaufen, als Bannon ihn schon am Kragen hatte und zurückriss. Der Mexikaner taumelte, ging in die Knie, drehte sich und stieß dabei die Rechte hoch. Der Bursche war mit allen Wassern gewaschen. Bannon hämmerte ihm die linke Faust entgegen. Der Mann krümmte sich schnaufend zusammen und prallte gegen die Hauswand.

    Bannon drehte den Hemdkragen herum, dass dem Mann die Luft ausging, und presste ihn fest gegen die Wand. „Endstation, Amigo", sagte er.

    „Was wollen Sie von mir, Señor?, ächzte der andere. „Lassen Sie mich los! Sie bringen mich um!

    „Bestimmt sogar, sagte Bannon. „Es sei denn, du erzählst mir, warum du mir den ganzen Tag nachschleichst.

    „Ich schleiche Ihnen nicht nach, Señor. Ich bin nur ein armer Fischer."

    „So?" Bannons Stimme klang kalt. Mit einer blitzschnellen Bewegung riss er das Messer aus dem Gürtel des stämmigen Mannes. Die Klinge blinkte im Abendlicht.

    „Eine merkwürdige Ausrüstung für einen armen Fischer, oder meinst du nicht, Amigo?"

    Das Gesicht des Mexikaners verzerrte sich. Bannon sah Hass in seinen Augen glitzern.

    „Wer hat dich geschickt?, fragte Bannon. „Na los, rede schon, sonst ziehe ich dir das Fell bei lebendigem Leib ab.

    Der Mexikaner bog den Kopf zurück. Er röchelte. Er stand wie erstarrt, während er mit weit geöffnetem Mund rasselnd atmete. „Ich werde alles erklären", keuchte er.

    „Haga el favor, Amigo, ich bitte darum!" Bannon lockerte etwas den Druck des Messers. Im selben Moment vernahm er rasche Schritte aus der Finsternis der schmalen Gassen. Er wandte den Kopf. Ein Schlag traf ihn. Zugleich ertönte ein schmerzerfüllter Schrei. Der Mexikaner vor ihm hatte das rechte Bein gehoben und zugetreten.

    Er schlug die Hände vor das Gesicht, taumelte mit jammervollem Klagen zur Straßenecke hoch und brüllte: „Er ist hier!"

    Wayne Bannon drehte sich und sah die Männer aus dem Schatten der Dämmerung heraneilen. Er konnte ihre Gesichter nicht erkennen. Sie trugen große Hüte und hielten Messer in den Fäusten.

    Bannon wirbelte das Messer, das er seinem Verfolger abgenommen hatte, um den Zeigefinger. Es war ein wuchtiges, schweres Messer mit zehn Zoll langer Klinge. Bannon vollführte damit zwei schnelle Hiebe wie mit einem Säbel, und drei Kerle, die auf ihn hatten losgehen wollen, sprangen erschrocken wieder zurück.

    Die anderen umkreisten ihn. Einer hob sein Messer zum Wurf. Da ließ Bannon das Messer in seiner Faust fliegen. Der Mann blieb wie angewurzelt stehen. Er beugte sich langsam nach vorn, starrte entsetzt auf den Messergriff, während er auf die Knie niedersank.

    In diesem Augenblick griffen die anderen an. Bannon ließ sein rechtes Bein hochschnellen und empfing den Ersten mit einem Tritt in Gürtelhöhe. Der Mann wurde zurückgeschleudert und wälzte sich brüllend am Boden. Bannon fühlte einen Schlag in den Rücken, taumelte vor und zog trotzdem seinen Revolver. Er drückte ab, ohne zu zielen, als sich eine Faust um sein rechtes Handgelenk schloss. Ein gurgelnder Schrei: Ein Mann, der direkt vor ihm stand, war von der Kugel in den linken Oberschenkel getroffen worden. Die Hand des anderen Angreifers löste sich von Bannons Gelenk. Bannon drehte sich. Aus der Mündung seines Colts kräuselte sich eine Pulverdampffahne.

    Die Männer wichen zurück. Bannon setzte mit zwei, drei Sprüngen auf die andere Straßenseite hinüber, drehte sich hier um und entfernte sich rückwärtsgehend zu der Gasse, die zum Hafen hinunterführte.

    „Wir kriegen dich, sagte einer der Männer. „Wir sehen uns wieder, Hombre.

    „Dann vergiss nicht, vorher mit dem Totengräber zu sprechen und dir einen Platz auf dem Friedhof auszusuchen."

    Bannon ging noch ein Stück zurück, bis die Angreifer in den toten Winkel der Seitengasse gerieten und er nur noch einen Mann sehen konnte. Der Mann lehnte an einer Hauswand und hielt noch immer die Hände vor das Gesicht. „Hoffentlich kriegst du keinen Schnupfen", sagte Bannon. Dann wandte er sich ab und entfernte sich mit schnellen Schritten, wobei er immer wieder kurz stehen blieb und zurücklauschte.

    Hinter ihm blieb es still. Aber Bannon blieb vorsichtig. Erst als er dem Hafen näherkam, war er sicher, dass er nicht mehr verfolgt wurde. Aber das galt nur für den Augenblick. Er wusste, wer die Männer waren, die hinter ihm her waren. Zumindest war er ziemlich sicher, es zu wissen. Woher sie allerdings über ihn Bescheid wussten, war ihm unklar. Was er und seine Leute in San Fernando vorhatten, war von Anfang an streng geheim gewesen. Er war mit sieben Männern hier. Jeden hatte er persönlich ausgewählt. Jeder wusste, dass er ihn gnadenlos niederschießen würde, wenn sich herausstellte, dass er geredet hatte.

    Wayne Bannon sah den kleinen Hafen vor sich: zwei kurze, krumm gepflasterte Kais, mehrere schiefe Poller. Drei Frachtschiffe lagen ein Stück vor der Küste, so jämmerlich wie der Hafen selbst. Aber der Sonnenuntergang über der Laguna Madre war von berauschender Schönheit. Am westlichen Horizont verbrannte der Tag in einem lodernden Farbenmeer.

    „Das Schiff wird noch im Laufe dieser Nacht erwartet, sagte Pablo. Bannon kannte seinen Nachnamen nicht. Einfach Pablo, ein kleiner, wendiger Mann, der an ein Wiesel erinnerte. „Ein Fischer hat den Schoner draußen im Golf gesehen. Es war doch Ihre Absicht, dass er nicht bei Tageslicht einläuft, Señor?

    „Meine Absicht war, dafür zu sorgen, dass niemand, weder in San Fernando noch woanders, etwas davon merkt, dass es mit der Fracht dieses Schoners etwas Besonderes auf sich hat."

    „Diskretion, Señor, nicht wahr? Pablo grinste verstehend. „Naturalemente, Señor. Dafür ...

    „Dafür habe ich dir Schleimer fünfzig amerikanische Dollar gegeben, unterbrach ihn Bannon. „Wie viel haben dir die anderen gezahlt?

    „Welche anderen, Señor? Was meinen Sie damit?"

    „Ich meine die Kerle, die mir seit Tagen nachschleichen und vorhin versucht haben, mir den Bauch aufzuschlitzen."

    „Sie sind überfallen worden, Señor?" Pablo verzog das Gesicht zu echter Trauer. Er war so etwas Ähnliches wie ein Hafenmeister. Im Grunde konnte man ihn aber nicht so bezeichnen, da San Fernando so etwas Ähnliches wie einen Hafen gar nicht hatte.

    „Du bist ein verdammtes kleines Mistvieh! Bannons Rechte schoss vor und krallte sich um Pablos ohnehin zerknautschten Hemdkragen. „Du hast uns verraten, Mann. Ich sollte dich im Hafenbecken ersäufen. Weißt du, dass meine Leute draußen warten, um dich in Stücke zu reißen?

    „Lassen Sie mich los, Señor!" Die Stimme Pablos überschlug sich. Er zappelte in Bannons eisernem Griff, aber er wagte nicht, Widerstand zu leisten.

    „Wer steckt dahinter, Pablo? Du weißt, wo wir herkommen."

    „Ich weiß gar nichts, Señor."

    „An deiner Stelle würde ich nicht versuchen, mich zu reizen. Du stehst nahe davor, dass ich dir den Hals umdrehe."

    „Sie sind Tejano, ¹ Señor."

    „Dann weißt du auch, dass wir Ärger mit den Yankees haben."

    „Ich kenne solche Unterschiede nicht", ächzte Pablo, als Bannon ihm den Hemdkragen immer enger drehte.

    „Du weißt Bescheid, Pablo. Du weißt auch, was der Schoner geladen hat, auf den wir warten."

    „Señor! Bitte! Sie bringen mich um."

    „Verlass dich drauf, dass das nicht das Schlimmste ist, sagte Bannon. „Wenn ich mit dir fertig bin, bist du dankbar, wenn du sterben darfst.

    „Señor! Die Stimme Pablos war die blanke Verzweiflung. „Was soll ich denn tun, wenn ein Mann wie Miguel Marquez Auskünfte von mir verlangt? Sie verlassen San Fernando bald, ich aber muss hierbleiben. Sie könnten mich töten, Señor. Aber Sie hätten keinen Vorteil davon. Miguel Marquez würde mich auf jeden Fall umbringen.

    Bannon blickte Pablo scharf an, dann versetzte er ihm einen Stoß und ließ ihn los. Pablo flog in einen Korbstuhl, der bedenklich schwankte, und blieb schnaufend sitzen, während er mit beiden Händen seinen Hals massierte.

    „Es lässt sich nicht geheim halten, wenn sieben Gringos in eine kleine Stadt wie San Fernando reiten", sagte Pablo. Seine Stimme wurde wieder kräftiger.

    „Ich habe von ihm gehört, sagte Bannon. „Hat er sich geäußert, was er von uns verlangt?

    „Er hat gar nichts gesagt, Señor. Miguel Marquez redet nicht mit einem kleinen, unwichtigen Mann wie mir über seine Pläne."

    „Hör zu, Pablo: Er wird nicht nur Fragen gestellt haben. Oder tauchen so oft sieben Tejanos in San Fernando auf?"

    „Das ist es eben, Señor: In letzter Zeit lassen sich fast überhaupt keine Americanos ² mehr hier blicken. Deswegen ist es Miguel Marquez aufgefallen, dass Sie hier sind."

    Bannon dachte nach. Er trat an das einzige Fenster der schäbigen Hütte und blickte auf die Bucht hinaus, die sich jetzt in Dunkelheit hüllte. Draußen sah er die Umrisse seiner Männer. Sie warteten auf ihn. Er hatte sich eine Weile in Grenznähe aufgehalten, bevor er mit seinen Männern nach Mexiko geritten war. Er kannte den Namen Miguel Marquez. Das war einer der vielen Revolutionäre, wie sie in Mexiko so zahlreich waren. Man konnte denken, dass sie auf Bäumen wuchsen. Sehr oft war ihre Revolution nichts weiter als eine Vertuschung von Straßenräuberei mit dem einzigen wohltätigen Motiv, sich selbst die Taschen zu füllen. Hinter Miguel Marquez schien etwas mehr zu stecken. Aber wie auch immer: Für jeden Anführer einer Bande, die sich aus ehemaligen Campesinos und kleinen Rancheros zusammensetzte, musste die Aussicht, eine Ladung erstklassige Waffen erbeuten zu können, verlockend sein.

    „Was hast du Marquez gesagt?" Bannon drehte sich um.

    Pablo musterte ihn furchtsam.

    „Nur, dass Sie auf ein Schiff aus England mit einer wertvollen Fracht warten."

    „Du hast nicht gesagt, um was es sich dabei handelt?"

    „Señor, er kannte Ihren Namen. Er hat gesagt: Bannon war Texas Ranger. Für wen arbeitet er heute? Er hat gesagt, die Americanos werden sich bald die Köpfe einschlagen. Bannon arbeitet für den Süden. Was braucht der Süden?"

    „Ja, was braucht der Süden?", fragte Bannon.

    „Marquez hat nichts dazu gesagt."

    „Vermutlich hat er sich eine Menge gedacht. Bannon fixierte Pablo drohend. „Ist er in der Stadt? Liegt er in San Fernando auf der Lauer? Wird er uns angreifen, wenn der Schoner einläuft?

    „Oh, no, Señor! Pablo schüttelte voller Überzeugung den Kopf. „Marquez würde niemals in San Fernando angreifen. Er hat Freunde hier. Er würde nichts tun, was seine Freunde in Gefahr bringt. Pablo hob mit einer hilflosen Geste beide Arme. „Vermutlich hat er ein paar von seinen Leuten hier, aber höchstens zur Beobachtung."

    „Das heißt also, solange wir in San Fernando sind, sind wir sicher?"

    „Es tut mir leid, Señor, wenn ich Sie in Schwierigkeiten gebracht habe."

    „Wo sitzt Marquez?"

    Pablos Gesicht hatte einen nichtssagenden Ausdruck angenommen. Bannon überlegte, ob er die Antwort aus Pablo herausprügeln sollte, dachte aber dann, dass es der Mühe nicht wert war.

    „Zu wem hast du sonst noch gesprochen, Pablo?"

    „Zu niemandem, Señor." Pablos Stimme klang im Brustton der Überzeugung, geradezu empört, dass Bannon ihm zutraute, ein Klatschweib zu sein.

    „Du hast nicht zufällig einem kaiserlichen Beamten gegenüber etwas erwähnt?"

    „Ich schwöre! Niemals, Señor! Außerdem: Ich weiß ja gar nichts!"

    Bannon ging zur Tür und öffnete sie. Mit gedämpfter Stimme sagte er: „Pale."

    Wie aus dem Boden gewachsen tauchte ein hagerer Mann vor ihm auf.

    „Geh rein und gib auf ihn acht. Er darf sich nicht aus der Hütte rühren, bis das Schiff da ist. Du lässt ihn nicht aus den Augen. Er darf auch nicht ans Fenster. Lass ihn nicht mit der Lampe hantieren, etwa den Docht rauf- oder runterdrehen. Nichts, was danach aussieht, als gebe er jemandem auf irgendeine Weise Zeichen."

    „Und wenn er es versucht?"

    „Bring ihn nicht um, sagte Bannon. „Wir werden auch so Ärger genug kriegen.

    Bannon trat hinaus und ließ den anderen Mann eintreten. Er wandte den Kopf und sah Pablos angstvoll verzerrtes Gesicht, als er den anderen sich nähern sah. Bannon schloss die Tür.

    Er ging zu seinen Leuten hinüber, die sich rings um die Hütte niedergelassen hatten: Männer mit scharf geschnittenen, dünnlippigen Gesichtern und kalten Augen. Ihre Gegenwart gab Wayne

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